25.11.06

Wenn Kapitalisten richtige Visionen haben

Neuerdings ist da plötzlich ein Wettlauf um die Grundsicherung ausgebrochen als ob jetzt gar ernsthaft Probleme gelöst werden sollten. Obwohl die Schwarzen in der ersten Runde der KapitulationsKoalitionsverhandlungen mit den Roten gar nimmer weiterreden wollten, weil die plötzlich irgendein Grundsicherungspapier aus der roten Tasche vom Gusi gezogen haben. Jetzt schlägt das abgehalfterte Imperium zurück mit einem GrundExistenzsicherungsmodell Marke Bartenstein, dem offenbar plötzlich eingefallen ist dass er schon immer ein Faible für die Armen im Lande hatte. Schaut ungefähr so aus wie bei das rote Modell, von dem er auch noch stolz zu Protokoll gibt dass er es nicht kennt, nur dass halt 700 dort steht, wo bei der SPÖ 800 steht, na und natürlich muss irgendwo auch drinn sein, dass nur "arbeitswillige" Arme gesichert werden, wo kämen wir sonst hin. Wahrscheinlich könnte man in den Verhandlungen noch einen ministeriellen Schuhrabatt für alle rausholen, aber dann aus.

Dass Kapitalisten auch Visionen haben können zeigt unserem kleinen Pharmaunternehmer mit einem ministeriellen Existenzsicherungsjob ein Drogist.Der dm-Marktgründer Götz Werner geht mit seiner schon vor längerem im brand eins veröffentlichtem Interview auf ein Grundproblem der Grundexistenzsicherung ein: Wer würde einen schlechtbezahlten (und nehmen wir an: nicht besonders interessanten) Job annehmen, der gleichviel bringt als eine Grundsicherung? Seine radikale Lösung: Viele, wenn sie trotzdem ihre Grundsicherung behalten können. Natürlich gehört zu der Idee noch ein ganzer Rattenschwanz an anderen, u.a. mit welchem Steuersystem dass dann zu finanzieren wäre und warum überhaupt noch jemand arbeiten würde, wenn es ohnedies monatlich (ein bisschen) Kohle aufs Konto gibt, aber das kann man ja alles nachlesen. So schaut's also aus wenn Kapitalisten richtige Visionen haben.