19.8.06

Schüssels Nannygate

Bekanntlich gibt's ja in Österreich sicher keinen Pflegenotstand, da dies der Herr Bundeskanzler dekretiert hat. Der Wolfgang Schüssel wird's schon wissen, weil man ja in solchen Dingen nicht dauernd nach dem Staat ruft, sondern am besten selbst mit "ost-böhmischen Arbeitssklaven" (wie unser charmanter Tiroler Soziallandesrat sie so einprägsam nennt) abhilft.

Auch Kanzler haben (Schwieger-) Mütter, die Pflege brauchen könnten, und das kann man sich mit zwei Euro die Stunde schon leisten, ohne gleich nach dem Staat zu rufen, wie uns Hans Weiss in einem Leserbriefchen im Standard berichtet. Praktischer weise kann man dann als Regierungschef auch noch gleich vor einer Kriminalisierung warnen, wenn man glaubt jetzt mit Anzeigen übers Ziel schießen zu müssen, und der eigene Herr Arbeitsminister sagt seinen Behörden, da kann man schon mal ein Auge zudrücken, und fertig ist die Schüsselsche Pflegelösung.

Für so was würden vielleicht anderswo Minister zurücktreten, dass sie illegale Arbeitskräfte beschäftigen, aber bei uns ein NannyGate? Eher putzt noch die Lisl für den Wolfi um zwei Euro die Stund'.

[Update 1]Natürlich alles nur aus der Luft gegriffen, sagt uns die Kanzlersprecherin im ORF-Mittagsjournal: Der Wolfi war nie in die Organisation der Pflege der Schwiegermutter involviert, das haben natürlich die Frauen in der Family gemacht, und die haben's über einen Verein gemacht, und der hat die Pflegerinnen geschickt, und der Verein hat kassiert, und damit hat es doch seine Ordnung. Und aus.

[Update 2]Und überhaupt, Pflege ist ein Sach- und kein Wahlkampfthema, schiebt der Lobatka nach. Wegen der Sachen geh'n ma ja net wählen, mehr wegen der Unsachlichkeit. Jaja. Wenn die Guten nicht kämpfen, werden die Schlechten siegen! (© Lopatka) -- blog, Reinhold, blog! Es gibt soviel unsagbar unsachlich Schlechtes in diesem kleinen Österreich.