18.10.06

Na endlich: Eine Obmanndebatte

Seit jenem ersten Sonntag im Oktober, an dem das Wahlvolk die Schwarzen auf den Platz verwiesen hat, auf den sie die ÖVP 30 Jahre lang verwiesen hat, ehe sie vom zweiten auf den dritten Platz deklassiert wurde – also: Seit jener ÖVP-Niederlage vergeht kein Tag, an dem uns nicht gesagt wird was anders ist als bei früheren Niederlagen, nämlich: Dass es nach der Niederlage keine Obmanndebatte gibt.

Alle, alle sind offenbar happy damit, wie Wolfgang Schüssel mit steinerner Mine den Koalitionsverhandlungskarren mit seinem Beifahrer KHG gegen die Neuwahl-Wand fährt. Wirklich alle? Nein, da hinten auf dem Stehparkett, wo es keine Sessel mehr zu verlieren gibt, muckt einer auf: Michael Graff, der Mann, der seinerzeit Waldheim exkulpierte weil ihm nicht nachzuweisen war, dass er "sechs Juden eigenhändig erwürgte".

Graff ist noch immer für ein paar lockere Sprüche gut, also richtet er Schüssel über News aus, dass er einen "Scherbenhaufen" angerichtet hat: "Er kann jetzt nicht mehr weiter herum tricksen, es soll sich endlich ausgetrickst haben." Praktischerweise hat der Kurier gleich einen Posten für den Ex gefunden: EU-Außenminister nach dem Abtritt Solanas. Vielleicht damit wir den Ajatollahs im atomgetriebenen Iran zeigen können, was richtiger Fundamentalismus ist.

1 Comments:

Anonymous maschi said...

Graff war nicht der erste, aber der deutlichste Wortspender. Dienstags im ORF-Report haben sich bereits zwei weitere Alt-ÖVPler einschlägig zu Wort gemeldet: Hirschmann und Görg.

Die Obmanndebatte läuft schon bald auf vollen Touren.

19/10/06 11:02  

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