23.9.06

Die Basis spricht.





Wahlkampf in Tulln. SPÖ Stand. Die Wahlwerber: zwei Herren, drei Damen. Altersdurchschnitt: 60 Plus. Meine Frau mit zwei kleinen Kindern wird nicht beachtet. Niemand drängt Prospekte auf, niemand grüßt. Meinem zwei jährigem Sohn wird sogar der Luftballon verwehrt. Kurz: die Basis lässt sie unbehelligt vorbei marschieren. Ich frage eine der freundlichen Wahlwerberinnen (siehe Bild), ob man denn guter Dinge sei? Dann erklärte ich ihr, dass mein Vater 30 Jahre lang als sozialdemokratischer Bürgermeister im fernen Oberösterreich werkte. In guten Jahren knackte er sogar die 80 Prozent. Der Großvater saß für die Partei sogar im Landtag. „Das ist aber schön,” war die Dame jetzt erfreut: „Geh gib dem Kind a Manna,“ sagte sie zu einem Mann der hinter einem Stand Prospekte zählte. „Aber mein Vater wird erstmals nicht mehr die SPÖ wählen,“ antwortete ich. „Weil er sagt, die haben seine Ideen verraten. Mitgliederbeitrag zahlt er auch nicht mehr. Und wenn Sie ihm noch einmal die Victor Adler Medaille antragen, dann vergisst er sich vielleicht.“ „Geh, gib dem anderen Kind a a Manna. Wollens vielleicht an Schlüsselanhänger dazu“, murmelte sie. „Sehr freundlich, aber nein Danke,” sagte ich. „Ja, dann auf Wiederschauen,” antwortete sie knapp und ging ab.