5.4.07

Böse Perser

Nur mal angenommen, 15 iranische Soldaten schippern durch britisches Gewässer. Da wäre aber Feuer am Dach. Diese mediale Entrüstung über diese kurze Gefangennahme ist freilich wieder ein schönes Beispiel westlicher Ignoranz und Unwissenheit gegenüber den Nahen- und Mittleren Osten. Alleine dieser leidige ORF London-Korrespondent, der in seinem gestrigen ZIB-2 Auftritt nicht zwischen privater Meinung und objektiver Berichterstattung unterscheiden kann und sich stammelnd und ganz aufgeregt über die launige Ahmadinedschad-Show entrüstet. Dazu ein feiner Kommentar von Martin Ebbing, der seit Februar 2004 als Korrespondent in Teheran lebt.

1 Comments:

Anonymous Tom Schaffer said...

das ist zwar grundsätzlich ein richtiges plädoyer für eine erhöhte sorgsamkeit in medien, in diesem speziellen fall bin ich damit aber nicht einverstanden. ich glaube, dass seine aufgezählten einwände und möglichkeiten einfach unzutreffend sind - so ganz mag man die "nerven lagen blank" (würde eine invasion mit 15 man in einem kleinen boot gestartet werden?) und "der iran konnte nicht anders"-theorien (kann man eine handvoll soldaten die in umstrittenem grenzgebiet aufgegriffen werden tatsächlich nicht ohne gesichtsverlist freilassen?) nicht glauben. schlussendlich schienen die regelmäßigen propagandaauftritte auch gut geplant, und die gefangenensituation von beginn an zu zielstrebig und rigoros darauf abgestimmt zu sein (die frau wurde etwa sofort vom rest getrennt und im glauben gelassen, dass die anderen bereits nach hause geschickt wurden - sie war dann ja auch die erste, die die grenzverletzung "zugegeben" hat). auch die androhug eines verfahrens, das im iran wohl bis zur todesstrafe gehen kann (gegenüber der internationalen gemeinschaft UND gegenüber den gefangenen selbst), lässt nicht gerade darauf schließen, dass das iranische regime mit der situation etwas überfordert war, sondern vielmehr sehr genau wusste, was es tut und was er erreichen will.

8/4/07 03:16  

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