25.10.06

Knackige Punkte

Die Eurofighter sind einer, das Grundeinkommen ist einer, die Gesamtschule ist einer. Derzeit sieht man die Koalitionsverhandler vor lauter Knackpunkten nicht mehr. Nur was das eigentlich ist, ein Knackpunkt, das weiß man leider nicht. Ziehen wir zunächst Meyers 24-bändiges Konversationslexikon von 1905 zu Rate (wir recherchieren gründlich): Knackbeere, Knackerbse, Knackfuß (Hermann, Maler), Knackmandel, Knackweide - nichts.
Zweiter Versuch: Meyers feines Online-Lexikon 2006. Suche "Knackpunkt": "Die Suche nach ,Knackpunkt´brachte im gesamten Lexikon keine Ergebnisse." Dritter Versuch: Duden, Etymologisches Wörterbuch: "Knacken": mhd. für krachen, platzen, einen Riss bekommen (Wir kommen der Sache also langsam näher). Siehe "Nussknacker", "Geldschrankknacker" (das muss jetzt die Matznetter-Grasser-Arbeitsgruppe sein), oder auch "alter Knacker", ugs. für alter Mann (Schüssel?), Geizhals (Nulldefizit!) bzw. "Knackwurst" (mit Brille?): Nach dem knackenden Geräusch, das beim Zerbeißen der Pelle entsteht. (Würstel essen, das können sie also, die Herren Koalitionsverhandler!)
Aber wieder keine Spur von einem Knackpunkt. Letzter Versuch: Wikipedia: Suche "Knackpunkt" - "Es existiert kein Artikel mit dem Namen ,Knackpunkt´. Wenn du dich (seit wann sind wir per du, Wiki?) mit dem Thema auskennst, kannst du selbst den Artikel ,Knackpunkt´ verfassen." Leider, Wiki, wir kennen uns ja auch nicht aus. Aber wir haben eine gute Nachricht für unsere knackigen Großkoalitionäre: Es gibt gar keine Knackpunkte!