28.2.05

And The Oscar Goes To... Karlheinz!

Oscarnacht in der Himmelpfortgasse. Staatsanwalt, prüfender Blick: Minister, und Sie versichern, dass Sie keinen Einfluss auf den Verein bei der Gestaltung Ihrer Homepage genommen haben? Million Dollar Baby: Was glaubst du denn, der Winkler, mein Kabinettschef, der lasst sich doch von mir in seinem Verein nix dreinreden. Staatsanwalt: Now Minister, you wouldn't lie to me about this, now would you? Augenaufschlag, Lächeln. Applaus, Applaus: Bester Hauptdarsteller, bester Nebendarsteller, beste Schmierenkomödie. Million Dollar Baby: I was just a kid in a used car lot who had a wet dream... Thanks Wolfgang for making it come true!

23.2.05

Selbst für Ratten dicht

Nicht mal eine Kanalratte kann der 80-Wagen-Kolonne von US-Präsidenten George W. Bush bei seinem Treffen mit Gerhard Schröder am Mittwoch in die Quere kommen: Mainz wird abgeriegelt wie nie zuvor, inklusive 1300 versiegelter Kanaldeckel, unter denen sich Osama verstecken könnte. Dasselbe Bild in Bratislava, wo Bush seinen guten Freund Vladimir Putin trifft. Wie wär's, wenn Treffen mit dem US-Präsidenten künftig einfach am Flughafen an Bord der Air Force One stattfinden, jeder bringt seine eigenen Snacks und Getränke mit? Würde Millionen Menschen das Leben erleichtern; anschauen soll man den Mann offenbar ohnedies nicht: Den Mainzer Bürgern wurde geraten, die Fenster dicht zu machen und ihre Balkone nicht zu betreten, um "Missverständnisse" zu vermeiden. Könnte ja sonst jemand auf die Idee kommen, dass es tatsächlich ein Interesse gibt, den Leibhaftigen von Angesicht zu Angesicht sehen zu wollen.

21.2.05

Voll neutronenbombentauglich

Mödling ist ein Städtchen, das für die Neutronenbombe wie geschaffen scheint. Praktisch jedes Haus in der Altstadt verkündet mit dem fröhlichen blauen Logo der Haager Konvention, dass hier Zivilisten im Falle kämpferischer Auseinandersetzungen ruhig be- und getroffen sein können -- wenn man nur, bittebitte, das wunderbare Kulturerbe verschont. Leider fiel die Neutronenbombe, kaum dass sie Anfang der 80er Jahre auf den Markt gekommen war, in der öffentlichen Diskussion gleich in Ungnade, weil eine angeblich zynische Waffe: Menschen töten, Häuser stehen lassen, pfui.

Weil aber seit 1954, als die Haager Konvention geschaffen wurde, offenbar neue Architektur als größere Gefahr für unsere wunderbaren historischen Städte erkannt wurde, sind wir mit den Abwehmaßnahmen inzwischen weiter als nur pittoreske blaue Schildchen anzubringen: Wir haben das Weltkulturerbe entdeckt und erklären gleich ganze Städte quasi neutronenbombentauglich: Rührt uns nur die schönen Häuser nicht an, vorausgesetzt sie sind älter als 100 Jahre. Wien ist schon Weltkulturerbe (terroristische Anschläge bitte auf die gräßlichen neuen Stadtteile wie die Platte samt dem UNO-Zentrum oder auf den Wienerberg konzentrieren), bald soll auch Innsbruck dazu kommen.

Dummerweise haben die Innsbrucker ein paar Fehler begangen, um in den Status der vollen Neutronenbombentauglichkeit zu kommen: Da wirft dieses neue Rathaus aus Stahl und Glas von Dominique Perrault seinen Schatten auf das Goldene Dachl (richtigerweise auf den Webseiten der Stadt Innsbruck darum auch "Rathauskomplex" genannt); bei der Bergisel-Schanze haben sich die Tiroler schon versündigt, nur die Nordkettenbahn von Zaha Hadid könnte man noch rechtzeitig stoppen. Unesco, Beschützerin hilfloser alter Häuser, hilf!

13.2.05

Pisa-Christkind

Jetzt überbieten sich alle Parteien im Bildungsreformeifer.
Grundsätzlich:gut so, denn es muss sich Grundsätzliches ändern.
Ja, hoffentlich kommt sie bald, die ganztägige Schule.
Ja, hoffentlich endet bald die absurde Trennung der 10-Jährigen in Hauptschule und AHS.
Ja, hoffentlich übernimmt bald die Schule mittels individueller Förderung, was jetzt mit teuren Nachhilfestunden privat gezahlt wird.
Ja, hoffentlich werden die Begabungen unserer Kleinsten möglichst früh gefördert und deren Defizite (z.B. die sprachlichen) schon vor dem Eintritt in die Volksschule behoben.
Ja, hoffentlich gibt es bald genügend Begleitlehrer/innen, damit jene, die Förderung bedürfen, diese auch bekommen.
Ja, hoffentlich-aber:
All das kostet Geld, sehr viel Geld.
Und stösst an Grenzen, die öffentlich kaum diskutiert werden:
Hauptschulleher/innen werden derzeit anders ausgebildet als AHS-Lehrer/innen und bekommen auch anders (weniger) bezahlt.
Wenn dann in der Gesamtschule beide unterrichten, bekommen sie dann auch unterschiedlich bezahlt?
Unterschiedlicher Lohn fürt gleiche Leistung?
Weniger für AHS-Pädagogen/innen? Kaum vorstellbar!
Generelles Anheben der Gehälter aller Hauptschulpädagog/innen? Wo ist der Finanzplan?
Oder:Wer das Gros der österreichischen Schulen kennt, wo an die 60 Lehrer/innen in einem Saal ihren Arbeitsplatz haben, weiss, dass es viel kosten wird, ihnen einen adäquaten Arbeitsplatz berreitzustellen, wenn sie ganztägig in der Schule sind.
Und die Küchen!
Und die notwendigen Freizeit-Aufenthaltsräume für die Kinder!
Die Freiräume!
Ja, das könnte z.B. die Wohnbauförderung (jetzt heiligstes Ländereigentum) bezahlen.
Ich hör schon das Geschrei.
Und wenn die Schulpflicht verläüngert wird (durchaus sinnvoll) heisst das auch mehr Geld.
Und und und.
Wir stehen erst am Anfang und die Verteilungskämpfe haben noch nicht einmal begonnen.

12.2.05

Ladenschluss für Eurofighter

Wunderbar, unsere Landesverteidigung ist sozialverträglich und absolut neutral: Der Eurofighter hält sich an die Ladenschlusszeiten und wird nur bei Tag fliegen; weil des Nachts bleibt die Republik allen neoliberalen Tendenzen zum Trotz eben geschlossen. Und unser kommendes Luftraumüberwachungsgerät (© Kreisky) ist absolut neutral: Es kennt Freund und Feind nicht auseinander. Nur noch eine Frage an die Einsatzleitung: Wie sieht es mit Sonn- und Feiertag, insbesondere dem 8. Dezember aus?

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