18.7.06

Neulich auf der Yacht (3)

Nationalratspräsident Andreas Khol kann uns in seiner wunderbaren Dreifalt von "Rechtswissenschaftler", Präisdent und selbst ernanntem Richter beruhigen: Unvereinbarkeit – immerhin ein Strafrechtstatbestand – wurde keine verletzt, wenn unser aller Karlheinz einen kleinen Abstecher zum Essen auf die Yacht vom Meinl macht und dort den Karibik-Pleitier Mister Flottl zum Small Talk trifft. Dabei weiß doch selbst unser Finanzminister, dass "eine Einladung zu einem Abendessen sie hellhörig machen sollte":

""Als soziales Phänomen kann Korruption vereinfacht als Missbrauch des öffentlich anvertrauten Amtes bzw. der Machtposition zu privatem Nutzen definiert werden. Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft, sagt der Volksmund. Wer meint, Korruption tritt stets in großem Stil und plötzlich auf, der irrt. Beziehungen zwischen Beschäftigten der öffentlichen Verwaltung und deren 'Kunden' führen oft zu Abhängigkeiten, aus denen es - je länger sie dauern - immer schwieriger wird, auszusteigen."

"Seien Sie Vorbild! Machen Sie durch Ihr Verhalten deutlich, dass Sie Korruption weder dulden noch unterstützen. Lehnen Sie Geschenke und Vorteile konsequent ab! Eine Einladung zu einem Abendessen ist beispielsweise eine Situation, die Sie hellhörig machen sollte. Es gibt noch viele andere Beispiele. Nehmen Sie an oder lehnen Sie ab?"

"Sollten Sie einmal vor einer solchen Situation stehen, stellen Sie sich folgende Fragen:
- Wird von mir möglicherweise einen Gegenleistung erwartet?
- Könnte es sich um eine nicht legale Gefälligkeit oder Bevorzugung handeln?
- Welche Konsequenzen könnte eine falsche Entscheidung für mich persönlich haben?
Sorgen Sie für Transparenz! Trennen Sie Dienstliches und Privates!
Ihr Karl-Heinz Grasser"


So viel Klarheit aus berufenem Mund! Wir danken Hans Weiss, dass er uns an diese Antikorruptions-Broschüre des Herrn Finanzminister aus dem Jahr 2003 erinnert.