30.9.06

Postorange

Die Kunsthalle denkt schon an den Tag danach und macht eine Ausstellung Postorange. Orangeade irgendwer?

Wählen, aber – ähm, – richtig!

Das haben sie aber gut hingekriegt, die kleine Wahlhilfe für Spätentschlossene vom Ö1 Mittagsjournal. Zuerst der Herr Bundespräsident, der schön artig sagt, bitte liebe Ösis, geht doch wählen. Dann der Herr Bundeskanzler, eindringlich, "Bei dieser Wahl geht es ums Wählen", im Gegensatz zu früheren und künftigen Wahlen, und zwar natürlich den wählen, der's kann. Quasi die Zweite Republik mit den eigenen Händen aufgebaut, oder zumindest das Museumsquartier als schwarzer Junior in einer roten Regierung gegen den Widerstand der Roten in Wien aufgebaut (welche Streiche einem doch die Erinnerung spielen kann, die uns da sagt, dass die Schwarzen in Wien erbitterten Widerstand Marke Leseturm geleistet haben. Nee, der Schüssel hat's aufgebaut!). Und überhaupt: Die Mitte! Die Mitte!

Ja und als wir dann erwarteten, dass die anderen ("vier auf der Linken, zwei auf der Rechten", @ Schüssel) auch noch ein bissl sagen dürfen worums ihnen bei dieser Wahl geht (auch ums Wählen?) war's auch schon wieder aus mit der öffentlich-rechtlichen Wahlinfo an diesem Vorwahlsamstag, und der Herr – ähm, – Politiloge Plasser, – ähm, – durfte dann noch ein bissl lang – ähm, – faseln worums – ähm, – an diesem Sonntag geht, nämlich ums– ähm, – Wählen. Aber natürlich ums – ähm, – richtig – ähm, – wählen.

29.9.06

Peinlich

Der Standard macht auf News. Und zwar ohne Abstriche. Auf standard.at zeigt, wie vor ein paar Wochen News-Dino Alfred Worm, Standard Redakteurin Irene Brickner die morgige Ausgabe mit einem Kampusch-Interview Beweisfoto am Cover in die Kamera. Frau Brickner schaut dabei sehr stolz und glücklich aus. Vielleicht ist die Aktion als Persiflage gedacht? Das wäre dann eh ganz OK. Wenn nicht, wirkt die Geschichte eher peinlich. Vielleicht sollten sich die Standard-Leute, dass Christine Nöstlinger Interview Jenseits der Schamgrenze (abgedruckt im Standard) nochmals zu Gemüte führen.

Die Hitze vor der Wahl

Muss man doch alles positiv sehen mit der Wahl, Genossen: Wir hatten den heißesten Herbst fast schon seit Menschengedenken. Jetzt also amtlich, dass heiße Luft zu lokalen Klimaerwärmungen führt: "Im Süden Österreichs wurden noch nie solche Rekordwerte gemessen", vermeldet ZAMG (die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik, die kandidieren leider nicht, sonst würd'ma sie glatt wählen). Dort war die heiße Luft offenbar besonders heiß, reicht womöglich doch noch für das orange Grundmandat. Wärmer wars in Wien nur 1947 (haben da die Kommunisten geputscht?). Man sollte die Wahl vom 1. Oktober glatt auf den 1. November verschieben. Wo bleibt nur die von anderer Stelle konstatierte Kälte im Land?

Die Qual vor der Wahl II

Wen wählen? Noch zwei Mal schlafen, wenn das ob der Aufregung überhaupt geht, und dann ab in die Wahlkabine. Schwarz geht natürlich nicht. Schlüssel, Gehrer, Molterer & Co noch ein paar Jahre, das ist rein gesundheitlich nicht zu schaffen, politisch will man gar nicht darüber nachdenken. Vielleicht auf Zufall wählen. Zeigt die Ampel vor dem Wahllokal rot, ist Gusi am Zug, bei grün bekommt Van der Bellen das Kreuzerl. Orange gilt natürlich nicht. Will man Schüssel abwählen, wäre rot wahrscheinlich am gescheitesten. Stellt sich die Frage, ob man da nicht die Pest mit der Cholera tauscht. Grün heißt wahrscheinlich Schwarz/Grün. Auch nicht besser. KPÖ? Für die paar Promille lohnt sich nicht einmal das aufstehen in der Früh. Die haben mit ihrer Forderung 30 Wochenstunden zu vollem Lohnausgleich nur so nebenbei die Lehrer vergrämt. Für Leute die maximal 20 Stunden die Woche arbeiten, ist das eine sehr gefährliche Drohung. Gibt es noch den Vorarlberger. Fehlanzeige. Die nasale Wichtigtuerei hält keiner aus. Ungültig wählen? Auf Neuwahlen spekulieren? Es bleiben ja noch ein paar Stunden.

Die Qual vor der Wahl

Früher war das mit dem wählen um ein Hauseck unkomplizierter. Einmal SPÖ immer SPÖ, einmal ÖVP immer ÖVP. War der Papa ein Roter, war man auch ein Roter, war der Papa ein Schwarzer war man auch ein Schwarzer. Die komplette Verwandtschaft hielt sich an das Schema. Mischehen kamen praktisch nicht vor. Hin und wieder gab es blaue Ausreißer - aber keine Rosen ohne Dornen. In der Früh wurde gewählt, Mittag gab es Schnitzel, am späten Nachmittag die Hochrechnung, dann Freude oder Ärger, je nachdem. Basta.

Weisheit der Billa-Kassierin

Für das bevorstehende Wochenende wie auch sonst lässt sich von der Weisheit der sprichwörtlichen Billa-Kassierein im Markt an der Freyung lernen: "Ich sag dir: Keep smiling, die Gedanken sind frei und alles andere zählt net." Des sag'ma uns a.

Frechheit




Österreich deckt auf. Jetzt ist es aber wirklich genug. Wie lange wollen wir den da noch zu schauen? Vor allem der Eine ganz hinten links oben, wie der gemein grinst, das ist sicher ein Illegaler.

28.9.06

Thurnher for President!

Dieser Wahlkampf war ja echt sch... Die TV-Konfrontationen sowieso. Aber einen Lichtblick gab es doch: Ingrid Thurnher. Nicht die ORF-typische Selbstverliebtheit, sondern gute Fragen, gute Choreographie und vor allem gute Laune. Bravo! Die Parteien werden beim nächsten Quereinsteiger-Bedarf Schlange stehen.

Böser Alkohol!

Wer sich an "Trawnicek und die Wahlen" erinnert, der weiß, dass damals in den 50er Jahren an Wahltagen in ganz Österreich ein strenges Alkoholverbot galt. Zum Leidwesen Trawniceks. Heute ist das anders: Mit der Nationalratswahl 1979 wurde das Alkoholverbot aufgehoben und seither darf man bei uns auch an Wahltagen hemmungslos bechern und zechern. Aber Hand auf den Bierdeckel: Mit welchem Effekt? Ab 1979 ist es in Österreich politisch nur noch bergab gegangen: Keine absoluten Mehrheiten mehr, windige Koalitionen, der Aufstieg Jörg Haiders und seines Abziehbildchens, das Auftauchen der Grünen, das Auf- und Wieder-Abtauchen der Liberalen, ein Irrtum namens Hans-Peter Martin … Kurzum: Nüchternen Wählern wäre das nicht passiert. Wir fordern ein Alkoholverbot!

Finale Botschaften



Das Ende ist nahe.

Da gluckst der Garstinger!

Ach, das junge Glück einer eben von der ÖVP mit dem Mutterkreuz geadelten frischgebacken parteifreien Justizministerin: Wenn Uschi "Ich habe einen Traum" Fellner bei Frau Garstinger anruft, quasi Lichtgestalten unter sich, dann gluckst es. Weil Mäxchen noch gestillt werden muss, und dann ab ins ministerielle Hinterzimmer, wo zum Glück eine Sekretärin und ein Pressesprecher sich auf Steuerkosten bei der Betreuung des Säuglings abwechseln, wie uns Österreich leider fotolos berichtet. Glückliches Österreich: Nicht nur dass du keinen Pflegenotstand nicht hast, auch die Kinderbetreuung von Ministerinnen ist bestens gelöst.

27.9.06

Du und das Tier

Jetzt mal ehrlich: Wissen Sie, was am 1. Oktober für ein Tag ist? Na? War da nicht was? Denken Sie nur in Ruhe nach. Immer noch nichts? Na gut, dann sagen wir´s Ihnen: "Am 1. Oktober gibt es das traditionelle Schwanzwedeln in Tulln an der Donau. Rund 2500 Hunde aus einem bunten Spektrum von 240 Rassen finden sich zur Internationalen Hundeschau in Tulln ein", weiß der Pressetext zu "Du und das Tier, Internationale Hunde-, Katzen- und Kleintierausstellung".

 1. Oktober in Tulln: "Beißt er, der Wolfi?" - "Sitz, Gusi!" - "Is a Manderl oder a Weiberl, der Westi?" - "Mein Gott, is der liab, der Sascha!" -  "Tu das Gacki in das Sacki, Strache!" Wuff. 

Furchtbares Ende


So schlimm wird's ja wohl nicht kommen. Aber in Bad Goisern hat Haider offenbar noch beste Beziehungen zum örtlichen Plakatierer.

Neuanfang

Nach diesem üblen und schmutzigen Verrat von Frau Gastinger, der sich mit Knittelfeld locker vergleichen lässt, wäre es für Herrn Haider doch an der Zeit, sich von diesem unverlässlichem BZÖ-Lumpenpack zu trennen und eine komplett neue Fraktion aus dem Boden zu stampfen? Weil mit Frau Gastinger ist es ja noch lange nicht getan, da wird noch was nach kommen, spätestens kommenden Sonntag punkt 17.00 Uhr.

Garstinger, die Zehnte

    Arme Karin! Zum zweiten Mal ist die heldenhaft aus dem BZÖ ausgetretene Justizministerin jetzt schon im Bundeskanzleramt vorstellig geworden und wieder hat sie kein Angebot von der ÖVP bekommen. Sieht so aus, als würde der Kanzler die neue Chef-Liberale mit Anti-Haider-Gloriole an der ausgestreckten Hand verhungern oder jedenfalls noch zappeln lassen. Hauptsache, die Sache bleibt in den Schlagzeilen und verdrängt dort unsympathische Sofia-Reise-Geschichten. Die interessieren doch wirklich keinen.

    Und die arme Karin organisiert sich derweil selbst ein Personenkomitee für ihre Wiederbestellung als unabhängige Ministerin. Ah ja, und kandidieren für den Nationalrat tut sie auch. Auf der Liste des BZÖ. Alles klar?


Eifersuchtsdramen unter Hochhäusern

Randgedanke aus New York: Das Empire State Building ist ein wahrer Krisengewinnler der 9/11 Terroranschläge und dem Kollaps des World Trade Center. Vorher stand es im Schatten der Zwillingstürme (natürlich nur bildlich gesprochen), seither pilgern New-York-Besucher wieder zum Empire State und auch für die New Yorker ist es offenbar eine tröstliche Präsenz; es hat übrigens 1945 die Kollision mit einem zweimotorigen B-25 Bomber im Nebel überstanden.

Wenn es Eifersuchtsdramen unter Hochhäusern geben könnte: Das Empire State Building hätte ein starkes Motiv gehabt.

26.9.06

Keine Verschwörung

Der Austritt von Frau Gastinger aus dem BZÖ kam für die ÖVP natürlich wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Niemand aus der schwarzen Truppe hätte je damit rechnen können. Das sind ja keine Hellseher. Die Verschwörungstheorien von BZÖ und SPÖ sind allesamt Blödsinn. Der Beweis: Vor lauter Überraschung hat zum Beispiel das verdiente Mitglied der mittlerweile staatlich anerkannten „Kretzn-Parade” (Westi, Strache & Co), mehr als einen Tag gebraucht, um auf seinem Wahlblog eine Liste von Journalisten aus dem Ärmel zu schütteln, die, angefangen vom Fredi Worm über den Krone Kindermann bis hin zum Kurier Kotanko, Frau Gastinger extrem super, extrem unabhängig und extrem klasse finden. Hätte der Reini das vorab gewusst, wäre er doch viel schneller mit diesen wichtigen Background-Infos online gegangen. Der Mann ist Profi. Lopatka weiter: „Natürlich bleibt die Frau Gastinger Ministerin.” Und morgen, da wird der Herr Kanzler dann Nägel mit Köpfen machen. So hat das der Herr Lopataka zwar nicht geschrieben, aber gemeint hat er es auf alle Fälle so.

Kropferter Freunderlkreis

Meingott, da kommen uns gleich die Krokodilstränen: Weil das schwarz-blau-reformierte ORF-Gesetz die Wiederwahl der Frau Lindner und ihrer Mücke nicht garantiert hat, soll man's am besten gleich wieder abschaffen, wünscht sich der Pate des schwarzen Freunderlkreises im ORF-Stftungsrat Kurt Bergmann. "Das ORF-Gesetz ist so notwendig wie ein Kropf" -- klar, wenn es den Schwarzen nicht einmal die Macht sichert.

Der Mann setzt für die ÖVP eine Wahl nach der anderen in den Sand, erst war's die Ferrero-Waldner, die den linken Emanzen zum Opfer fiel statt dass sie vor ihr flach gelegen sind, jetzt noch das blamable Debakel im ORF. Man braucht ja kein Freund des orangen Alptraumteams des Herrn Wrabetz zu sein, aber gell Herr Bergmann: Demnächst schaff ma auch den Bundespräsidenten ab, wenn die ÖVPler keine Mehrheit mehr dafür bekommen. Wär ja noch schöner wenn die anderen die Wahl mit usneren Gesetzen gewinnen!

Gastinger, Grasser...

... da baut sie einen Grasser, die Frau Justizminister. Geht wenn es mit den jetzt Orangen nicht mehr geht, damit sie ihre Karriere als "parteifreie" Justizministerin fortsetzen kann, das hatten wir doch schon mal? Klever & Smart, der Kanzler wird's zu danken wissen. Andererseits: Wenn es der Gusi doch noch schaffen sollte (nur mal aus "Neuer Fairness" heraus mal so dahingesagt) dann wär ja die Heide Schmidt für die Position im Rennen. 

25.9.06

Garstige Gastinger

Garstinger tritt aus dem BZÖ aus. „Die Partei sei ausländerfeindlich“, so ihre Begründung. Da ist sie eh bald drauf gekommen. Eine echte Blitzgneisserin. Aber das dürfte es gewesen sein mit dem BZÖ. Es darf gewettet werden, wo sich Frau Garstinger demnächst bewerben wird?

Kompetenz Team

Mal angenommen, die SPÖ unter Alfred Gusenbauer liefert das Wunder vom 1. Oktober und wird Stimmen stärkste Partei. Mit wem geht Gusenbauer in die Regierung? Wer sind seine Leute? Wie wird er die Ministerposten besetzen? Vor Jahren war die Rede von einem Kompetenzteam. Was ist davon übrig geblieben? Cap, Bures, Matznetter? Hallo liebe SPÖ, ein bisschen ein Name Dropping könnte nicht schaden.

24.9.06

Hubert?

Nicht, daß wir nach diesem Wahlkampf nicht genug von den Politikern hätten. Und nicht, daß er uns wirklich abgehen würde. Aber wo ist eigentlich Hubert? Dunkel erinnern wir uns an einen patenten Vorarlberger, der doch wirklich von sich selbst überzeugt und mit Tempo 160 unterwegs war, der jedes Pressefoyer belebte, sich zwischendurch als ländlicher Ober-Liftwart ins Spiel brachte und und weiß Gott viel zu sagen hatte. Und jetzt? Wo ist er? Als Vizekanzler ist er uns geschätzte 17.000 Euro monatlich wert, und das bis zur Bildung der nächsten Regierung rund um Weihnachten. Also mindestens noch drei Monate lang. Macht 51.000 Euro. - Hubert? Huuuuuubert???

Schüssel niederbügeln!

Endspurt zur Wahl, jetzt fallen die letzten Hemmungen und in ihrer Verzweiflung greifen die Linken zum äußerten: SCHÜSSEL NIEDERBÜGELN! Jawoll, "am Dienstag, dem 26. September, werden der NR-Abg. Caspar Einem, der NR-Abg. Jan Krainer, der Wiener Gemeinderat Andreas Schieder und der Wiener Gemeinderat Jürgen Wutzlhofer (sorry, der heißt wirklich so, aber Schwamm drüber) zeigen, was es heißt sich "flach hinzulegen": Um zehn wird vor dem Kanzleramt gnadenlos protestgebügelt um unserem Chauvi von einem Kanzler zu zeigen, wie man Emanzen mit links flach legt.

23.9.06

Die Basis spricht.





Wahlkampf in Tulln. SPÖ Stand. Die Wahlwerber: zwei Herren, drei Damen. Altersdurchschnitt: 60 Plus. Meine Frau mit zwei kleinen Kindern wird nicht beachtet. Niemand drängt Prospekte auf, niemand grüßt. Meinem zwei jährigem Sohn wird sogar der Luftballon verwehrt. Kurz: die Basis lässt sie unbehelligt vorbei marschieren. Ich frage eine der freundlichen Wahlwerberinnen (siehe Bild), ob man denn guter Dinge sei? Dann erklärte ich ihr, dass mein Vater 30 Jahre lang als sozialdemokratischer Bürgermeister im fernen Oberösterreich werkte. In guten Jahren knackte er sogar die 80 Prozent. Der Großvater saß für die Partei sogar im Landtag. „Das ist aber schön,” war die Dame jetzt erfreut: „Geh gib dem Kind a Manna,“ sagte sie zu einem Mann der hinter einem Stand Prospekte zählte. „Aber mein Vater wird erstmals nicht mehr die SPÖ wählen,“ antwortete ich. „Weil er sagt, die haben seine Ideen verraten. Mitgliederbeitrag zahlt er auch nicht mehr. Und wenn Sie ihm noch einmal die Victor Adler Medaille antragen, dann vergisst er sich vielleicht.“ „Geh, gib dem anderen Kind a a Manna. Wollens vielleicht an Schlüsselanhänger dazu“, murmelte sie. „Sehr freundlich, aber nein Danke,” sagte ich. „Ja, dann auf Wiederschauen,” antwortete sie knapp und ging ab.

Vor-der-EU-Erretter

Alle so ungerecht zu unserem Hans-Peter Martin, die Betrugsbekämpfer von der EU werfen ihm sogar glatten Betrug vor bei der Abrechnung von Büropauschalen für Mitarbeiter, die's gar nicht mehr gibt. (Übrigens ein häufiges UHPM-Phänomen, weil die Zahl seiner Ex-Mitarbeiter und Ex-Kollegen, die binnen kurzem mit ihm nicht mehr konnten, Legende sind). Und wir erinnern auch noch an die ungeklärte Frage der Wahlkampf-Steuersubvention, wo immer die Million oder was es war, hingekommen ist.

Wetten dass die Krone am Sonntag ein passendes Gedichterl vom andern Martin ausreiten lässt zur Verteidigung? Wie wär's mit:

Er erweckt den Zorn der Götter,
Unser aller Vor-der-EU-Erretter,
drum tut die Olaf ihn eintunken
weil er noch immer tut aufmu(n)ken.
Doch uns, hans peter, ist das wurscht,
weil du so bist ein fescher bursch(t).


Stellen wir gegen einen kleinen Unkostenbeitrag gern zur Verfügung.

Zum speib'n (2)

Die Liesl Gehrer nimmt ja das Wort "Pisa" inzwischen so in den Mund wie andere Regierungsmitglieder "Emanzen", weil man sich die Schule nicht von irgendwelchen ausländischen Gremien wie der OECD, die von den inländischen Gesamtschul-Linken ferngesteuert sind, schlechtreden lasst.

Aber jetzt ist es wirklich amtlich, und das von heimischer medizinischer Stelle: Die Schule ist zum Kotzen -- das haben 150 arme Eisenstädter Schülerinnen und Schüler leider zu Protokoll geben müssen.

Indes trainiert Liesl Gehrer fleissig politisches Kopfrechnen für ihren persönlichen Pisatest am übernächsten Sonntag:

22.9.06

Zum speibn

Jetzt ist es soweit. Der Wahlkampf wird zur Qual. Man kann es nicht mehr hören, man mag es nicht mehr sehen. Schüssel, Gusi, die komplette „Kretzn-Parade” einfach zum speibn. Das ist so wie in der Vorweihnachtszeit eine Million mal Stille Nacht hören. Am Anfang OK, mit der Zeit eine Tortur. Oder wie bei einer Hitzwelle das Freibad stürmen. Die erste Woche haut man sich ins Chlor wie nix, spätestens den zehnten Tag geht dir das so auf die Nerven, dass du nur mehr im finsteren Keller auf Regen warten magst. Auch dem Bundespräsidenten geht’s schon auf den Sack. Die sollen sich jetzt alle zusammen reißen, hat er gemeint. Das haben auch seine Vorgänger pro Wahlgang immer einmal sagen müssen. Das steht im Regelbuch für Bundespräsidenten auf Seite 1: im Wahlkampf nicht aufs mahnen vergessen!

Zahlenakrobat

1 Milliarde, 300.000, 60.000, 50 Prozent mehr, verdoppelt, von 10 % auf 20 %, 30 % reduziert, 500 Millionen, 30.000 mehr, um 40 % gesteigert, 1 Milliarde, 300 Millionen, ……………

nachtrag zum kanzlerduell - wolfgang schüssel ist ein wahrer zahlenakrobat - in jedem satz zahlen, zahlen, zahlen, das bemerkenswerte dabei, nicht nur, das herr schüssel alles im kopf hat, die zahlen sind auch alle rund - das gibt es keine 97 millionen - nein 100 millionen müssen es sein, keine 14 prozent, nein 20 prozent - da muss alles seine ordnung haben

Somewhere over the (orange) rainbow

Man muss dem neuen Herrn Generaldirektor am Küniglberg dankbar dafür sein, dass er gar nicht erst große Illusionen über sein Kaliber aufkommen ließ: Das ist ganz und gar der Abtragung oranger Verpflichtungen in der so genannten Regenkoalition verpflichtet. Also haben wir: Elmo "der Problembär" Oberhauser, gilt inzwischen schon als oranges Urgestein, besondere Auszeichnung: Fussballübertragungsrechte vergeigt. Künftig will er auch wieder am Bildschirm erscheinen -- wahrscheinlich gibts dafür eine EU-Förderung für das neue 16:9 Breitleinwand-Format.

Der von Haider nominierte Sportreporter war zu blöd nur zu tun, was er sollte, nämlich nichts, und machte so früh sein Maul auf, dass man ihn nur als Kärntner Landesdirektor um 200.000 Euro jährlich verräumen konnte, aber nicht in die Argentinierstraße als Hörfunkdirektor.

Den muss darum jetzt ein anderer Haider-Hofberichterstatter abgeben, der bisherige Landesdirektor Willy Mitsche, der sich österreichweit dadurch hervorgetan hat, dass er 2001 den Pressesprecher vom Haider den Haider in New York aufnehmen ließ und das dann als eigenen Bericht verkaufte. "Elektronische Presseaussendung" nennt sich das dann. Warum Mitsche überhaupt Hörfunkdirektor werden muss, außer durch die Rochade gleich zwei orange Schuldschein abzuzahlen, ist schleierhaft: Im Radio ist alles bestens, da bleibst alles so wie's ist, Änderungen sind keine vorgesehen.

Dann haben wir da noch den Prantner, der dem anderen Onlinekoffer nachfolgt, hüllen wir den gnädigen Mantel des Schweigens über dieses opportunistische Orangerl.

Bemerkenswert jedenfalls, wie das BZÖ seine Insolvenz vor der Konkursverhandlung am 1. Oktober abwickelt: Schlägt aus jeder kleinen Verbindlichkeit noch Kapital für die Zeit danach. Und für den Westi wird sich auch noch wieder ein Posterl beim Onkel Frank finden.

20.9.06

Was Parteien so im Keller haben

In einem verschwiegenen Haus im 7. Wiener Gemeindebezirk, die Adresse ist uns bekannt und notariell beglaubigt, haben wir den Parteienkeller entdeckt. Wir sind sicher, da sind noch etliche Leichen drin versteckt und haben uns schon mal nach dem passenden Schlüssel umgeschaut. Wenn das nicht noch wahlentscheidend werden kann.

Good News

"Minigolf boomt wieder in Österreich. Schön. Ein Zeichen für eine neue Bescheidenheit. Man will sich ganz einfach nicht mehr mit Golfrüpel Marke Elsner auf den Platz stellen.

Klartext II

Nach Mainoni redet jetzt auch der Regierungschefe Klartext: "Wäre ich ein Linker, würde die ganze Emanzentruppe vor mir flach liegen“, soll her bei einer Veranstaltung gesagt haben. Mit diesem Sager wolle der galante Wolfi seine Frauenpolitik loben. Das ist ihm gelungen.

Tränen für Moriz Elsner

Eins ist sicher: Moriz Elsner hat einen strammen Arsch, wie er da aus dem Wahlspot der ÖVP am Morgen danach aus dem Bett ins Badezimmer geht, während die Geliebte träumerisch vor sich hinlächelt... bis sie das Beitrittsformular zur SPÖ entdeckt, dicke Tränen weint und fluchtartig die Wohnung des Geliebten verlässt. Auf dem Beitrittsformular steht als Name "Elsner Moriz", weil unter richtig perfid tut's der Lobatka nicht -- der Sohn der Sekretärin vom Elsner, die mit dem schönen Haus im Burgenland, heißt Moritz.

Aber, aber, Herr Lobatka, sollten sie es nicht mit ihrem Kanzler in Pflegedingen halten und sich mit dem richtigen Feind anlegen?

Klartext

In Ungarn redet die Regierung Klartext. Der Regierungschef gibt offen zu, dass man nichts weiter gebracht und das Volk nur angelogen hat.

Vorreiter für diese Offenheit dürfte BZÖ-Staatssekretär Mainoni sein. In einem Interview mit der "Zeit" hat er bereits 2004 die Hintergründe der Wiedergutmachung an NS-Zwangsarbeitern. enthüllt. Die Zahlungen seien dazu benutzt worden, um die internationale Isolation nach der schwarz-blauen Koalition im Jahr 2000 zu durchbrechen, so Mainoni. Der ehemalige FPÖ- und nunmehrige BZÖ-Politiker Mainoni wörtlich: "Da haben wir uns eingekauft." Und weiter: "Da haben sich die ÖVP und die Freiheitlichen ... zusammengesetzt und überlegt: 'Okay. Wie viele Milliarden kostet uns das?' Und dann haben wir das gemacht. Damit haben wir auch den Rücken frei gehabt gegenüber den jüdischen Organisationen."

Bekannt wurden Mainonis Aussagen erst jetzt auf Grund einer Studie des Sozialwissenschaftler Oliver Geden von der Berliner Humboldt Universität zum Thema "Diskursstrategien im Rechtspopulismus".

Ein dicker Brocken, sag ich mal. Und hallo liebe Innenpolitik-Journis? Wie konnte man so einen „Sager” zwei Jahre lang verschlafen????

Update: Ein bissl ist die Ehre der Ösi-Journaille ja doch wieder hergestellt, weil die Geschichte in der Zeit stammt von Florian Klenk, früher Falter, der übrigens ein gutes Blog macht.

19.9.06

Der Wahlkampf? A matte Sache.

Was, Travnicek, halten Sie vom Wahlkampf? "Der Wahlkampf, der Wahlkampf? A matte Sache." Schleppt sich dahin wie ein Strudelteig, zum Glück eh bald wieder aus.

Aufs Bawag-Ringelreien springen immer mehr Promi-Pensionisten und Fast-Pensionisten auf, nachdem er grad noch dem Elsner seine letzte Aufwartung an der Cote d'Azur machte drückt jetzt der Josef Taus dem Franz Vranitzky demnächst im Bawag-Ausschuss im Parlament die Klinke in die Hand, womit sich die Million Schilling für den Vranitzky, die der Flöttl in die Schlacht warf, quasi mit den Millionen-Euro-Krediten der Bawag für die diversen Deals des Ex-ÖVP-Obmanns (Mobtel Bulgarien, Mobiltel Serbien und so) egalisiert.

Derweil versucht das siamesische Duo der Grauslichkeiten Westi und Hazeh einen Ausländerwahlkampf zu führen, aber irgendwie wird nix mehr draus, zweimal grauslich ist einmal wurscht, und gegenüber dem Original: Ein matter Abklatsch. Apropos Original: Nur noch ein Schatten seiner selbst, grad noch dass er ein trübes Fax in die Kamera halten und noch von einer Liechtensteinischen Stiftung des Herrn Flottl faseln kann, als ob das noch was ändert.

Von unserem Herrn Hans-Peter Martin hör ma nix, obwohl der Martin in der Krone sich täglich am liebsten zwei Schüttelreime runterholen tät damit er doch noch der weiße MATIN ein Doppelgehalt als Parlamentarier in Wien wie zu Strassburg beziehen kann. Die Grünen garantieren, das man's nicht bereut wenn man sie wählt und dass sie außerdem eh für alle Frauen da sind, aber für kane Männer, und überhaupt: Das Gute hat schon gesiegt wenn es es nur gibt, garantiert. Und die Roten probieren sich, wie ehrenvoll, als Bildungsbürger, die eines Tages für die besseren Schulen sorgen, als ob das das Volk bewegt.

Derweil lehnt sich der Schüssel zurück (gibt es den Kanzler überhaupt noch, außer als kollektive Projektion?), sein Pflege-Nannygate hat sich in der Alle-tun-es-Wolke vom Bundespräsident abwärts aufgelöst und überhaupt wird ja jetzt alles legal. Der Wahlkampf, der Wahlkampf? Wie gesagt: A matte Sache.

ÖVP unter Feuer

Ha, gegen die Sorgen von Herrn Lopatka sind die des Papstes ein Lercherl: Heute informierte mich die Jungbauernschaft des Bezirks Ried/I. über einen besonderen Akt des Vandalismus: Die mit viel Aufwand arrangierte Strohballen-Wahlwerbung am Rande der Bundesstraße nach St. Georgen/O. wurde in der Nacht von Unbekannten niedergebrannt. Die von weiten Teilen der Bevölkerung kritisierte Radikalisierung des Wahlkampfs in Ton und Aktion ist das Ergebnis der unnötigen Verschärfung des Wahlkampfs durch die SPÖ.

Am Blog sind natürlich Beweisfotos zu sehen. Jetzt ist natürlich „Schluss mit Lustig”.

Wir vom Politburo fordern den Bundespräsidenten auf, jetzt schön langsam in die Gänge zu kommen, um dieser brutalen Wahlschlacht ein Ende zu bereiten. Herr Fischer Sie sind am Zug, oder sollen noch weitere Strohballen brennen?

18.9.06

Schützt den Großinquisitor!

Also ehrlich, wir haben uns ja nicht gedacht, dass wir an dieser Stelle je in die Verlegenheit kommen würden, seine Heiligkeit den Großinquisitor in Schutz nehmen zu müssen. Aber jetzt das: Da zitiert der Mann einen byzantinischen Kaiser, der bald darauf wenig Freundlichkeit von den Osmanen erfuhr, um über das Thema Religion und Gewalt in einem reichlich komplizierten theologischen Vortrag nachzudenken. Und schon wird ihm Mord und Vergeltung angedroht, als ob ein paar Fundis ihm damit bestätigen wollten, was schon der Kaiser Manuel II. Palaeologos über den Islam zum besten gab. Dürfen wir daran erinnern, dass nicht nur auf den dänischen Karikaturisten ein "Contract" ausgesetzt ist, sondern dass auch Salman Rushdie noch immer versteckt leben muss? Oder welchen gewaltigen und gewalttätigen Mist die Vereinigung des Herrn Großinquisitor baute, ohne gleich mit Kreuz oder Schwert bedroht zu werden?

Übrigens ein sehr erhellendes Beitrag über den islamischen Dissens in Fragen Religion und Gewalt im New Yorker, über den "Moderaten Märtyrer".

Spooky Schalle


Ein sehr gespenstischer Auftritt des Herrn Schalle gestern Abend in der ORF-Sendung „Offen gesagt”. Der Mann ist offensichtlich schwer krank. Ich tippe auf Parkinson, leichtes bis mittleres Stadium.

17.9.06

Amigo Affäre

Der Besuch von Josef Taus bei Helmut Elsner in Frankreich schlägt schon Wellen. Dass Taus unmittelbar vor der Verhaftung Elsners diesen noch in seinem "Millionendomizil in Südfrankreich" besucht habe, sei "vermutlich der berühmte 'Zufall' zu viel", meinte FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky heute in einer Aussendung. Der grüne Budgetsprecher Werner Kogler wundert sich, warum sich die ÖVP "so vehement" gegen eine Ladung von Taus und seinen Geschäftspartnern in den kleinen Bawag U-Ausschuss wehre. Gusi, Cap & Co (gibt es bei der SPÖ eigentlich derzeit noch Co?) halten sich noch vornehm zurück. Aber das wird schon. Keine Bange. Der Cap hat sich heute in der Pressestunde warm gelaufen. Der wird die Sache jetzt in die Hand nehmen.

Amigos

Hm, hm, der Taus ist laut Kurier auch ein alter Spezi vom Elsner. Mal sehen wie die Sozis das im Wahlkampf verbraten …………

16.9.06

Der Wiederbekräftiger

Wir erinnern uns: Die "ordentliche Beschäftigungspolitik" der Nazis, © Jörg Haider. Jetzt quasi die ordentliche Wiederbekräfigung durch Jörgs Freund Veit Schalle, Westis BZÖ-Vizespitzenkandidat: Ja, natürlich hat er auch ein paar positive Seiten an den Nazis gefunden, plauscht er im kommenden profil auf die Frage, was denn er von der "ordentlichen Beschäftigungspolitik" halte: "Was natürlich schon beeindruckend war, was die trotzdem für ein Wirtschaftsprogramm aufgestellt haben. Das kann man sich aus heutiger Sicht gar nicht vorstellen." Aber leider, leider, "mit Zwang geht's wahrscheinlich nicht. Das kann kein Vorbild sein." Stell dir vor es wär mit Zwang gegangen, nicht auszudenken auf was für Ideen der Mann noch gekommen wär.

Aber natürlich alles quasi nur gedrucktes Missverständnis, am Samstag die Selbstkorrektur per Aussendung in der APA, "Ich habe in meinem ganzen Leben nie positive Aspekte am NS-Regime gesehen", und so weiter und so fort. Drum ist die Sache auch schon "meinen Anwälten übergeben" – zwecks Selbstanzeige wegen Wiederbetätigung? Wir übergeben uns.

Und nur damit's im kommenden Getöse nicht vergessen wird noch dieses Best-of-Schalle-Recycling durch Schalle himself im profil: "Die Slowenen hatten als Minderheit immer mehr Vorteile als die große Masse. Daher hat niemand verstanden, dass sie permanent schreien."

Life & Style bei Elsner

Dem Vernehmen nach soll die Staatsanwaltschaft damit gerechnet haben, dass der schöne Marcel alias die diebischeder Elstner sich freiwillig ins Graue Haus flüchtet, wenn er erst einmal intime Bekanntschaft mit Les Baumettes im malerischen Marseilles geschlossen hat. Aber da haben sie sich getäuscht, politburo.com kann seinen Lesern die erste Home-Story aus dem Herzen des nach Bouillabaiss duftenden neuen Elsnerschen Domizils liefern:


(Anklicken für detaillreiches Bild)


Die Planungen für alle nötigen Umbauarbeiten auf dem weitläufige Areal sind bereits im Gang, noch im Winter rechnet die Anstaltsleitung Developer-Gruppe rund um Elsner mit der Baugenehmigung von höchster französischer Stelle. Auch an eine liebevolle Restaurierung des Interieurs, Original noch aus den Gründerzeiten des 19. Jahrhunderts, ist gedacht, das vorläufige Quartier im Südflügel wurde (Bild links) bereits standesgemäß herausgeputzt.

(Als mediengesetztreues Blog beeilen wir uns hinzuzufügen: Naturgemäß GILT DIE VOLLE UNSCHULDSVERMUTUNG.)

Münder und Ohren

Also sprach Peter Westenthaler zu HC Strache 1: "Herr Strache, ohne Jörg Haider würden Sie heute noch Gebisse schnitzen!"
Also sprach Peter Westenthaler zu HC Strache 2: "Herr Strache, wissen Sie, warum Sie einen Mund, aber zwei Ohren haben? Damit Sie zuhören und nicht immer reden!" - Wenn wir nächstens in der Schule das Aufsatzthema "Das war ein lustiger Fernsehabend" bekommen, schreiben wir sicher über gestern Abend. Zum Dank wollen wir beiden In-Diskutanten eines wünschen: Ohren, Ohren, Tausende Ohren!

15.9.06

TV-Verbot

Heute Strache -Westenthaler. Man muss sich nicht alles anschauen. Ich geh eh morgen in den Zirkus.

News' Nannygate

Da schaust her, wie die "Frau Maria" im News vor ein paar Tagen auspackte wie das mit der Pflege in der Familie Schüssel war, fast schon wie eine der Pflegeexpertinnen, die in diesen Wochen zu Wort kam. Aber die "Frau Maria" war eine falsche, das News entschuldigte sich artig bei der Ersten Pflegefamilie, deren Anwalt grollt. Jetzt schreibt Hans Weiss im Standard, einen Jux wollt er sich machen: Weil der Pepo Votzi, seines Zeichens News-Chefredakteur gar so zudringlich war und um jeden Preis dem Schüsselschen Nannygate unbedingt "ein Gesicht geben wollte", wochenlang nicht nachgab und mit dem Geld für die Vermittlung wachelte, setzte Weiss eine Newsente in die Welt. Die "Frau Maria" war tatsächlich eine Expertin, als slowakische Pflegerin aufgemascherlt, das News war dankbar und zahlte (auf das Treuhandkonto eines Anwalts). Hoppala, dem Fellner wär des sicher net passiert.

Bet and Jail

Die bWin (früher Bet and Win) Jungs. sitzen in Frankreich ein. Der Vorwurf: Illegales Glücksspiel. Hoffentlich kommt Hauptaktionär Androsch nicht auf die Idee, die da raus holen zu wollen. Die Franzosen sperren derzeit alles mit Austro-Pass ein. Dann kann er sich mit dem Elsner womöglich eine Zelle teilen. Wenn ihnen fad ist, könnten sie ein bisschen Karten spielen. Bodner und Teufelberger nehmen sicher gerne Wetten an. Womit sich der Kreis wieder schließt.

Das Spiel für reiche Bankrotteure

Den richtigen Scoop hatte natürlich Österreich: Der Herr Elsner spielte in seinem verlorenen südranzösischen Paradies nicht wie schlecht recherchierende Medien rundum behaupten Golf, sondern GOLD. Logisch, dort sind also die Milliarden der Bawag hingekommen.

14.9.06

Aber hallo Österreich

Da guckt euch aber wer ganz genau auf die Finger. Österreich Blog.

Handschellen-Golf

War wohl doch mehr ein Herzflattern als was Ernstes, da sind wir aber erleichtert, dass wir den Herrn Elsner jetzt wieder bald zu Gesicht bekommen werden und das noch dazu in Handschellen. Wie ging doch der alte Witz, warum der Elsner so ein Golf-Fan ist? Weil das der einzige Sport ist, den man auch in Handschellen spielen kann. Jetzt noch der Mister Flottl, dann kann die Frau Bures endlich die erwünschte Aufklärung über die Nebenrolle der SPÖ im Piratenstück in der Karibik bekommen. Wenn's es nur aushalt, die Partei! So viel Wahrheit war noch nie.

Volkes Stimme

Ein Land vor einer so genannten Richtungswahl. Sein Kanzler schweigt, die Sozen schäumen, Lobatka hämt. Das lichtbraune Gesocks hetzt zur Abwechslung gegen seinereiner. Martin lässt bei Martin dichten, und die Grünen? Glauben fest an ihre Meinungsumfragen. Ein ganzes Volk im Stockholm-Syndrom fügt sich in sein Schicksal, Four More Years, auf Weglaufen steht sofortiger Entzug der Pension. Das ganze Volk? Nicht ganz, nur vis-a-vis vom Volksgarterl erhebt sich Volkes Stimme und weiß: Auch den Kanzlerwechsel kommt es an. Na dann:

Wenn das nicht ein Omen ist.

Patscherte Bankräuber

Was ist eigentlich mit den heimischen Bankräubern los? Der eine latscht mit seiner Gaspistole aufs Gemeindeamt, nur weil da ein Bankomat ist, und will von der Gemeindesekretärin die Kohle, heut verliert einer auf der Flucht seine Banknotenbündel und seine Bankomatkarte gleich mit dazu, wahrscheinlich überreichen sie demnächst auch noch beim Überfall ihre Visitkarte. Vielleicht könnte Mister Flottl junior einen Volkshochschulkurs "Bank ausrauben, aber richtig!" geben, es ist ja zum weinen wie patschert sich das gemeine Volk anstellt.

Guter Klima?

Im Strudel der ganzen Bawag/ÖGB/Flöttl Affäre bleibt einer konsequent auf Tauchstation: Viktor Klima. Der jetzige Präsident von VW Argentina, früher mit seiner Exfrau Sonja und Hund Grolli Stammgast bei Adabei & Co, war zwischen 1997 und 2000 immerhin auch Bundeskanzler der Republik und davor zwei Jahre Finanzminister. Ist der Bawag Kelch damals an ihm vorüber gegangen? Hatte er mit Flöttl, Elsner und dem Rest der Bande nichts am Hut? Und warum fragt ihn eigentlich niemand zu dieser Causa?

13.9.06

Kanzler ade

Jetzt ist es amtlich: der Fredi Gusenbauer ist ein armer Teufel. Nach dieser Vranitzky/Flöttl Causa (Link nicht notwendig) braucht es keine extra Beweise. Helfen kann ihm keiner mehr. Nicht einmal die Mama. Kanzler ade!

MATIN

Die Weißen sind da. HP Martin hat seine Kandidatenliste präsentiert. Hut ab, der furchtlose EU-Aufdecker fährt ein paar Kapzunder auf, die absolut wählbar sind und diese marode Bananenrepublik wieder auf Schiene bringen. Kurz: da ist für jeden was dabei. Beispiel 1: Nicole Baumgartner , Spitzenkandidatin für Kärnten. Die 30 jährige schickt sich an „ politikverdrossenen Bürgern eine Alternative anzubieten”. Beispiel 2: Harald Brandstätter. Der ledige Student aus Krummnussbaum in Niederösterreich hat genug von Bürokratie, Proporz und Freunderlwirtschaft.

Aus dem Verkehr gezogen wurde hingegen die Spitzenkandidaten für das Burgenland, Gabriele Wladyka. Sie soll gesagt haben, die EU-Osterweiterung sei wie der "Ostfeldzug des Vierten Reichs", und die EU sei ein Völkerkerker. Bumm, starker Tobak. Schade um Frau Wladyka, von der hätte man sich noch einiges erwarten können - und Stimmen hätte sie auch gebracht, Herr Martin.

12.9.06

Skandalometer-Ablesung

Herrlich, was so ein Wahlkampf alles an Leichen aus dem Keller an die Oberfläche hochspült. Derzeit ja quasi richtig Hochwasser, man könnte den Überblick verlieren. Hier die aktuellen Pegelstände des Skandalometers:

• Die Flöttl-Vranz-Connection: Schon früher angedeutet, jetzt heraussen: Der Altkanzler hat von Mr. Flottl junior (der, den der Jung-Finanzminister zufällig auf der Jacht vom Julius getroffen hat) "mehrere zehntausend Euro" bekommen. Nein, natürlich nicht für die Partei, sondern strikt privat, weil er doch so viel über die Euro-Einführung erzählen konnte, was nicht in der Zeitung stand. "Mehrere zehntausend" klingt gut, diese Umschreibung von rund hunderttausend müssen wir uns merken. Reicht für ein paar Pflegefälle in der Familie.

• Die Gruppenreisen des Herrn Landtagsabgeordneten Otto Gumpinger (wir wissen schon, keiner kann was für seinen Namen). Der Gumpinger leitet die "Oberösterreichische Landlerhilfe", die bringt mit dem Programm "Welcome Europe" Ukraninerinnen und Moldawierinnen zum Landlerbesichtigen nach Westeuropa, und der Herr Gumpinger kriegt 450 pro Kopf und Nase (sagt man doch so, oder). Nur blöd, dass das Landlerbesichtigen ganz anders ausfiel als am Prospekt stand. Und der Gumpinger? "Wurde getäuscht und hintergangen!", versichert er uns. Übrigens auch die Mitzi Rauch-Kallat, die mit ihrem Verein "Familiy Business" ab und zu ein bissl unterstützt hat.

• Der Pfegekanzler alias Schüssels Nannygate: Lässt illegale Arbeitskräfte die Schwiegermutter pflegen -- halt! Die Schwägerin war's, die dafür zuständig war, tun Sie sich nur nicht mit dem Falschen anlegen, und war ja nur grau und net schwarz, weil über Verein organisiert und außerdem: Alle tun es, vom Bundespräsidenten abwärts, womit der Skandal schon wieder ein halber war, und damit ma den Rest bis zu den Wahlen auch noch ausräumen tun ma's jetzt legalisieren, also aus.

• Der Jachtverein. Karli-Heinz Grasser besucht seinen Freund Julius auf der Jacht im Mittelmeer, weil wenn'st auf so eine Jacht eingeladen wirst schau'st an Sprung vorbei, und da war dann noch so einer, den hat er aber net erkannt, nur wie sie im später die Bilder gezeigt haben, der hat immer von einem Schatz in der Karibik gesprochen, den er eines Tages noch heben wird, aber da hat der Karli beim Essen wegg'hört weil ihn die FIona unterm Tisch dauern... nein, also mit dem Herrn Flöttl junior habe ich absolut keine Beziehungen, das wär ja noch das schönste, wenn man jeden kennt, den man auf einer Jacht trifft.

• Die Sauna–Reisegutscheine–Freunderl-der-Polizei–Elsner–Bawag–Connections. Fing alles ganz harmlos an, Bulle gegen Bulle, die sich in die Eier unter der Gürterllinie um den Präsidentenposten prügelten. Erst verpfiff soll der Horngacher den Hofrat Geiger verpfiffen haben, dass der sein Spezerl von der Pratersauna, die ein Buff ist, vor einer Razzia gewarnt hat und der Hofrat schaute ganz begossen aus. Aber grad als der Horngacher glaubte er macht das Rennen: Schon tauchen ein paar Reisegutscheine auf seinem Schreibtisch aus, vom Freunderlverein, und dann stellt sich noch heraus, dass das ganze so richtig System gehabt haben soll, wie der Horngacher noch die Wirtschaftspartei geleitet hat. Und wo kommen die Gutscheine her? Irgendwie angeblich vom Elsner und der Bawag, aber wir erzählen da nur so weiter was geschrieben wird, weil: NATÜRLICH GILT DIE UNSCHULDSVERMUTUNG! in voller Härte. Schließlich will keiner einen herzkranken alten Banker in den Hefen bringen, oder gar zwei Bullen.

• Schöner Wohnen im KZ. Der Herrensitz unseres Herrn Wirtschaftsminister war eine kleine Außenstelle des KZ Mauthausen, und die SS hat darin so ein bissl Pflanzenforschung betrieben, ehe die Familie Bartenstein dort später eine kleine Medikamentenpanscherei aufmachte, aber davon hat er natürlich noch nie gehört, und im Ort kann das auch jeder bezeugen.

Haben wir was vergessen? Wir werden's nachtragen.

11.9.06

Braune Rülpser, ja natürlich!

Offenbar gehört zum orangen Wesen die Fähigkeit zum ungustiösen öffentlichen Aufstoßen, so wie uns das der Herr Prinzhorn ja immer wieder vorgeführt hat. Was der frischgekorene BZÖ-Kandidat Veit Schalle an so genannten Jugenderinnerungen in einem zweisprachigen Kärntner Ort mitbringt ist offenbar das orange Eintrittsticket: "Sie schreien permanent und glauben, dauernd neue Forderungen zu stellen. Es ist eigentlich mühsam" erzählte er der Kleinen Zeitung im Interview. Ja, natürlich, er kann's, das laute Schreien, der Herr Schalle.

sex appeal

nach urschl stenzl, urschl plassnik und ingrid wendl verfällt auch die trude aubauer wolfi schüssels charme. und wer genau hinguckt, kann da eine besondere vorliebe des herrn kanzlers feststellen - aubauer, stenzl und plassnik - exakt der selbe typ - groß, blonde haare ……… die würden glatt als drillinge durchgehen - und auch die wendl - obwohl vom haartyp doch ein bisschen anders - passt ins schema - mal sehen wer da noch nachkommt …………

10.9.06

Der Gauleiter der Volkskultur

Der oberste Gauleiter-Stellvertreter Haslauer hat sich "mit Vertretern aller Volkskulturorganisationen aus allen Gauen" getroffen, berichtet seine PropagandaPressestelle. Weil für die Volkskultur ist eine rote Landeshauptfrau quasi der Super-Gau: "Noch nie wurde für die Volkskultur durch das Land so wenig getan wie unter Gabi Burgstaller, die den Funktionären aus der Volkskultur jüngst auch das Gespräch verweigert hat". Wir wissen schon, die Salzburger haben's noch immer mit den Gauen, und der FP-Schnell auch mit der passenden Ideologie dazu, aber vielleicht können wenigstens die Presseaussendungen ein bissl zeitgemäßer tun?

Wir sind Papst-Bier!

Hopfen und Malz, Gott erhalt´s! Da ist doch grad Benedikt XVI. in Bayern, aus welchem Anlass ein Bierstandler in Marktl am Inn im Radio interviewt wurde. Jo mei, sagte er, des G´schäft geht als wia g´schmiat! Nua neili´, da ist a Frau kemma und hat g´frogt: Jetzt sagen Sie mal, guter Mann, ich bin evangelisch, kann ich da trotzdem so ein Papst-Bier bekommen? - Jo freili´, antwortete der Bierstandler, do nehmans am besten glei´die Zwoa-Liter-Flaschen, nachher werden S´fei a no katholisch werden! - So viel für heute über das Geheimnis des Glaubens.

9.9.06

Rechtzeitig danken

Ist zwar noch ein paar Wochen, bis die Volksparteiler ihre Ernte so richtig in die Scheune fahren können, aber man dankt schon mal rechtzeitig: Der Bauernbund bringt auf dem Heldenplatz, wo zuletzt ein Acker war der sich ein Kunstprojekt nannte, schon mal die zahlreichen Wiener Bauern auf den "Geschmack der Heimat", in Sichtweite vom obersten Wiener Großbauern Häupl, damit der Fredl weiß, wo der Wolferl am 1. Oktober den Most herholt.

Orange Alpen-Berlusconis

Irgendwo, irgendwann ist uns der kleine Prinzhorn in unserer schrumpelnden orange-blauen Menagerie abhanden gekommen, gammelt zwar noch immer im Nationalrat um unser Steuergeld herum, aber seit die Lendenkraft erlahmt und seine degutanten Sprüche verstummt sind bemerkt ihn keiner mehr so richtig. Dafür hat jetzt der Westi in seiner Zukunftsvorsorge für die Gestrigen quasi Prinzhorns logischen Nachfolger aus dem Hut gezogen und schickt den alten Jörg-Spezi Veit Schalle in die Nationalratswahl.

Ein rüstiger Pensionist, schon mehr Orangenhaut als Orange, wird Andreas Khol als Seniorenbundobmann die alten Kameraden abspenstig machen. Und ein guter Rechtsverbinder zum alten Prinzhorn, als Vorstand in der Prinzhornschen Privatstiftung. Da kann er leicht künftige Jacht-Einladungen mit dem Vorstandskollegen Julius Meinl V. koordinieren, oder vielleicht auch Vorstandskollegen Veit Sorger noch von ein bissl oranger Sponsorschaft überzeugen. Schön, wie sie da alle versammelt sind, unsere kleinen Alpen-Berlusconis, die sich den Haider gehalten haben.

Über allen Hakenkreuzen

Nachdem Westi der Coup gelungen ist, der SPÖ nachzuweisen dass sie von fundamentalistischen Islamisten unterwandert ist (wen schert schon, dass der Nachweis auf einer Fälschung beruht – seit wann braucht eine ordentliche Hetz einen Nachweis?) fahndete auch Hazeh in alten Unterlagen der alten FPÖ fieberhaft nach weiteren geheimen Dokumente – und wurde fündig. In einem Brief Jörg Haiders an den Vorsitzenden der Hinduistischen Gemeinde Österreichs wirbt dieser um die Unterstützung der Hinduisten, da man doch gemeinsame Ziele verfolge und auf dasselbe symbolische Brauchtum zurückgreife – als Zeichen seines, Haiders, guten Willen werde ab sofort in Kärnten Gipfel- durch Hakenkreuze ersetzt, in alter Wertschätzung für das Heimatland des Ariers. Am Ulrichsberg in Krumpendorf, wo sich ja heute noch arische Brauchtumsgruppen regelmäßig treffen, will man bereits am Wochenende zur ersten Gipfelkreuzsubstitutionsaktion schreiten.

8.9.06

95 Prozent für Mr. Sandman

Ja, das waren halt noch Zeiten als Kandidaten am Parteitag noch 95 Prozent der Stimmen bekamen! Weil's damals so schön war, und weil der Gusi schon in der Sandkiste Kanzler werden wollt, und Partei derzeit kollektiv Sandkiste spielt, liebt ihn auch der Parteitag ganz 95-prozentig.

Jetzt alle Mitsingen:
"Mr. Sandman sing a song to me
Sing a song about the way life used to be
Sing a song that will last for a while
Sing a song that will make me smile
Mr. Sandman send me a dream..."

Vergangenheitsleasingbewältigung

Was ist bloß mit unseren Piefkes los? Da zappen wir uns vergangenheitsbewältigend allabendlich durch die späten Angebote an wohlig-gruseligen Nazi-Dokumentationen, wie neulich über die Frauen Hitlers, und dann fangen die einfach an sich lustig zu machen. Wo soll das noch hinführen, zu neuen Hegemonialansprüchen in Sachen schwarzer Humor?

Der Ton ist übrigens von Gerhard Polt, aus seinem Album "Der Standort Deutschland". Wer's zusammengeschnitten hat konnten wir nicht mehr rekonstruieren.

Andererseits

Ein Salzfassl stehlen: Maximalstrafe zehn Jahre. Einen Menschen acht Jahre lang einspirrn: Maximalstrafe zehn Jahre. Fazit: Einspirrn ist nicht super. Quasi: Salzfassl müsste man sein.

7.9.06

Wir sind Saliera!

Jammerschade wie dieser Prozess im Zuge der Opfer-WM rund um N.K. unterging: Der Saliera-Dieb ist zu vier Jahren verknackt worden. Das ist wahrscheinlich die Mindeststrafe, die auf Majestätsbeleidigung des Hofrat Seipl steht. Hoher Unterhaltungsfaktor, das Salzfassl ist wieder da und bringt Besucherzustrom, keinem ist was passiert, außer dass die gnadenlose Inkompetenz des Kunsthistorischen Museums in Sachen Schutz seiner eigenen Schätze vorgeführt wurde. Dafür hätt ihm eher der Faschingsorden gebührt. Dafür vier Jahre – während drei Polizisten, die vorsätzlich einen Mensch fast zu Tode prügeln ein paar Monate bedingt kommen und demnächst wieder hinter einem Schreibtisch sitzen und andere Angst und Bange machen?

Wir sind Natascha!

Es wär jetzt also überstanden: Die junge Frau hat mit ihrer Kraft beeindruckt und das Interview genutzt, das medial zusammengebastelte Freak-Bild von ihr ganz ordentlich zurecht zu rücken. Für den Rest des Landes wär es jetzt Zeit dem Verließ seiner kollektiven Gruselfantasien zu entfliehen. Denn am liebsten suhlt sich der Ösi an sich ohnehin in der Opferrolle, wie Schranz, wie Waldheim, wie EU-Sanktionen, wie Opfer aller möglichen widrigen Umstände. Und alle Welt hat's jetzt gesehen, mehr noch als beim Neujahrskonzert!

Natürlich hat sich auch schnell eine Meinungsumfrage gefunden und die ist eine schwere Drohung: 85 Prozent wollen weiterhin "am Leben von Natascha teilnehmen". Unser aller Psychiater hat uns dafür den Zeitrahmen schon vorgegeben: Jetzt braucht sie auf jeden Fall Ruh, sagt Max Friedrich – nämlich so eine Woche bis zehn Tage. Was halt der Herr Friedrich selbst so an Entzug von der Kamera aushält. Und dann? Nationale Flashbacks, häppchenweises Recycling des Interviews, die DVD zu News? Schluss jetzt. Wir sind nicht Natascha, und Natascha ist im übrigen Frau Kampusch. Wenn jemand Anteil nehmen will, dann bitte an hunderten weiteren verschwundenen Kindern und Erwachsenen, deren Schicksal ungeklärt ist.

Und kann bitte jemand den unerträglichen Martin Wabl aus dem Verkehr ziehen: Der Mann ist bereits einmal wegen Verleumdung der Mutter von N.K. rechtskräftig verurteilt und zieht seit gestern wieder frisch durchs Land mit seinen unbelegten Beschuldigungen der MIttäterschaft.

6.9.06

Kleine Orange, die laut sind

ORF-ZiB-Bericht über den Westi-Wahlkampf: "Wenn man schon klein ist, muss man wenigstens laut sein." Wir sind sicher, dass Genosse Dittlbacher nur die Umfrageergebnisse der Orangen und in keiner Weise die Person des Herrn Inscheniör (unser Ausblick auf die nächste Rechtschreibreform) gemeint hat.

Aber hallo Österreich






Österreich exklusiv. Die Amis nehmen sich jetzt, wie diesen Morgen auf www.oe24.at aktuell berichtet wurde, Dänemark zur Brust.

5.9.06

Marschbefehl

Die Grünen fordern Bundespräsident Fischer auf, das Bundesheer zum Schutz der bestehenden Ortstafeln in Kärnten einzusetzen. Es müssten einfach Schritte gegen die "Verhöhnung, Demütigung und Hetze" gegenüber der slowenischsprachigen Volksgruppe unternommen werden, begründete Landesprecher Rolf Holub in einer Aussendung seinen Schritt.

Kein ungefährlicher Einsatz - vergleichbar mit Afghanistan oder dem Kongo. Die ausgefuchsten Deutsch-Kärntner sind bis auf die Zähne bewaffnet und verstehen sich auf Guerilla-Taktik Marke Hisbollah. Zudem sind sie kaum zu fassen - mobile Einheiten verschanzen sich in uneinnehmbaren Höhlensystemen unter den Karawanken, vergleichbar mit Osamas Schergen in Tora Bora. Dort kommt die US-Army seit Jahren gegen die Taliban nicht an. Unsere HighTech-Armee wäre schlecht beraten hier mit Panzern aufzufahren. Von der Luft aus geht sowieso nichts, da die Eurofighter noch nicht da sind. Und schlecht ausgebildete Präsenzdiener, die vor Ortstafeln Wache schieben, wären nur billiges Kanonenfutter. Da muss von Anfang ein größere Lösung her. Stichwort UNO, Herr Holub.

Wunderverwertungsmaschinerie (8)

Soziale Kompetenz hat dem News schon der geschätzte PR-Berater von N.K., Dietmar Ecker, im Verein mit seinem Verwertungsanwalt frei Haus bescheinigt; News liefert dazu in einem Mail an sein p.t. Anzeigenpublikum auch noch den Beleg, dass ihnen in ihrem Sozialdusel nicht die kaufmännische Kompetenz abhanden kam:

"Das erste Foto von Natascha Kampusch!
Sehr geehrte Damen und Herren!
NEWS hat das erste Exklusiv Interview mit Natascha Kampusch und wird dieses am Donnerstag, 7.9. 2006, in NEWS präsentieren. Bereits am Mittwoch ist das Magazin ab 16:00 in der Kolportage erhältlich. Nutzen Sie diese einmalige Gelegenheit! Wir bitten Sie Ihre Buchung bis heute, 5.9.2006, spätestens 12:00 Uhr an uns zu senden."

"In diesem Sinne" grüßt News die Mediaagenturen und Marketingabteilungen des Landes. Wir sind sicher, dass das alles ausschließlich im Interesse des Opfers ist.

Aber hallo Österreich

Schwerer Unfall auf der S 1

.auf der Südumfahrung kracht- kommt in Höhe der Ausfahrt Schwachat ein mit Tschechenvoll besetztes Auto von der Straße ab. Das fahrzeug kracht ungebremst in einen Betonpfeiler. Zwei Insassen sterben. Wahrwcheinliche Ursache: Sekundenschlaf. Die Strecke ist druch en unfall nur schwerb passierbar.

Text gesehen in Österreich, Ausgabe vom 4. September


Hm, da hat der Herr Fellner wohl bei den Lektoren gespart!!!

4.9.06

Wunderverwertungsmaschinerie (7)

Treppenwitz dieser Causa. Auch News und die Krone dürfen am Natascha Schokokuchen mit extra Sahnehäubchen mit naschen. Und jetzt mit bitte anschnallen: "Diese Medien haben, laut APA-Aussendung, soziale Kompetenz gezeigt!"

Nur zu, Gewerken!

Na da freut sie sich jetzt aber, die Frau SP-Bundesgeschäftsführerin Doris Bures. Die SPÖ ist eben eine Partei mit vielen Türln und Wegbegleitern, durch die Vordertür durfte grad erst der Alexander Zach von den Liberalen marschieren, der sonst den Nationalrat bestenfalls durch die Besuchertür betreten hätte. Und durch das Hintertürl schlupften jetzt zwei prominente Langzeit-Gewerkschafter, der Wilhelm Haberzettl und die Renate Csörgits. Sie dachten, das hat der Gusi verboten, dass führende ÖGB-Funktionäre auf SP-Listen kommen? Na, so einfach war der Beschluss eben nicht gestrickt: Der Haberzettl ist ja kein Gewerkschaftsboss mehr, weil nur mehr FSG-Fraktionsvorsitzender, und die Csörgits als Vize kommt ja geradezu von der Basis. Willkommen am roten Busen, Genossinnen und Genossen!

Kein Funk, kein Ton

Stellen wir uns ein Land vor, vielleicht irgendwo mitten in Europa. Ein paar rüde Cops prügeln einem Schwarzafrikaner die Seele aus dem Leib. Sie fahren ihn mit dem Auto an, drohen ihn umzubringen und zerschlagen sein Gesicht bis zur Unkenntlichkeit. Die Jungs kommen vor Gericht, der Richter lässt Gnade vor Recht walten und verbrummt sie zu acht Monaten bedingte Haft. Menschenrechtsorganisationen sehen in diesem milden Urteil die Legimitation zur staatlich verordneten Folter. Die zuständige Innenministerin wird von einem bekannten TV-Journalisten zu dieser Causa befragt. „Nein, ich will das Urteil von einem unabhängigen Gericht nicht kommentieren,” sagt sie. „Ob das Urteil gerecht ist, kann ich nicht sagen. Man muss die Entscheidung respektieren.” „Natürlich darf so was nicht vorkommen und ich bin strikt dagegen, dass in der Polizei so etwas passiert.” „Aber, man sollte bedenken, der Mann war ein verurteilter Drogendealer.” „Heißt das, weil dieser Mann ein verurteilter Drogendealer sei, darf man ihn verprügeln?”, fragt der bekannte TV-Moderator. „Nein, das will ich nicht sagen, aber ich gebe nochmals zu bedenken, dass dieser Mann ein verurteilter Drogendealer ist, und sich gegen die Abschiebung gewehrt hat.” „Noch einmal, die Frage: legitimiert diese Tatsache die Aktion der Polizei?”, bohrt der bekannte TV-Moderator nach. „Nein, das darf nicht vorkommen. Aber der Mann hat als Vorbestrafter in unserem Land nichts zu suchen. Man muss jetzt prüfen ob er nicht noch abgeschoben wird.” Das unheimliche an diesem Land, mit Ausnahme einer kleinen Afrika-Seite im Internet , stört sich an dieser Innenministerin niemand. Kein Funk, kein Ton. Vorwahlzeit.

Wunderverwertungsmaschinerie (6)

Endlich darf unsere Medienorgel so richtig in die Tasten greifen: Nachdem das Entführungsopfer N.K. noch in ihrer ersten Erklärung ihre Bitte "Lasst mir Zeit" an die Medien verlesen ließ, haben sie wohl ihr PR-Mann und ihr Medienanwalt davon überzeugt, dass nach achteinhalb Jahren im Verließ höchsten zehn Tage Zeit ist, bevor die Geschichte zum medialen Gammelfleisch wird. Also, hoppauf: Am Mittwoch volles Programm im ORF, das Interview, davor ein paar Ausschnitte in der ZiB, danach naturgemäß Wiederkauen am Runden Tisch, wir nehmen an die anschließenden TV- und Radio-Nachrichtensendungen werden auch noch gut davon leben. Die Kollegen in den Printredaktionen dürfen Nachtschicht einlegen, damit es am Donnerstag zum Nachlesen auf allen Titelseiten steht, irgend eine "EXKLUSIV!"-Quenterl wird sich doch zwischen den Bildschnitten finden lassen, dass die Konkurrenz net hat. Und dann natürlich die internationalen Übertragungsrechte, quasi Opfer-WM. Dürfen wir jetzt noch erfahren, welchen Anteil sich PR-Berater und Anwalt abschneiden werden?

Sozial-liberale Seilschaft

Das ist ja ein richtiger Coup: Tausche keine Wähler gegen ein Mandat. Graf Darabos macht die SPÖ quasi zum Hort der Liberalität, dafür empfehlen Heide Schmidt und der Hans-Peter Haselsteiner die SPÖ zu wählen und der rasend populäre Alexander Zach kommt ins Parlament. Seligen Kreiskyschen Gedenkens, ein Stück mit der Partei in Richtung Neo-Liberalismus zu gehen... Übrigens hat der Gusenbauer im Sommergespräch auffallend oft "Ich bin der Meinung" und "Schaun Sie" gesagt. Was kommt jetzt noch? Der KPÖ könnt man auch noch so ein Fusionsangebot machen, und schon wieder ein paar Stimmen näher der großen Koalition.

2.9.06

Graf Darabos

(Nasal zu lesen:) Es ist sehr schön, es hat uns schon bisher sehr gefreut! Als Hofräte und Monarchisten erleben wir gerade die schönste Zeit im Jahr. Ganz freiwillig enttarnen sich unsere inferioren und impertinenten Nachfolger, diese Demokraten, im Wahlkampf gegenseitig als das, was sie sind: Als Lügner, Betrüger, Nichtskönner. Bitte, unsereiner hat das ja schon immer gewusst, aber jetzt, jetzt weiß es bald ganz Österreich. Und am Ende dieses Wahlkampfes wird sich die Erkenntnis Bahn brechen: Ein kleiner Otto gehört wieder her! Und dann werden wir Kaiserliche Hoheit heimholen aus Pöcking und er wird in die Hofburg einziehen und zu seinen treuesten Helfern wird er sagen "Kniet nieder". Und dann wird er sie mit seinem Schwert berühren und sagen "Steht auf, Baron Lopatka, und steht auf, Graf Darabos!" Es wird wunderboar.

1.9.06

Aber hallo Österreich

zu österreich ist eigentlich in print und internet alles gesagt - der wolfi fellner liegt am boden, da muss man nicht noch extra drauf hauen …………

Aber hallo Österreich

kann man gar nix sagen zu österrreich – weil in den trafiken (im raum hütteldorf) nicht ausgeliefert. Hm - das läuft aber gar nicht gut an mit dem Vertrieb.

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kommando retour - gerade die erste ausgabe auf den tisch bekommen

politburo wird jetzt live die ersten eindrücke bloggen

cover - nun das war klar, die kampusch - die kampusch soll ein interview im orf geben - wars das schon mit der aufdeckerei? schaut so aus - da könnte man mehr erwarten

das ding erinnert auf den ersten blick an city - ein wiener stadtmagazin weit unter der wahrnehmungsgrenze - das papier na ja, besser als heute, schlechter als der kurier - der neue kurier schaut generell viel cooler aus - österreich guckt wenig frisch aus der wäsche,

der preis mit 50 cent ist ok, vier zeitungen schreibt fellner in seinem editorial zum besten preis -

blätter, blätter, mediamarkt blätter blätter saturn blätter jetzt die beilagen - das ist eine menge holz - fernsehen, leute, fernsehen, leute - toni polster hat sich von seiner lisi getrennt - das wusste ich nicht

praktisch: ein eigener folder mit - so liest man österreich - über 200 seiten genau erklärt - mit pfeilen wie und wo man lesen soll, das macht sinn - quasi das erste zeitungs handbuch


blätter blätter blätter blätter und aus

König Wolferl


Untertänigsten Dank an fernseher für seine Erinnerung an das Wahljahr 2006. Kann man sich gleich sparen am abend Pro-Forma-Interview im TV anzuschauen.