24.4.07

Ami Zoff

Die folgende Geschichte ist fiktiv. Also völlig frei erfunden. Dennoch könnte es sich genauso zugetragen haben. Nehmen wir also an, irgendwo in Österreich agiert ein kleiner Kulturverein, den vielleicht maximal fünfzig Menschen namentlich kennen. Die Vereinigung ist unter anderem mit ein, zwei iranischen Kulturorganisationen in Kontakt. Es werden Treffen und Diskussionen plus ein gemeinsames Buchprojekt zum interkulturellen Austausch angedacht.

Bis eines Tages zwei Herren, die sich als Mitarbeiter der US-Botschaft ausweisen, vor dem Vereinslokal stehen und freundlich aber bestimmt über die Iran-Aktivitäten Auskunft einfordern. Wie und woher die US-Regierung Informationen über den Verein bezog, möchten die beiden Herren nicht beantworten. Auch nicht, ob ihr Vorgehen in Österreich gesetzlich überhaupt gedeckt ist.

Der kleine Kulturverein ist im Gegensatz zur großen OMV natürlich Pippifatz. In Schwechat fahren die Amis schwerere Geschütze auf. Anstatt zweier Anzugtypen brescht gleich einmal der US-Außenamtssprecher vor, der das geplante Öl-Engagement im Iran an den Pranger stellt und auch schon von Sanktionen schwafelt.

Nach der Cerberus/Bawag Kuba Geschichte, mischen sich die Amis binnen einer Woche also schon wieder ungeniert in nationale Angelegenheiten ein. Das schaut gar nicht gut aus. Da müssen Gusi & Co jetzt ordentlich kontern.