5.7.06

ÖGB-Kassasturz

Ach, ist ja nicht so schlimm: Von 2,5 Milliarden Euro Schulden weiß der frischgebackene ÖGB-Finanzchef Clemens Schneider (noch?) nichts, nach seiner Zählung sind es nur 2,1 Milliarden mit denen der ÖGB seinen Ausflug in das Biotop der Heuschrecken abschließt. Vielleicht taucht ja noch die eine oder andere Stiftung auf, in der ein paar Schulden geparkt sind. Aber immerhin: Die neue Offenheit ist angesagt, "wegen der Bilanzspekulationen wird im ÖGB erstmals eine ungewöhnliche und neue Art der Präsentation überlegt: Nämlich den Jahresabschluss nicht nur schriftlich, sondern erstmals in einer Bilanz-Pressekonferenz zu veröffentlichen". Wow.

Wir hätten einen anderen Vorschlag: Der ÖGB sperrt zu, falls für die Abfertigungen der Mitarbeiter nicht mehr genug da ist gibt's ja immer noch den Insolvenzausfallfonds, und den Mitgliedern empfiehlt man freundlich, doch von vorne anzufangen. Das wär dann quasi der Lackmustest dafür, wie lebendig die Gewerkschaftsbewegung ist. Schulden- und Heuschreckenfrei, ein Muster an neuer Glaubwürdigkeit, und womöglich dann gleich mit richtig demokratischen Vereinsstatuten. Wenn's gelingt können nach der Gründungsversammlung alle auf a Bur'nwurscht und a Bier gehen, das hat ja auch schon dem Herrn Hundstorfer geholfen über seinen Schock hinwegzukommen.