19.8.06

Der Pflege-Lotto-Sechser

Wer sagt's denn, auch im Pflegeroulette gibts quasi einen Sechser, und die Familie Schüssel hat ihn offenbar gemacht. Um ein bissl mehr als eine Studiengebühr, um 523 Euro für sechs Monate und eine einmalige Einschreibgebühr von 262 Euro, vermittelt der Verein St. Elisabeth (so ein beruhigend schön katholischer Name, wer sollte da an Schwarzarbeit denken?) rund um die Uhr streng ehrenamtlich "unterstützenden Mitglieder (Dipl. Krankenschwestern, Altenfachbetreuer/innen oder Pflegehelfer)", und die werden natürlich auch noch "nach strengen Kriterien ausgewählt".

Weil die guten, unterstützenden Mitglieder vielleicht auch noch ein paar Unkosten haben könnten, "schlagen wir zur Abgeltung von allfälligen Kosten und Regien ein Taschengeld in Höhe von ca. € 44,00 bis € 58,00 pro Tag (24 Stunden) vor".

Na bitte, keine illegale Beschäftigung, nix Linkes (St. Elisabeth, steh uns bei!), alles im Rahmen gut nachbarschaftlicher Hilfe zwischen pflegebedürftigen Mitgliedern und samariterhaften unterstützenden Mitgliedern. Was sollte sich da ein Bundskanzler denken, außer: Ich sags ja immer, man muss nicht immer gleich nach dem Staat rufen? Man muss ja nicht immer gleich alles so schwarz sehen wie der schwarze Ex-Gesundheitssprecher Günther Leiner, der das "modernen Sklavendienst" nennt, an dem "die Vermittler das meiste verdienen" -- da muss er wohl andere gemeint haben.

2 Comments:

Anonymous Anonym said...

Schüssel hat Recht!!! Und er weiß wo von er spricht. In Österreich gibt es keinen Pflegenotstand. Wie auch. Die läppischen zwei Euro pro Stunde für eine Ost-Nanny kann sich jede Billa-Verkäuferin leisten. Legt man noch ein paar Euro drauf, gibt’s auch noch eine Kinderbetreuung, eine polnische Putze, einen serbischen Gärtner ………… und und und.

19/8/06 21:56  
Anonymous Anonym said...

ich hätte auch gerne so eine 2 euro tante

19/8/06 21:57  

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