20.10.06

Schüssels Nannygate (4)

Es treibt einen ja richtig den Schweiß auf die Oberlippe, wie der Noch-Kanzler mit seinem persönlichen Pflegenotstand umgeht. Im Wahlkampf meldete sich eine Familie M. in einer Schüssel-Sprechstunde auf Ö3, die sagte sinngemäß: Deine Family hat illegal eine Pflegerin beschäftigt, meine Family hat illegal eine Pflegerin beschäftigt – warum sagen's zu dir Kanzler und uns strafen sie mit 1650 Euro (dankenswerter Weise nach Anzeige des Roten Kreuzes, gelungene Nachbarschaftshilfe)?

Der Kanzler sagte: Fürchtet Euch nicht, mein Bartenstein bringt das wieder in Ordnung. Aber der Bartenstein kann sich zwar einen Schuhrabatt beim Humanic herausholen, bei der 1650-Euro-Strafe ist es geblieben. Alles rechtens, kann man leider nix machen.

Jetzt hatte die Sache ein Nachspiel, schreibt der Standard. die uns vielleicht erklärt, warum man zu ihm bald nicht mehr Kanzler sagen wird: Eines Tages läutete bei Familie M. das Telefon und Schwester Waltraud war am Apparat. Die Waltraud, die als Klasnic für den Schüssel jetzt die "Pflege-Arbeitsgruppe" koalitionstauglich pflegt. Sie fragte nach der Kontonummer der M.s und zahlte die 1650 "privat" ein.