27.5.06

In Volkes Namen Zeichen setzen

Der Lateinamerikagipfel war doch inspirierend: Evo Morales hat seine Erdölquellen verstaatlicht, und Erwin Pröll jetzt seine Geldquellen. Nur damit es nicht untergeht in der von Pröll und Häupl aufgeführten großen heldischen Rettungsseifenoper des heimischen Wassers: Das Land Niederösterreich hat den Volksbanken ihren Anteil an der niederösterreichischen Hypo abgekauft, und jetzt ist sie wieder ganz und gar im Besitz des schwarzen Niederösterreich.

Wenns drauf ankommt, sind die Schwarzen eben doch die besseren Sozis – erstaunlich, wie die SPÖ über Nacht bereit war ihr Dogma von der staatlichen Mehrheit an Verbund und allen Energieversorgern über Nacht über Bord zu werfen, nur weil der Chef eines kleinen dahergelaufenen, übernahmewilligen Ölmulti einmal ihrem Reichsdrittel angehörte. Man sieht: Von der Volkspartei zur Volksrepublik ist immer nur ein kleiner Schritt, vorausgesetzt wir können alle Posten besetzen.

Denn das ist ja, wie Pröll schon im Vorfeld der Re-Verstaatlichung der Hypo einer kleinen, staunenden Journalistenrunde zum Besten gab, sooo praktisch: Das Land macht viele Geldgeschäfte, da hat man gern seine eigene Bank. So wars wohl auch im Burgenland mit den Pleiten der Bank Burgenland, oder bei der Hypo Alpe Adria mit deren Flops, und der Hypo Steiermark mit ein paar schief gelaufenen Leasinggeschäften in Kroatien in zweistelliger Millionenhöhe. Was solls, der Eigentümer wirds schon richten.