19.9.07

Bayrische Mut’a

Ein Blick über den Gartenzaun, sprich zu den bayrischen Nachbarn, kann ab und an nicht schaden. Die Fürther Landrätin Gabriele Pauli, die sich bei Stoibers Abgang ihre Lorbeeren verdiente, plädiert für eine Ehe auf Zeit. Nach sieben Jahren soll automatisch Schluss sein. „Die Leute lassen sich viel zu viel scheiden“, begründet Pauli ihren Vorstoß. Eine bayrische Mut’a nennt man das wohl. Die Schiiten, genauer gesagt die Imamiten, haben so was. Womit der Bogen zur Islamdebatte elegant gespannt ist. Unter Mut’ a, auf Deutsch Genussehe, wird eine zeitlich begrenzte Verheiratung verstanden, die auch nur ein paar Stunden andauern kann. Eine praktische Geschichte, die es schon in vorislamischer Zeit gab und die man heute vor allem bei einem Prostituiertenbesuch ganz nett auszunutzen vermag. Die Sunniten stehen da weniger drauf – der Papst aus Bayern wohl auch nicht.