30.1.07

In Null-Komma-Josef auf die Uni

Seit der Kanzler mit Nachhilfe vorangeht ist Österreich eine wahre Großmacht der blühenden Fantasie geworden. Heute: Auch bei der Ottakringer Brauerei soll man seine Studiengebühr abarbeiten können, natürlich freiwillig, durch Sprachunterricht für die schlecht deutsch sprechenden Billiglöhner der Brauerei. Das hat doch Charme, da wird noch wirklich unternehmerisch gedacht: Zuerst billige Arbeitskräfte, die leider den kleinen Nachteil haben nicht gut deutsch mit den Managern reden zu können, dann eine freiwillige Hilfsleistung von Studiosi, Nebeneffekt: Integration! Bravo, nur weiter so, ganz Österreich eine einzige Freiwilligenkolonie.

19 Tage Bundeskanzler

Leserin B. mahnt positive Geschichten ein: „Nur Spott und Hohn ist auf Dauer auch nicht gut.“ Recht so. Wir beugen uns der Kritik und feiern 19 Tage Bundeskanzler Alfred Gusenbauer. Die Bilanz könnte besser nicht sein. In knapp drei Wochen hat der neue starke Mann schon unglaubliches bewirkt. Die Highlights: Allen voran die Heiligsprechung des HC-Man, gut gelungen ist auch die damit verbundene Vertreibung von Leon Zelmann aus der Partei. Sehr wichtig waren auch die klaren Worte gegenüber unbelehrbaren Krawall-Studenten, die sich da wegen ein paar Euros aufpudeln. Nun liebe Frau Leserin B: das Land ist auf einem guten Weg. Freuen wir uns darauf.

29.1.07

Bubenstreiche

Nix als Bubenstreiche (© Bischof Krenn) landauf, landab: Wieviele Finger hat der Hazeh-Mann jetzt gehoben, fünf stramm ausgestreckt für die fünf schönen Töchter des Norbert Burger, oder nur drei für Solidarität mit den Südtirol-Bumsern, oder gar nur einen Stinkefinger, wie seinerzeit der Andreas Wabl, pfui, im Nationalrat?

Buchingers Schmalzlocken

Ist ja urpeinlich, Herr Sozialminister: 5000 Euro lässt der Erwin Buchinger für einen "karitativen Zweck" zahlen, damit er sich seine Schmalzlocken und seinen Schnauzer für einen karitativen Zweck abschneiden lässt, als ob irgendjemand außer ihm selbst ein gesteigertes Interesse an seinem Hairstyling hätte. Wenn Sie uns fragen: Sie sollten die 5000 Euro selbst für dieses Makeover zum seriösen Amtsträger berappen. Die Regierung verkommt zunehmend zu einer freiwilligen Sozialleistung: Nachhilfe vom Kanzler, Modetipps vom Sozialminister. Die 5000 Euro zahlt übrigens der Hr. Alexander Zach, wahrscheinlich eine Art Opfer dafür, dass er mit dem Schmäh der Liberalen-Fusion mit der SPÖ den bestbezahlten Job seines jungen Lebens an Land gezogen hat.

27.1.07

Gute Nacht Österreich


Ohne Worte!


(Gesehen auf oe24.at)

Brutal

26.1.07

Purschen Helpline



Immer so viel Bier saufen, immer so komisch grüßen, immer mit den Schwerten in der Fratze rum fuchteln, immer blödi Käppis am Blutscher, und dann noch diese Schleife …… irgendwann wird das auch dem härtesten Purschen zuviel. Aber Good News aus Good old Germany für HC & Co. Leipziger Studentenvertreter bieten jetzt Erste Hilfe für ausstiegswillige Burschenschafter. Presence nennt sich der Verein, der aus einem Team aus Diplom-SozialpädagogInnen und PsychologInnen besteht und den Purschen allerhand Hilfe zukommen lassen will. – Kameraden aus der „Ostmark“ sind da auch willkommen.

25.1.07

Kampf! dem brutalen Kapitalismus!

Joi, endlich eine richtige Ansage vom Genossen Bundeskanzler über "die große Idee hinter dieser großen Koalition" (so die Falter-Frage): ""Soziale Fairness in Zeiten der Globalisierung. (...) Unter den brutalen Bedingungen des internationalen Kapitalismus gilt es, den sozialen Zusammenhalt so zu stabilisieren, dass die große Mehrheit der Bevölkerung unter halbwegs ansprechbaren Bedingungen leben kann." Wir küssen den Boden vor dem Ballhausplatz Nr. 1. Obwohl, wenn wir uns das so recht überlegen: "Halbwegs annehmbar" für die "große Mehrheit", da bleibt dann wohl nur noch "unannehmbar" für die kleine Mehrheit der Bevölkerung, und ganz schön angenehm nur für den Rest, der mit einem Kanzleramt gesegnet ist?

(Wir täten ja gern einen Link zum berühmten Kontext setzen, aus dem wir solch schneidige Worte herausgerissen haben... aber der Falter ist leider noch immer nur auf toten Bäumen zu lesen, Empfehlung an den Herausgeber, das 21. Jahrhundert hat schon begonnen.)

In eigener Sache

Was tun, wenn der Kollege, den man eigentlich gar nicht wirklich kennt, beim 3 Sterne Business-Lunch wie es so schoen in diesen Finanzkreisen, wo ich mich neuerdings bewegen tue heisst, in der Nase bohrt. Am Anfang ganz verstohlen, beim Hauptgang aber immer wilder. Mit irrem Blick holte der Sachen raus - unglaublich. Den Trocken-Rotz schmierte er cooler as cool in die Serviette und unter die Tischdecke!!!! Rund 20 Leute schauten dem Treiben fassungslos zu. Ein paar rannten aufs Klo und mussten kotzen. Die Scampi in xy Marinade blieben ueber. Vor dem Dessert der Hoehepunkt. Mit dem Daumen schabte er am Ende der Nasenscheidewand ein Mega-Teil in Erbsengroesse raus. Nicht mit dem Finger, sondern mit dem Daumen. Da war der Nagel nicht geschnitten - der schaute aus wie eine Baggerschaufel. Der Erbsenrammel wurde dann laessig unter den Tisch gekickt. Dannn schaute er auf, rauchte sich eine an und bestellte ein Pils. Wow, sag ich nur. Ein Erlebnis.

24.1.07

Gemeine Suggestivfragen

Jetzt lasst doch endlich den Heinz-Christian Strache in Ruhe! So ein sympathischer junger Mann, und wird pausen- und grundlos verfolgt! Was sollen diese Fragen wie: Können Sie ausschließen, dass es von Ihnen Fotos in Nazi-Uniform und mit zum Hitlergruß erhobener Hand gibt? - Das sind doch "ganz gemeine und miese Suggestivfragen", wie Strache so richtig bemerkte. Höchstens "Jux-Fotos", und die Hand war sicher nur erhoben, um zu prüfen, ob es etwa regnet.
Bitte, jeder andere kriegt wegen so etwas ein Gerichtsverfahren nach dem Verbotsgesetz, aber bei Strache, diesem sympathischen jungen Mann, waren das doch "nur Jugendtorheiten, aus denen man ihm keinen Strick drehen darf", wie unser neuer Herr Bundeskanzler völlig zu recht(s) feststellte.
Warum sagt der Chef der antifaschistischen SPÖ so etwas? - Ach, schon wieder so eine gemeine Suggestivfrage ...

Putzdienst & anderes Kreatives

Das muss man jedenfalls unserem frischgebackenen Kanzler der Herzen lassen: Die Studiengebührenkiste hat einen Sturm an Kreativität im Land ausgelöst, die ihresgleichen sucht. Kommen wir also wieder einmal kurz auf das heimische Leib- und Lieblingsthema zurück und arbeiten freiwillig ein paar Punkte dazu ab. Ministrieren, Genosse stka, wird zwar mit einem jenseitigen Bonus am ewigen Bonusheft belohnt, aber für das Studium ist es bestenfalls im Rahmen der Theologie anrechenbar, sonst nicht, selbst wenn dabei geblasen werden sollte. Aber das würde jetzt zu weit führen, darauf wollen wir uns nicht einlassen. Dafür wirft das Neue Volksblatt (siehe Bild) eine Option auf, die auch an der Uni verfolgenswert wäre: Putzdienst. Wie oft haben wir uns seinerzeit über verwahrloste Toiletten im NIG (Neues Institutgebäude für die jüngere Generation) geärgert, das wäre eine wahre Segnung und sollte eindeutig für den Studiengebührennachlass in die engere Wahl gezogen werden.

23.1.07

Gebührendes

Wenn wir schon dabei sind: Eigentlich müsste diese gemeine und nützige Studiengebührenbefreiung auch rückwirkend gewährt werden: Mit armen, verwahrlosten Jugendlichen in Kärntner Wäldern gesunden Freiluftsport betreiben - gemeinnützig und studiengebührenbefreienswert! Pittoreske Fotos veröffentlichen, um die Welt von induskutablen Parteichefs zu befreien - gemeinnützig und studiengebührensbefreienswert! Kurz gesagt: Wir alle schulden Strache und Stadler je 353 Euro. Pro Semester, versteht sich.
Obwohl, wir hören gerade: Strache hat gar nicht studiert. Also nur Wald ...

Blasen für Gusi II

Gilt eigentlich Ministrieren auch? Wenn die Blasmusik von den Studiengebühren befreit, muss das für die Ministranten auch gelten. Da gehört aber eine Lösung her, weil der Messdienernachwuchs jetzt noch so jung ist, und erst in ein paar Jahren studieren wird. So eine Art Bonusheft wäre fein. Oder man sammelt Fleißbilderl wie früher im Religionsunterricht, die sich dann beim Immatrikulieren einlösen lassen.

21.1.07

Rache der Geschichte

Dass ehemalige Revolutionäre später im Frack auf den Opernball müssen, scheine so etwas wie die Rache der Geschichte zu sein, philosophierte einst Bruno Kreisky. Und wie recht er hatte! Heutzutage (genauer: letzten Freitag) musste ein ehemaliger Zivildiener im Frack sogar auf den Offiziersball. Fazit: Die wird auch immer rachsüchtiger, diese Geschichte!

Blasen für Gusi

Der steirische Blasmusikverband hat am Sonntag erklärt, dass sich in seinen tutenden und blasenden Reihen auch Tausende Studenten befinden, die ebenfalls von der Studiengebühr befreit werden müssten. "Unser Ausrückungen sind ja auch gemeinnützig", erklärte der Oberblasmusiker von der Steiermark.
Bundeskanzler Alfred Gusenbauer kündigte in einer ersten Stellungnahme an, er werde den steirischen Blasmusikern in Zukunft ein Mal wöchentlich Nachhilfe im Auf-die-Pauke-hauen erteilen.
Das Politbüro wird berichten.

20.1.07

Gebet vor der Arbeit im Internet

Kaum fünf Minuten mit den Mercedariern in Kontakt, ist man schon mit dem Ordensfieber infiziert. Erste Lektion: vor der Arbeit im Internet muss man ein Gebet sprechen:


Allmächtiger und ewiger Gott, der Du uns geschaffen hast nach Deinem Bilde und uns geboten hast zu suchen nach allem, was da gut, wahr und schön ist besonders in der göttlichen Person Deines eingeborenen Sohnes, unseres Herren Jesus Christus. Erhöre unser Flehen durch die Fürsprache von Sankt Isidor, Bischof und Doktor, daß während unserer Reisen durch das Internet wir unsere Hände und Augen nur auf Dinge richten mögen, die Dich erfreuen und all jene Seelen, die uns begegnen, behandeln mit Geduld und Barmherzigkeit, durch Christus unseren Herrn. Amen. Es sei ergänzt: Mögen wir der Versuchung der ohnehin trügerischen Anonymität im Netz widerstehen und treten wir einander als mündige Kinder Gottes entgegen, die die Wahrheit lieben.

Am Anfang war das Wort


Ewald Stadler ist unter die Prediger gegangen. Dem 1218 gegründeten und seit einigen Jahren wieder in Wien angesiedelten katholisch-konservativen Mecedarier-Ordens hilft er ab und an mit schönen Gebeten aus. Da wirft er sich gerne in ungebleichte Schafswolle und setzt sich ein rotes Käppi auf. Die Brüder bloggen auch fleißig. Eine schöne Sonntagslektüre.

19.1.07

Böser Wind

Da blies gestern aber ein ordentliches Lüfterl. Wo war denn da der neue Herr Bundeskanzler? Sonst dem Populismus gar nicht abgeneigt, konnte man annehmen, dass Super-Gusi mit Schutzanzug, Feuerwehrhelm und dicker Motorsäge Sturmschäden entsorgt. Hinten drein der Darabos im Bergepanzer. Aber da war nix. Schwach. Die Vorgänger waren da pfiffiger. Wir erinnern uns an die schönen Bilder vom letzten Hochwasser.

Endlich weniger Schweinebraten

Unser aufmerksame Leser Ulrich B. macht uns auf die großartigen Perspektiven aufmerksam, die uns das Börsenblättchen "Traders' Daily" eröffnet: Weniger Piefkes in den Urlaubsorten, weniger ungesunder, fetter Schweinbraten und mehr gesunde Lammkeule. Wir dürfen die Prognose zitieren:

"Stichwort Demographie. Eine der weltweit höchsten Bevölkerungswachstumsraten hat die moslemische Bevölkerung in der Bundesrepublik: Das Wachstum dieser Gruppe liegt bei 6,6%. Da die deutsche Gesamtbevölkerung stagniert bzw. leicht zurückgeht, bedeutet dies natürlich, dass der Anteil der muslimischen Bevölkerung stetig wächst. Diese Bevölkerungsgruppe wächst aus drei Gründen so stark: 1. hohe Geburtenquote, 2. weitere Zuwanderung bzw. Ehepartner werden aus muslimischen Ländern geholt, 3. Zunehmend steigende Zahl deutscher Christen bzw. Atheisten, die zum Islam konvertieren (z.B. Frauen, welche einen Moslem heiraten). Die letzte Gruppe ist die kleinste, aber sie wächst mit dreistelligen Wachstumsraten. Eine Hochrechnung dieser Entwicklung ergibt, dass in Deutschland spätestens ab 2047 die Hälfte der Bevölkerung moslemischen Glaubens ist. (Quelle für die genanten Daten: Eine noch unveröffentlichte Studie des Islam-Archivs in Soest, zitiert nach der 'BZ')."

Bis dahin sollte die Integration der Türkei in die EU wohl kein Problem mehr darstellen, eher die Frage ob die deutsche Minderheit in Sachen Orttafeln so störisch wie hiesige Minderheiten zeigen wird. Angela?

Leider kann uns "Traders' Daily" keine Einschätzungen zum Konsum- und Investitionsverhalten der künftigen islamischen Mehrheit in Germanien geben, was uns in Hinblick auf diesen wichtigsten unserer Exportmärkte brennend interessiert hätte.

18.1.07

Gotcha, Hazee-Man!



Na, der Farbbeutel hat gesessen: GOTCHA! so also schaut ein zeitgemäßer Sportler aus, in Tarnanzügen und mit dem Schlagstock beim harmlosen Spiel mit Kameraden, von denen leider dann einer als Neonazi auf die schiefe Bahn kam, wenigstens der Hazee-Man ist auf der blauen Seite der Macht geblieben... Soviel reines Gewissen wie bei HC Strache war noch nie. Danke, ZiB2, und danke Frau Thurnherr für die Klarstellung, und net immer so bös denken.

Sturm, Stoiber, Strache

Was da gleich alles aus dem Lot kommt wenn so ein Sturm übers Land fegt. Den Stoiber in Bayern hat's schon weggefegt, nachdem alles mit einem Gegenwind von der Frau Landrätin angefangen hat. Und jetzt bläst das Lüftchen schon in Wien dem Strache um die Ohren. Da soll doch ausgerechnet unserer wackerer Burschenschafter Stadler mit ein paar Bilder im Parteivorstand angetanzt sein, auf denen der Strache neonazistische Fitnessübungen, auch als Wehsportübungen bekannt, gemacht haben soll. Natürlich gibt' solchene Fotos nicht, beteuert uns der Hazee-Mann, und in der ZiB2 will er heut abend noch alles herzeigen. Stay tuned.

Schützt Darabos!

Dabei hat die SPÖ immer auf ein Milizheer geschworen, wegen 1934, und jetzt das: Putsch! Wenn die jetzt auch noch diesen Eurofighter kriegen mit seinem Smartbombzeugs, Gott schütze dieses Österreich und seine Regierung!

Der Ablaufdatum-Jörg

Meingottjörgl, was muss das weh tun, wenn man mal ein so schneidiger Aufmischer der Altpolitiker und der Dritten Republik war, und man jetzt selbst Altpolitiker ist und einem nur noch ein paar Taferln bleiben um die Straße zu mobilisieren. Die "politische Zeit des Herrn Landeshauptmann geht zu Ende", traut sich jetzt schon so ein "politisierender Richter" im Fernsehen sagen, der früher schön ruhig gehalten hätt um von dir nicht vernadert zu werden.

Aber selber schuld: Damals, als 1992 der Franz-Josef Strauß das Zeitliche segnete, da hast dich ja unbedingt als "Erbe" hochstilisiert bei so einem Aschermittwochtamtam. Das nennt man eine selbsterfüllende Prophezeiung: Der FJS hat's auch nie zum Kanzler bracht und durfte dann den Provinzkaiser spielen und sein Gaddafi war der Pinochet. Immerhin ist ja Bayern was in der Welt, aber Kärnten als Ausgedinge? Schöne Tage noch, und apropos: Haben die Orangen auch so einen Pensionistenverein wie die ÖVP für den Khol und seinen Verfassungsbogen?

Aber Hallo Österreich

Wieder einmal in Österreich rein geguckt. Fellner’s Postille entwickelt sich zur ersten öffentlich rechtlichen Tageszeitung. Will heißen, komplett ohne Werbung. In den bunten Beilagen war keine einzige Schaltung. Vielleicht sollte der WOFE bei der GIS anfragen, ob er nicht Gebühren eintreiben darf. Mal sehen, wie lange das gut geht.

17.1.07

Staffellauf


Sportler haben es nicht einfach. Da ist das viele Training, dann sind da die anstrengenden Wettkämpfe und wäre das noch nicht genug müssen sie sich auch noch mit den vielen Funktionären rumschlagen. Der oberste Sportfunktionär dieser schönen Republik hieß bis vor kurzem Karl Schweitzer und war im zivilen Beruf Sportlehrer. Jetzt hat diesen Job Reinhold Lopatka geerbt. Der Reini machte als Wahlkampfleiter der ÖVP so gute Figur, dass er jetzt den Staatssekretär mimen darf. Heute hat ihm sein Vorgänger offiziell die Amtgeschäfte übertragen. Schweitzer und Lopatka habe sich dabei in schwarz/blaue (sic!) Trainingsanzüge geworfen und auf Staffelläufer gemacht. Süß.

Schluss mit Ego

Nicht so zynisch, Genosse Spu. Gusenbauer gibt Nachhilfe. Und das ist gut so. Schluss mit der Ego-Gesellschaft. Wir sind zwar nicht Papst, aber ursozial. Auch die neuen Minister werden es dem Chefe gleich tun. Der Herr Infrastrukturminister wird einmal pro Monat als Schwarzkappler unterwegs sein, der Vizekanzler bringt im Sommer bei einem Bergbauern das Heu ein, die Frau Gesundheitsministerin (im Volksmund auch die Bratlfettn genannt) assistiert als Zahnarzthelferin und die Frau Frauenministerin wird einmal die Woche an der Billa Kassa sitzen, Mittags heim rennen und für die Kinder essen machen. Schönes neues Österreich.

Stationen eines Volkskanzlers in spe

Jetzt also tritt unser Gusi den langen Marsch zum Volkskanzler an, erste Station: Nachhilfe für das Volk. Sachlich von gleicher Güte wie des seligen Bruno Kreiskys seinerzeitiger Vorschlag der Nassrasur als Beitrag gegen die Energiekrise. Gusenbauer gibt also einmal die Woche Nachhilfe, wir sehen die Kameras vor uns, das bringt Gusi in den Gazetten, Hörfunkjournalen und Bewegtbildberichterstattungen wochenlange Platzierung. Großartig. Keine Rede davon, dass ein Studenterl mit einer regulären Nachhilfestunde am Schwarzmarkt doppelt so viel verdienen würde wie in der Nachhilferechnung der Koalition, oder gar davon, dass uns die Rückkehr der Sozis in das Unterrichtsministerium gar ein nachhilfefreies Schulsystem bringen könnte (Stichwort: Chancengleichheit & Gebührenfreiheit schon an der Schule, nicht erst an der Uni). Nein, Gusi als Obernachhilfelehrer der Nation: Wir gratulieren zur Inszenierung.

16.1.07

Speedy Gorbales

Die Welt ist halt schon ungerecht. Da geben wir uns dem Taumel der Begeisterung hin über unsere neue Regierung, über unseren 1a Bundeskanzler, unseren 1b Vizekanzler und ihre 1oje Regierungserklärung. Und wir freuen uns einen Haxen aus, weil die Große Koalition so eng zusammen rückt und so Schulter an Schulter auf der Regierungsbank sitzt (weil die einfach nicht ausgelegt ist für derartige Menschenmassen). Aber, und jetzt kommt das große Aber: Wo ist eigentlich die fällige Dankbarkeit gegenüber der Vorgängerregierung? Wo?
Denken wir nur an unseren verflossenen 9z Vizekanzler: Ganz still musste er gehen, unser Schnäuzelchen, nirgendwo erschien ein Nachruf, eine Würdigung, ein klitzekleines Dankeschön. Schon irgendwie schäbig. Immerhin hat er uns die Tempo-160-Teststrecke auf der A10 geschenkt. Und jetzt ... Unbedankt in Seattle ... Die schnellste Liftwartmaus vom Ländle ... Speedy Gorbales, wir denken an Dich!

Parlamentarischer Sperrbezirk

Das Land hat eine neue Regierung und es schaut schon wieder so aus wie im Jahr 2000. Wer sich nicht wehrt lebt ja verkehrt, das Parlament ist zum Antritt der so genannten Großen Koalition Sperrbezirk. Kinder, ist das net a bissl übertrieben wegen ein paar hundert möglicher Demonstranten und 360 Euro Semestergebühr? Man fragt ja nur.

15.1.07

Gedenkminute für Karl-Heinz

Erwin Pröll gegen Andreas Khol, das ist halt richtige Brutalität. Kein Platz für Menschen die zu eng denken ist in der ÖVP, hat der Lowlander dem Khol ausgerichtet, zwar mehr als ein Jahrzehnt zu spät, aber immerhin. Die glitzernde Weite des Jetsetters Karl-Heinz, von Jachtfahrten mit dem Julius in der Adria bis zu Upgrades auf die Malediven, darauf kommt es beim Volk an, wenn man beim nächsten Mal einen Moskauer Boden küssenden Gusi wieder auf den angestammten Platz, nämlich den zweiten verweisen will.

Wahrscheinlich war es ja die Rolle des Herrn Khol als Pensionistensprecher der Schwarzen, die ihn jetzt den naturgemäß immer schon pensionistenfreundlichen Roten näher gebracht hat, dem Gusi hat der Khol jedenfalls sicher einen Gefallen getan, dass er den Karl-Heinz aus der Regierung verbissen hat und der Alfred jetzt den Volkskanzler neben dem abzwickten Willi geben kann.

Und tschüss, Karl-Heinz, gerade noch ein paar Trauerminuten bei der ersten schwarzen Klubsitzung am Montag, der Schotter-Mitzi Fekter hat's besonders leid um dir getan, und auch der Schuhrabatt-Kaiser Bartenstein hätt dich sooo gern mit an Bord gehabt, weilst so eine Bereicherung gewesen wärst, auch wenn der Stummvoll das ganze so unnötig wie einen Kropf gfunden hat, also jetzt die Diskussion über den Karl-Heinz, net den Karl-Heinz selber. Aber das Leben geht eben weiter, wir können ja auch künftig beim Frisör in der Gala nach den Spuren von KHG an Fionas glitzernder Seite suchen. Wenn's ihn nur aushalt, den arbeitslosen Abg'schleckten daheim.

Galgen Mania II

Bagdad vermeldet die Hinrichtung von Saddams Halbbruder Barsan Ibrahim el Tikriti und des ehemaligen Vorsitzende des Revolutionsgerichtes Awad Hamed el Bander. Washington begrüßt die Exekution. Coole Bilder und flotte Videos stehen noch aus. Zumal die Exekutionen einiges an Action versprechen. Regierungssprecher Ali el Dabbagh: „Bei Tikritis Hinrichtung sei etwas "sehr Ungewöhnliches“ passiert. Der Kopf löste sich bei der Vollstreckung des Urteils vom Körper." Das macht am Handyvideo sicher einiges her. YouTube übernehmen Sie.

14.1.07

Danke KHOL

Wer hätte das gedacht, dass man sich eines Tages bei Andreas Khol bedanken müsste. Aber dem ist jetzt so. Danke. Der alte Khol, der vielen Menschen in diesem Land nicht wirklich ans Herz gewachsen ist, soll laut Landeshauptmann Pröll daran schuld sein, dass sich der Herr Grasser nicht mehr wichtig machen darf. Das gibt auf den Weg in den verdienten Ruhestand noch ein kleines Sympathiepunkterl.

12.1.07

Generales Lustigsein

Einen lustigen Vormittag hatte heute Österreichs Generalität. Im Hof der Wiener Rossauerkaserne hatte sie sich vollzählig versammelt, um den alten Minister zu verabschieden und denn neuen zu empfangen. Schon allein die erste Aufgabe hätte zu grenzenlosem Lustigsein Anlass gegeben, doch dann erwies sich auch noch der neue Verteidigungsminister Norbert Darabos als echte Stimmungskanone: Denn was sagte der tapfere Burgenländer, der eben noch den Anti-Eurofighter-Wahlkampf der SPÖ geleitet hatte, in seiner Antrittsrede zwischen Flaggenparade und Bundeshymne? Er sagte: "Die Sicherheitspolitik darf kein Feld für parteipolitische Kleingeldmünzerei sein." - Die Generalität lag flach.

Themenwechsel

Kanzler Bashing macht Spaß, nützt aber nichts. Der Herr Sandkastenkanzler lebt jetzt am Planeten Kanzleramt. Da muss er sich jetzt einmal einrichten. Also Themenwechsel. Was wurde zum Beispiel aus Peppi Pröll? Die schwarze Zukunftshoffnung ist, als es ans Eingemachte ging, ratz fatz von der Bildfläche verschwunden. Erst kurz vor der Angelobung ist er wieder aufgetaucht. Jetzt macht er wieder auf Landwirtschaft. Wo hat der Kerl die letzten Tage gesteckt, als es um den Vize ging? Kalte Füße gekriegt oder ist es mit dem Kapazunder doch nicht so weit her.

männergespräche

"Mit diesen Händen ..."
ach, den Rest überlass ich der werten Leserschaft.
Es handelt sich hier übrigens um den neuen österreichischen Bundeskanzler Gusenbauer (R) und Vizekanzler Molterer (L) beim fröhlichen Plausch nach der heutigen Angelobung, falls jetzt wer fragt ..

11.1.07

aber bittschön

Nur damit das im allgemeinen Gegacker und Geraunze und Gedemonstriere nicht untergeht, wäre jetzt einmal eines laut und erfreut festzuhalten:
Der KarlHeinzGlitzer und die blauorangen Schiessbudenfiguren wie Mutterkreuz Haubner, Magd Blödmann, JaMei Mainoni und der eitle Selbstversorger Hubsi "Blaulicht" Gorbach, um nur einige zu nennen, sind endlich weg. Richtig WEG. Und der Tschüssel auch.

10.1.07

Franz Voves Medaille

Franz Voves. Ein neuer Held der dahin siechenden Arbeiterbewegung „is born". Ein Hoffnungsschimmer der enttäuschten Basis. Wie der steirische Landeshauptmann heute den Herrn Sandkastenkanzler vor laufender Kamera am Telefon ganze 20 Minuten lang warten lies, das hatte schon was. „Des is ma Wurscht“, hat er einfach gesagt. „Des kann net amoi da Papst mit mir mochn.“

Das gehört natürlich prämiert. Franz Voves erhält die vom Politburo neu ins Leben gerufene „Franz Voves Scheiß mi nix“ Medaille für couragierte Sozialdemokraten. Quasi die „Viktor Adler Medaille“ des neuen Jahrtausends.

Sushi-Koalitionspakt

Na, da müssen viele Sushis statt Würschteln über den Koalitionstisch gegangen sein damit dieses 167-seitige Konvolut fertig wurde, vielleicht beim nächsten Mal doch wieder Frankfurter, damit nicht solche Schwachsinnigkeiten wie Sozialarbeit statt Studiengebühren rauskommen. Noch ein Last-Minute-Vorschlag: Wer diesen Sushi-Koalitionspakt in voller Länge rezitieren kann darf zwei Semester umsonst studieren.

Oben oder unten?

600 bis 800 Jungrote haben sich für morgen um 11 uhr auf dem Ballhausplatz angesagt, um ihrem Parteichef Alfred Gusenbauer beim Weg zur Angelobung zu seiner gekonnten Verhandlungsführung zu gratulieren. Auch einige Hundertschaften Polizei wollen es sich nicht nehmen lassen, dem fähigsten Regierungschef Europas ihre Aufwartung zu machen. Das wird ja wie am 4. Februar 2000! Quasi Wende reloaded.
Dazu unsere heutigen drei Preisfragen:
1. Geht Gusi selbst oder lässt er sich von Schüssel auch über den Platz ziehen?
2. Kommt die Regierung ober- oder lieber wieder unterirdisch zur Angelobung?
3. Welche Miene setzt UHBP auf: Eisschrank oder Heizstrahler?
Unter den richtigen Einsendungen werden 100 Flüge mit dem Eurofighter Alfred 1 verlost.

Alfred 1

Die Programmreform des neuen ORF-Chefs scheint schon zu greifen. Am Dienstag ist in ORF 2 ab sofort Comedy angesagt. Gestern im Inlandsreport die Kanzler/Elmo Doppelconférence. Auszug: Elmo: Sie haben als Stimmen stärkste Partei sieben Ministerien, die Stimmen schwächste Partei hat auch sieben Stück. Noch dazu die besseren Posten. Kanzler: So darf man das nicht sehen. Früher hatten wir null. Jetzt haben wir sieben.

Die ZIB 2 brachte OÖ-SP-Chef Haider mit einer sehr gelungenen StandUp Comedy. Thema: die ÖVP war bei den Verhandlungen ur unfair, hat sich einfach alles genommen, wir wollten eh, aber die waren voll gemein.

Dann noch ein Runder Tisch. Wie immer: Josef Cap in Hochform, Mimik, Gestik und jeder Sager ein Brüller. Die Wuchtel des Abends schob aber Westenthaler: Ich freu mich schon wenn der sozialistische Verteidigungsminister in Zeltweg den ersten Eurofighter begrüßt und ihn mit an Flascherl Champagner Alfred 1 tauft.

9.1.07

Kretzn Parade Reloaded

Puh, die Schwarzen machen auf Hardcore. Die Super Kretzn Molterer (!!!!) wird Vize, Finanz- und VP-Chefe. Die Ober-Kretzn Lopatka (!!!!!) wird Sportstaatssekretär und Gio Hahn (!!!!!), eine Nachwuchs-Kretzn erster Güte, wird Wissenschaftsminister.

8.1.07

Norbert, der Überflieger

Bitte, man soll ja keine schlafenden Kollegen wecken. Aber unter wehrhaften Wehrjournalisten wird der Termin bereits wie die Blaue Mauritius gehandelt: Ende Mai, Militärflughafen Zeltweg. Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) begrüßt mit einem Gläschen Champagner den ersten österreichischen Eurofighter!
Das heißt: Wenn er im Ressort so lange überlebt. Denn gerade wurde bekannt, dass der brave Norbert Zivildienst gemacht hat, und zwar in einer Zeit, als man noch an Eides Statt erklären musste, dass man aus Gewissensgründen nicht bei diesem Bundesheer anstreifen will. Und jetzt auf einmal Chef von det Janze ...
Nicht ausgeschlossen, dass das ein gewisser Startnachteil ist.

Neue Energien

Gusi-Raus-Sprechchöre in der Wiener Löwelstraße, Wende-artige Erregung unter der SPÖ-Jugend, ein fassungsloser Hannes Androsch: Doch die parteiinterne Kritik an der Verhandlungsführung Alfred Gusenbauers ist gelinde gesagt ungerecht. Denn erstens hat schon ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer nach den Verhandlungen über die Rettung der Bawag und die damit verbundene Hosenherunterlassung des ÖGB offen bekannt: "Wenn man sich mit dem Herrn Bundeskanzler Schüssel an den Verhandlungstisch setzt, weiß man ja, wie es ausgeht." Naja, und jetzt weiß es halt auch der SPÖ-Chef.
Und zweitens fiel bisher völlig unter den mit Gusenbauer überzogenen Tisch, dass - wie wir dem Hinweis eines befreundeten Technikers verdanken - die Große Koalition eine völlig neue Form der erneuerbaren Energieträger kreiert hat:. Mit der Reibungsenergie, die Alfred Gusenbauer beim Über-den-Tisch-Ziehen-lassen durch Wolfgang Schüssel erzeugt hat, sperrt Tschechien locker ganz Temelin zu. Was für eine Anti-Atom-Politik, Alfred!

Gusis Glitzerkrönchen namens Grasser

Was tut man nicht alles, um sich einen Kindheitstraum zu erfüllen, da lässt man sich als Kanzlerdebütant sogar ein Swarovsky-Krönchen aufsetzen: Karl-Heinz Grasser bleibt Finanzminister und wird zum Vizekanzler befördert. Willi Molterer gibt den Innenminister, bleibt nur noch die Frage ob Schüssel jetzt noch als strenger Klubobmann den geheimen Obmann des Koalitionsvereins gibt. Dafür darf bald der SP-Verteidigungsminister Norbert Darabos seiner Klientel erklären: Eurofighter schön! Eurofighter billig! Wahrscheinlich haben wir dafür auch ein neues Finanzierungsmodell wie beim Studieren gefunden: Jeder Wehrdiener leistet 60 Stunden Sozialarbeit im Semester, dann können wir die Finanzierung aus dem Sozialbudget des Herrn Buchinger abzwacken. Soviel Aufbruch war im Land schon lange nicht.

Blöd aber auch

Bei den Sozis tut es jetzt rumoren, wegen der Ressortverteilung. Aber Hand aufs Herz: wen hätte der Gusi für die vielen Ministerien denn nehmen sollen? In Wahrheit gibt es da ja niemand. „Lieber die Schwarzen weiter werken lassen“, wird sich der Gusi, clever wie er ist, gedacht haben. „Die kennen sich schon ein bissal aus und die unsrigen brauchen sich nicht wie Sickl, Forstinger, Haupt & Co blamieren.“

Habemus Regierung

… und was für eine. Schön ist dieser neue Sozialdienst für Studenten. Die Bummleranten müssen jetzt ran. Nix mehr bis zwölf Uhr schlafen – jetzt heißt es zeitig aufstehen und im Alterheim die Bettpfannen wechseln – sonst heißt es blechen………

5.1.07

Galgen-Mania

2006. Ein blödes Jahr für ehemalige Diktatoren. Milo weg, Pino weg und dann auch noch Saddam. Letzterer legte den besten Abgang hin. Saddam Megastar. Der Mann katapultierte sich binnen Stunden zur weltweit erste Handy- und Webikone. Die „Saddam Execution Show“ macht Rekordquote. Wo bleibt die Werbebranche? Die Reichweiten sind nicht zu toppen. Am Wochenende geht es in die nächste Runde. Das ist so eine Art irakisches Starmania ohne Friendship-Ticket. Barsan el Tikriti, Saddams Halbbruder ist an der Reihe. Lustige Filmchen sind garantiert. Da wird sich doch ein Sponsor auftreiben lassen.

4.1.07

Wahlrecht für Sängerknaben!

Auch bei der ÖVP ist man jetzt dafür, dass man schon mit 16 wählen darf. "Wenn man sich anschaut, was 16-jährige alles schaffen wie eine Vierschanzentournee zu gewinnen, warum nicht?" sinniert der Lebensminister Pröll (was ist eigentlich mit der Vizekanzlerschaft des Kronprinzen passiert?) Na also, 16-jährige die Vierschanzentourneen gewinnen dürfen künftig wählen. Und jetzt noch: Wahlrecht für Sängerknaben – wenn man sich anschaut, was so 10-jährige alles schaffen!

Flieger outsourcen

Also, Herr Gusenbauer, jetzt ist Phantasie gefragt. Dass Sie den Kanzler für eine bürgerliche Regierung abgeben ist wohl schon hinreichend festgestellt, jetzt wär doch diese Eurofighter-Geschichte, bei der Sie nicht mehr weiterkommen, doch noch ein neoliberales Überholmanöver in letzter Minute wert, sozusagen den Verhandlungsnachbrenner zünden. Unser Vorschlag: Ausgliedern, Outsourcen, das hat sich doch von den Bundesgebäuden bis zur Betreuung in Flüchtlingslagern bestens bewährt.

Erste Variante: Statt von den Schweizern Flieger zu mieten, mieten wir gleich auch das Personal dazu, die sorgen für die Luftraumüberwachung (wunderbares Bürokratenwort übrigens, wir erinnern uns an Kreiskys Luftraumüberwachungsgeräte alias Draken, gleich gefolgt von den Kettenfahrzeugenexporten). Das sollte auch den Eidgenossen gefallen, quasi als Habsburgerwiedergänger des 21. Jahrhunderts wenigstens zur Luft über Österreich herrschen. Und dann natürlich praktisch bei so einem Überschallflugzeug: Weil wenn du in der Schweiz links beim Genfersee andüst kommst du wahrscheinlich nicht mal über die Schallmauer weil du dich rechts beim Bodensee wieder einbremst, künftig ging's dann noch bis zum Neusiedlersee weiter.

Zweite Variante: Eine NGO mit der Luftraumüberwachung beauftragen, z.B. die "European Air Care" (EAC), eine Schwesterorganisation der zu Lande bestens eingeführten European Home Care. Denen überträgt man die jetzt ohnedies schon angeschafften und allenfalls nur mit Verlusten noch loszuwerdenden Eurofighter, damit ist auch die Zwei-Milliarden-Aufwendung entemotionalisiert weil sie künftig als NGO-Subvention läuft und neuen Großmut der Großkoalitionäre demonstrieren würde. Dafür muss man nicht alle Betriebskosten schlucken, wie das so ist wenn eine NGO machen lasst was man eigentlich selbst machen sollte. Andere Finanzierungsquellen: Spendenaktion "Luftraumüberwachung ohne Grenzen" mit dem Slogan "Fliegt da jemand?" Oder EAC bietet befreundeten Neutralen (Schweiz, Schweden, Irland) gegen Unkostenbeiträge an, gelegentlich auch in ihren Lufträumen Nachschau zu halten. Damit das gut koordiniert wird unser Vorschlag: Ernsti Strasser, bei NGOs bestens eingeführt und jetzt passenderweise Risikokapitalgeber, wird zuerst Proponent, dann Präsident von EAC.

Dritte Variante, an der auch die Grünen gefallen finden könnten: Da wir ohnedies nur noch von befreundeten Nato-Staaten umgeben sind (© van der Bellen, schon vergessen?) bitten wir diese, freundschaftlicherweise auch gleich unseren Luftraum zu überwachen. Dazu könnten sie ein paar Eurofighter von der Republik zum Schnäppchenpreis erwerben, quasi Jahresflieger zu Vorzugskonditionen. Immer noch billiger als die Ausstiegspönale, und wir bleiben schön neutral, weil man doch noch von Freunden einen Freundschaftsdienst erbitten kann, oder?

Jedenfalls: Daran soll doch einen Sushi-Koalition nicht scheitern.

3.1.07

Geschmacklos

Wir sind ja hier selten die Hüter des guten Geschmacks, aber manchmal muss das auch sein. Unser aufmerksamer Leser Walter G. machte uns auf eine besondere Geschmacklosigkeit aufmerksam, die sich rund um das Ableben von Innenministerin Liese Prokop ereignete. In einer Aussendung und auf ihrem Website bezeichnete die Flüchtlingshilfe-Organisation "Asyl in Not" dieses tragische Ereignis als "gute Meldung zum Jahresbeginn". Kein anständiger Mensch würde Prokop eine Träne nachweinen, stellte "Asyl in Not"-Obmann Michael Genner in der Aussendung fest. Wir meinen: Kein anständiger Mensch wird diesem Herrn eine Träne nachweinen, wenn er schleunigst zurücktritt. Im Interesse seiner eigenen Organisation.

2.1.07

Rudi, Rudi gibt acht

Ex-Finanzminister Rudolf Edlinger war schon immer ein aufmerksamer Zeitgenosse und hat immer acht gegeben, daß nix passiert. Und wenn doch, dann hat er uns mit kräftigen Sprüchen gewarnt. Wir erinnern uns noch dunkel an die ÖVP und den Hund und die Wurst. Und was sagt Edlinger eigentlich zur bisherigen Koalitionsverhandlungsführung Alfred Gusenbauers? Edlinger im "Kurier": "Das ist ja eine Mogelpackung: Da steht Gusenbauer drauf, aber es ist nur ÖVP drin!" - Ach, Rudi, so scharf hätten wir das wirklich nicht formuliert. Genosse Gusenbauer hat halt noch einen gewissen Restalkohol von Silvester. Deswegen fällt er dauernd um.