15.11.06

Sprich mit James

Zum Thema Afrika und den Sinn, respektive Unsinn von Entwicklungshilfe, ist an dieser Stelle ein Spiegel Interview (kostet 50 Cent) mit dem kenianischen Wirtschaftswissenschafter James Shikwati zu empfehlen, der den radikalen Stopp jeglicher Entwicklungshilfe fordert.

Hier ein Ausschnitt:

Wenn die Industrienationen den Afrikanern wirklich helfen wollen, sollten sie endlich diese furchtbare Hilfe streichen. Jenen Ländern, welche die meiste Entwicklungshilfe kassiert haben, geht es am schlechtesten. (...) Es werden riesige Bürokratien finanziert, Korruption und Selbstgefälligkeit gefördert, Afrikaner zu Bettlern erzogen und zur Unselbständigkeit. Zudem schwächt die Entwicklungshilfe überall die lokalen Märkte und den Unternehmergeist, den wir so dringend brauchen. (..) Ein kenianischer Bauer kann seine Hacke gleich aus der Hand legen, mit dem Uno-Welternährungsprogramm kann niemand mithalten. Und weil die Bauern unter diesem enormen Druck eingehen, hat Kenia auch keine Reserven, wenn nächstes Jahr tatsächlich eine Hungersnot entsteht - ein ganz simpler, aber folgenschwerer Kreislauf. (..) Was sollen diese Kleiderberge? Hier friert niemand, stattdessen werden unsere Schneider arbeitslos. Ihnen geht es wie den Bauern. So kostengünstig kann niemand aus der afrikanischen Billiglohnwelt sein, dass er mit den gespendeten Produkten mithalten könnte. 1997 waren in Nigeria 137.000 Arbeiter in der Textilindustrie tätig, im Jahr 2003 waren es noch 57 000. Und so sieht es überall aus, wo überschäumende Hilfsbereitschaft auf fragile afrikanische Märkte trifft.

2 Comments:

Anonymous maschi said...

Eine eh nicht neuer, aber nach wie vor wichtiger Hinweis.

Was wirklich sinnvoll sein dürfte sind Bankgeschäfte im Sinn der Micro-Credits des heurigen Friedensnobelpreisträgers.

15/11/06 15:44  
Anonymous Anonym said...

in der tat

15/11/06 17:51  

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