12.9.06

Skandalometer-Ablesung

Herrlich, was so ein Wahlkampf alles an Leichen aus dem Keller an die Oberfläche hochspült. Derzeit ja quasi richtig Hochwasser, man könnte den Überblick verlieren. Hier die aktuellen Pegelstände des Skandalometers:

• Die Flöttl-Vranz-Connection: Schon früher angedeutet, jetzt heraussen: Der Altkanzler hat von Mr. Flottl junior (der, den der Jung-Finanzminister zufällig auf der Jacht vom Julius getroffen hat) "mehrere zehntausend Euro" bekommen. Nein, natürlich nicht für die Partei, sondern strikt privat, weil er doch so viel über die Euro-Einführung erzählen konnte, was nicht in der Zeitung stand. "Mehrere zehntausend" klingt gut, diese Umschreibung von rund hunderttausend müssen wir uns merken. Reicht für ein paar Pflegefälle in der Familie.

• Die Gruppenreisen des Herrn Landtagsabgeordneten Otto Gumpinger (wir wissen schon, keiner kann was für seinen Namen). Der Gumpinger leitet die "Oberösterreichische Landlerhilfe", die bringt mit dem Programm "Welcome Europe" Ukraninerinnen und Moldawierinnen zum Landlerbesichtigen nach Westeuropa, und der Herr Gumpinger kriegt 450 pro Kopf und Nase (sagt man doch so, oder). Nur blöd, dass das Landlerbesichtigen ganz anders ausfiel als am Prospekt stand. Und der Gumpinger? "Wurde getäuscht und hintergangen!", versichert er uns. Übrigens auch die Mitzi Rauch-Kallat, die mit ihrem Verein "Familiy Business" ab und zu ein bissl unterstützt hat.

• Der Pfegekanzler alias Schüssels Nannygate: Lässt illegale Arbeitskräfte die Schwiegermutter pflegen -- halt! Die Schwägerin war's, die dafür zuständig war, tun Sie sich nur nicht mit dem Falschen anlegen, und war ja nur grau und net schwarz, weil über Verein organisiert und außerdem: Alle tun es, vom Bundespräsidenten abwärts, womit der Skandal schon wieder ein halber war, und damit ma den Rest bis zu den Wahlen auch noch ausräumen tun ma's jetzt legalisieren, also aus.

• Der Jachtverein. Karli-Heinz Grasser besucht seinen Freund Julius auf der Jacht im Mittelmeer, weil wenn'st auf so eine Jacht eingeladen wirst schau'st an Sprung vorbei, und da war dann noch so einer, den hat er aber net erkannt, nur wie sie im später die Bilder gezeigt haben, der hat immer von einem Schatz in der Karibik gesprochen, den er eines Tages noch heben wird, aber da hat der Karli beim Essen wegg'hört weil ihn die FIona unterm Tisch dauern... nein, also mit dem Herrn Flöttl junior habe ich absolut keine Beziehungen, das wär ja noch das schönste, wenn man jeden kennt, den man auf einer Jacht trifft.

• Die Sauna–Reisegutscheine–Freunderl-der-Polizei–Elsner–Bawag–Connections. Fing alles ganz harmlos an, Bulle gegen Bulle, die sich in die Eier unter der Gürterllinie um den Präsidentenposten prügelten. Erst verpfiff soll der Horngacher den Hofrat Geiger verpfiffen haben, dass der sein Spezerl von der Pratersauna, die ein Buff ist, vor einer Razzia gewarnt hat und der Hofrat schaute ganz begossen aus. Aber grad als der Horngacher glaubte er macht das Rennen: Schon tauchen ein paar Reisegutscheine auf seinem Schreibtisch aus, vom Freunderlverein, und dann stellt sich noch heraus, dass das ganze so richtig System gehabt haben soll, wie der Horngacher noch die Wirtschaftspartei geleitet hat. Und wo kommen die Gutscheine her? Irgendwie angeblich vom Elsner und der Bawag, aber wir erzählen da nur so weiter was geschrieben wird, weil: NATÜRLICH GILT DIE UNSCHULDSVERMUTUNG! in voller Härte. Schließlich will keiner einen herzkranken alten Banker in den Hefen bringen, oder gar zwei Bullen.

• Schöner Wohnen im KZ. Der Herrensitz unseres Herrn Wirtschaftsminister war eine kleine Außenstelle des KZ Mauthausen, und die SS hat darin so ein bissl Pflanzenforschung betrieben, ehe die Familie Bartenstein dort später eine kleine Medikamentenpanscherei aufmachte, aber davon hat er natürlich noch nie gehört, und im Ort kann das auch jeder bezeugen.

Haben wir was vergessen? Wir werden's nachtragen.

1 Comments:

Blogger stka said...

ja da fehlt noch einiges: beispiel 1: gerhard jelinek, inlandsreport sendungsleiter, macht auf möbelpacker und bringt dem herrn kanzler den orf sommergespräche studiostuhl höchst persönlich zum probesitzen ins kanzleramt. beispiel 2: pepi hickersberger ist noch immer teamchef. beispiel 3: herr stickler ist noch immer öfb chef.

12/9/06 17:29  

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