19.10.06

Mein Gott, Madonna!

Ist ja normalerweise nicht unsere Baustelle, aber der große Gutmenschenaufschrei reizt schon zum Widerspruch: Madonna fliegt nach Malawi, legt ein paar Millionen für ein Waisenhaus auf den Tisch und adoptiert in Windeseile eins der Kinder, ab mit dem Privatjet nach London. Das ist gegen die malawischen Bestimmungen, aber so genau nimmt man es dort bei Bedarf nicht (was das eigentliche Problem ist). Jetzt kann man darüber philosophieren, ob Reichtum und affektierte Stars die ideale Adoptionsfamilie für ein afrikanisches Halbwaisen-Kind sind, oder besser doch ein Waisenhaus in Malawi, und wie viele Sozialarbeiter wie lang Madonna und Guy Ritchie oberservieren müssten bis zu einem korrekten Gutachten. Die Antwort darauf kann nur ersteres sein, wenn man kein Zyniker ist. Was soll also der Aufschrei bringen, das Kind wieder zurück in sein Elend deportieren? Geh bitte, net im Ernst.