26.8.06

Schüssels NannyGate (3)

Exzellener Kommentar von Hans Weiss, warum er Schüssels Familie als Nutzer illegaler Pflegedienst outete, und seine eigene (Weiss') Familie gleich mit dazu: "Offenbar können sich in Österreich viele Leute nicht vorstellen, dass man ganz uneigennützig nur um einer Sache willen handelt. Ich fühle mich keiner Partei zugehörig." Dafür aber einer Sache: Nämlich den funktionierenden Pflegemarkt zu akzeptieren, statt ihn durch Bürokratie und Illegalisierung zu zerstören. "Alle direkt daran Beteiligten -- sowohl die Pflegerinnen als auch die Gepflegten und deren Angehörige -- sind damit sehr zufrieden. Ist das Ausbeutung von ausländischen Arbeitskräften? Ich habe mit vielen Pflegerinnen gesprochen, keine Einzige sieht das so, ganz im Gegenteil. Die Einzigen, denen das nicht passt, ist der Staat (...) Diese private, illegale Pflegehilfe ist ein schönes Beispiel dafür, wie etwas auch ohne Staat gut funktionieren kann."

Warum er dann den Kanzler outet? "Mir ging es bei der Sache nicht um ein Match mit ihm, sondern um die Verlogenheit und Doppelmoral von Regierenden, die so tun als wäre alles in bester Ordnung" -- und um die Zweiklassengesellschaft, bei der Politiker wie Schüssel oder der Bundespräsident sich um Anzeigen nicht sorgen müssen, Private aber schon.

Aber Schüssel, der zwar in den Salzburger Nachrichten großspurig aus dem Urlaubsort verkündete man möge sich mit ihm, nicht mit seiner Familie matchen, hat dazu weiterhin keine Lust: Die Anfragen eines ORF-Reporters nach einer Stellungnahme zu Weiss blieben naturgemäß unbeantwortet.