10.3.07

Der späte Stich eines Mück

Die besten Exekutoren schwarzer Rachegelüste sind doch immer noch rote Chefs. Was bisher geschah: Ob seines flegelhaften Verhaltens, das auch als Harrassement von Mitarbeiterinnen interpretiert werden konnte, hatte sich der frühere Chefredakteur von Schüssels Gnaden, Herr Mück, eine peinliche Untersuchung gefallen lassen müssen. Sicher auch ein kleines Bausteinchen im Fall der Lindnerschen/Mückschen Regentschaft.

Jetzt hat Claudia Reiterer, die mit ihrer Beschwerde über den Herrn Mück seine seinerzeitigen Rechtfertigungsdruck auslöste, ein Moderationsverbot für das "Hohe Haus" bekommen, vom jetzt roten Chefredakteur unter den Auspizien des roten Geneneraldirektors. Offizielle Begründung: Sie lebt mit dem grünen Geschäftsführer zusammen, Vater ihres gemeinsamen Kindes.

Da müsst ma natürlich der halben ORF-Mannschaft ein Berufsverbot geben, weil Nepotismus war schon immer eine der Säulen der öffentlich-rechtlichen Anstalt. Da ist der Mann der frischgebackenen Hörfunk-Chefredakteurin ein Jurist im schwarzen Parlamentsklub, berichtete jahrelang der Sohn der Ministerin über die Politik ihrer Regierung, war der Hörfunkinfochef zufällig der Mann der Kanzlersprecherin, macht der Sohn des Zentralbetriebsrats eine schöne Karriere, war ein früherer ZiB-Chefredakteur mit einer grünen Abgeordneten liiert. Haben wir übrigens schon erwähnt, dass der Bruder des neuen Generals einen schönen Job bei der SPÖ in der Löwelstraße hat? Aber wen kratzt's.

Und warum macht der regenbogenbeflügelte Herr Wrabetz das? Bei einer Promi-Veranstaltung hat er sich unverblümt geoutet, auf die Frage was er gern nach fünf Jahren Regentschaft erreicht hätte: "Five more years." Da kann man schon ein bissl entgegenkommend sein und eine Redakteurin vom Bildschirm verbannen, wenn gelegentlich das Moltofon läutet.