1.2.07

Ein Mann, kein Wort

Wie sagte doch schon Franz Grillparzer in seiner "Rede an Österreich" so schön: "Da tritt der Österreicher hin vor jeden, denkt sich sein Teil und läßt die andern reden!" - Also trat Bundeskanzler Alfred Gusenbauer am Mittwoch nach dem Ministerrat hin vor jeden, dachte sich sein Teil und ließ das B-Duo Buchinger/Bartenstein reden.
Nur die üblichen bösen Zungen behaupten, dass der Volkskanzler das Pressefoyer nur deswegen schwänzte (und seinen Co-Darsteller Willi Molterer erst per Presseaussendung davon informierte), um Fragen zu seinem peinlichen Strache-Schwenk zu entgehen. Aber das ist natürlich Unsinn. Als Kunstkanzler hat Gusenbauer beschlossen, die Traditionsbühne des Pressefoyers künftig für Gastspiele zu öffnen: Waterloo & Robinson: "Das ist meine kleine Regierungswelt". Laurel & Hardy: "Dick und Doof bilden eine Koalitionsregierung". Bures & Prammer: "Wir sind die Stimme der österreichischen Frau".
Und überhaupt: Gusi hat im Wahlkampf versprochen: "Ich möchte ein Bundeskanzler sein, der sein Wort hält." - Na bitte, und schon hält er das Wasser. Diesem Mann kann keiner das Wort reichen.