2.10.06

Wenn Schüssel an Opposition denkt...

...dann klingt das wie eine gefährliche Reminiszenz. Da war noch diese kleine Hintertür in der Elefantenrunde nach der Wahl am Sonntag abend: Da konnte sich der Bald-Ex-Kanzler auch vorstellen, in die Opposition zu gehen. So wie er doch seinerzeit im Jahr 1999 in die Opposition gehen wollte, wenn er Dritter wird. Diese Form der Opposition stellte sich dann als eine der restlichen EU gegen das schwarz-blaue Österreich heraus.

Was also wäre Schüssels Oppositions-Version, 2006 Edition? Er fügt sich nicht als Junior in einer SP-geführte Koalition und geht ins oppositionelle Trotzwinkerl – womit er die SPÖ ohne Option lässt, weil rot-grün keine Mehrheit hat. Weil ja einer regieren muss (Diktion 1999/2000), findet sich Schüssel letztendlich doch großmütig bereit, sich eine Schwarz-Blau-Orange Ampel anzutun. Klingt ja weit hergeholt, aber auch nicht weiter als dass einer Kanzler wird, der grad mal weniger als 27 Prozent der Stimmen hat.