7.7.06

Der Herzinfarkt einer Heuschrecke

Kenneth Lay ist tot. Herzinfarkt mit 64. Das Gericht hat ihn des Betrugs schuldig gesprochen für seine Gaunereien mit und bei Enron, einer der größten Betrugsfälle der Wirtschaftsgeschichte. Oder der größte. Man verliert so leicht den Überblick schon bei zwei oder drei Milliarden Euro Karribik-Verlusten. Muss man die Größe einer Gaunerei an der Größe des Landes messen, in der sie stattfindet? Oder ist das wie mit den Reichsten, nur absolute Maßstäbe zählen? Jedenfalls: Das Strafausmaß war noch nicht verhängt. Ist der frühe Tod jetzt die gerechte Strafe? Oder hat sich Lay der Strafe entzogen? So wie der Diktator Milosevic, der im Haag starb, bevor das Urteil gesprochen wurde? Vielleicht sehen wir noch Peter Handke am Grab von Lay, man gewöhnt sich ja so schnell an bestimmte Rituale.