30.10.07

Vater Unser

Wien ist anders, Niederösterreich ist jenseits. In manch - vielleicht gar vielen – öffentlichen (!) Volkschulen rattern die Kinder vor dem Unterricht so mir nix dir nix das Vater Unser runter. Stramm stehen inklusive. Die Eltern wissen freilich nichts davon, deshalb große Krise wenn der kleine Moslem, Hindu oder freche Heide fröhlich das Kreuzerl machen zu Hause demonstriert. Beim zuständigen Landesschulrat findet man nichts dabei: „Wenn es die Schule so will, soll uns das recht sein. Da mischen wir uns nicht ein.“ Und wie denn das so sei, mit dem nicht ganz so römisch katholischen Nachwuchs? „Die sollen sich inzwischen ruhig und unauffällig verhalten. Und auf keinen Fall stören.“ Amen.

29.10.07

Kronenkoma

Immer wieder wunderbar, welche Zusammenhänge die Krone alltäglich aufdeckt. Nur die Frau Jägerstätter hat sich das nicht verdient.

27.10.07

Vignetten Kaiser

Die drei Jungs von der Tankstelle, sprich die geschassten Asfinag Vorstände Trattner, Lückler und Reichhold kassieren für ihren frühzeitigen Abschied pro Mann und Nase den Gegenwert von 9.917 Autobahn-Vignetten. Da muss man den Burschen neidlos gratulieren. Nicht schlecht. In Euro umgerechnet sind das immerhin freundliche 280.000 Kröten. Klingt beim schnellen hingucken vielleicht doch recht viel, aber um den Schmattes geht sich nicht einmal der Asphalt für einen Kilometer Autobahn aus. Also wozu die Aufregung.

26.10.07

Heldenplatz mit Luftgerät

Nationalfeiertag ist Leistungsschau-des-Bundesheeres-am-Heldenplatz-Tag. Alles war so wie immer. Alles? Nein, nicht alles. Der Eurofighter stand diesmal woanders, damit man ihn bei der Fernsehübertragung der Angelobung nicht so sieht. Und außerdem heißt der Eurofighter nicht mehr Eurofighter und auch nicht mehr Kampfbomber, wie noch im Wahlkampf, sondern Luftgerät (Norbert Darabos). Na bitte, ist doch gleich alles viel neutraler.

24.10.07

Die Allüren des Friedensnobelpreisfuzzis

Wir haben ja nicht ganz verstanden,wieso man für eine Doku gleich einen Friedensnobelpreis bekommt. Aber offenbar ist dem Al Gore das schon ordentlich ins Hirn gestiegen, der Mobilkom stellt er sich für die Kleinigkeit von 240.000 Dollar für einen Vortrag in der "Hochspannungshalle" (wir haben das nicht erfunden, das heißt wirklich so) zur Verfügung. Zur Veranstaltung eingeladene Journalisten wurden von der Mobilkom in letzter Minute angerufen und gebeten, doch nichts über den Auftritt und die Rede des Hrn. Nobelpreisträger zu schreiben, er wolle das nicht. Dieselbe Nummer hat er schon tags zuvor in Berlin gegeben, Putin ist da ein Muster an demokratischer Redefreudigkeit im Vergleich dazu. Auch recht, es goret schon viel zu viel dieser Tage.

Business Man of the Year

Der Titel gebührt selbstredend Karl Heinz Grasser. Der beste Finanzminister aller Zeiten, mit dem unglaublichen Zug zum Tor, dribbelt die freie Marktwirtschaft schwindlig. Was der Mann angreift wird zu Gold. Die Meinl International Power Aktie- eine Sucsess Story, und auch seine Kommunikationsfirma Valora Solutions dürfte gehörig brummen. Okay, mit PR-Profi Peter Hochegger hat sich jetzt ein Teilhaber verabschiedet, weil KHG und sein Tankstellen-Spezi Meischberger laut FORMAT angeblich zu wenig Kunden anschaufeln. Sicher ein Missverständnis, ist schon wieder vergessen. Zumal die Personallücke mit Hubert Gorbach relativ flott nach besetzt wird.

Igitt, Gesamtschule

Cool, wie die Schwarzen mit dem selben Schmäh wie vor 17 Jahren die Roten auflaufen lassen. Aus dem Koalitionsabkommen: "Für den Bereich der Schulen der 10- bis 15jährigen ist eine Entwicklung über Schulversuche einzuleiten, die - regional unterschiedlich akzentuiert - zu einer gemeinsamen Schule für alle 10- bis 15jährigen führt."

Das war 1990, und ein halbes Jahr später Makulatur, weil die ÖVP das unsittliche Ansinnen der SPÖ auf EInhaltung einer Koalitionsvereinbarung entrüstet zurückwies.

Natürlich hat der Pflanz nicht erst damals angefangen, sondern schon unter dem schwarzen Unterrichtsminister Alois Mock mit der Einführung der Schulreformkommission 1969. Aber weil das ja alles längst vergessen, vergeben ist, führ ma des Theater über den Untergange der abendländischen Welt durch die sozialistische Eintopfschule halt nochmal auf.

23.10.07

3. Welt Bomber

Gut, vielleicht ist das aller nur ein blöder Zufall, und man will ja auf keinem Fall etwas unterstellen. Aber: immer wenn das Politburo in ein Flugzeug Richtung Afrika steigt, ist die Maschine nicht mehr ganz so taufrisch. Die KLM steuert zum Beispiel Nairobi mit einer alten McDonnel Douglas MD-11 an. Der Flieger kommmt normalerweise nur mehr als Frachtflugzeug zum Einsatz. Auch die viel gelobte Virgin Atlantic macht sich Richtung schwarzem Kontinent mit einem Airbus A340-300, Baujahr 1991, keine Freunde. Von den Sitzen und dem Bordservice gar nicht zu sprechen. Viel gereiste Passagiere sehen das ähnlich. „Ich pendle zwischen Nairobi und London, egal mit welcher Linie ich unterwegs bin, das sind alles 3. Welt Bomber“, erzählt ein Keniate. Die Pressestellen der jeweiligen Fluglinien wollten auf Anfrage davon freilich nur wenig wissen. „Die Wahl des Flugzeugmodells ist sicher nicht abhängig von der Destination“, heißt es knapp.

22.10.07

Männer, einkaufen gehen!

Mannomann, so wird das nie was mit der Emanzipation: Für über die Hälfte aller Männer kaufen die Frauen die Unterwäsche, und jetzt noch dieser Hammer: Wenn die noch unter 30 sind, dann ist es die Mutter! Mann, merke: deine Frau ist keine Pensions- und Wäschekaufversicherung und wenn du nicht eines Tages nackt dastehen willst während die Ex alle deine Unterhosen entsorgt hat, dannwird's jetzt Zeit für einen Einkauf. Tipp für Anfänger: Gibt's sogar beim Eduscho.

Auch das noch: Dumbledore schwul!

Wie werden das nur die Kaczynski-Zwillinge verkraften: Nicht nur die Teletubbies sind schwul, auch Harry Potters Mentor Dumbledore ist schwul! Welches Omen: Just am Tage des Outings durch J.K.Rowlings verlieren die Kaczynskis an einen Liberalen.

Asylwerber-Survivor

Die so genannte "Ausländer-Frage", wie sie landauflandab immer noch gerne genannt wird, als ob das Land mit der Lösung von "Fragen" im vergangenen Jahrhundert nicht schon genug Unheil angerichtet hätte, bringt immer wieder kreative Ansätze hervor, wir denken da an den Schlingensief-Container vor ein paar Jahren.

Die Online-Weiterentwicklung des Containers als "Asylwerber-Survivor" bietet sich an: Das Innenministerium hat ja die Details zum Asylverfahren der Familie Z. schon online gestellt, gleich mit ein paar anrührenden Fotos über das schöne Kosovo, Minarett dezent im Hintergrund. Der niederösterreichische Landeshauptmann steuert die Strafregisterauszüge zu, und der ORF besorgte dankenswerter die Ausstrahlung von Arigonas Video (und kassiert für dessen Übernahme von anderen TV-Anstalten, obwohl man ja im ORF treuherzig beteuert, dass das Video einfach abgegeben wurde).

Solcherart würden Asylwerber künftig ihr Anliegen online präsentieren, und dazu wöchentlich einen Vorschlag machen, welche ihrer Mitbewerber die Insel der Seligen an ihrer statt zu verlassen hätten. Das p.t. Publikum entscheidet dann per Online- und SMS-Voting.

18.10.07

Schatz im Strafregisterauszug

Wer nur den Schatz im Silbersee im Wohnzimmerregal stehen hat, hat auch sonst nix zu verbergen. Da ist doch nur logisch dass unser Lowlander Erwin Pröll vorschlägt, dass man die Strafregisterauszüge von Asylwerbern veröffentlicht, weil wer ja nix zu verbergen hat... Der Wahlkampf in Niederösterreich fängt schon früh an. Und wenn man sich den Zustand der Koalition so anschaut, vielleicht auch der für den Nationalrat.

13.10.07

In Zuug eini ghukt

Arigona Zogaj könnte man in Wahrheit ja gar nicht abschieben, weil das Mädchen mit ihrem oberösterreichischen Hardcore-Dialekt Marke Hausruckviertel - do hob i mi ofoach in zuug eini ghukt - außerhalb von Frankenburg ja gar nicht zu verstehen ist. Zipf, Ampflwang, Timmelkam, Ungenach, Wolfsegg wären sprachtechnisch noch OK, dann wird es aber schon eng.

Apropos Zogaj: auch der Exkanzler meldet sich zum Thema zu Wort. Mit entwaffneter Logik gibt er zu bedenken, dass Herr Zogaj kein gutes Integrationsbeispiel sei, da dieser ja illegal nach Österreich gekommen ist. Das müssten diese Ausländer freilich wissen, bevor sie sich da her trauen.

11.10.07

Braver Pfarrer

Pfarrer Friedl aus Ungenach. Endlich wieder mal ein Geistlicher zum gern haben. So macht Kirchensteuer Sinn.

6.10.07

schämts euch was

Na sowas. Unser armer, armseliger Innnenminister wird erpresst. Von einem 15-jährigen heulenden Mädchen. Das deshalb heult, weil ihr Vater und ihre kleineren Geschwister in den Kosovo abgeschoben wurden. Für den Fall, dass man die 15-jährige auch abschieben will, was noch geklärt werden muss, droht sie, sich lieber umzubringen. Ihre Mutter liegt mit Nervenzusammenbruch im Spital in Oberösterreich und weiss auch nicht, wo die Tochter untergetaucht ist.
Da muss ein Innenminister natürlich schon Härte zeigen und wie die deutschen Kollegen früher zu RAF-Zeiten ein "Der Staat darf nicht erpressbar werden." zwischen den Zähnen herauspressen.
Das ganze wird veranstaltet von einer Partei, die es fertigbringt, im selben Atemzug etwas davon zu erzählen, wie wichtig Ihr die Kinder sind und dass die Steuerpolitik ganz und gar langfristig für die Kinder ...blabla.
Zugleich werden in einer Aktion scharf derzeit gerade Familien auseinandergerissen und teilweise abgeschoben. Wem immer man da jetzt was beweisen will.
Jetzt bin ich die Letzte, die etwas gegen gerechtfertigte Ausweisungen hat, wenn sie gleich vollzogen werden, aber diese Fälle liegen alle seit gut fünf Jahren auf dem Amt und werden jetzt erst aufgearbeitet. Und in der Zwischenzeit haben sich die meisten eben tatsächlich integriert. Gerade die Balkan-Kriegsflüchtlinge, denen lediglich vorgeworfen wird, den Asylantrag erst nach Kriegsende abgegeben zu haben. Ich empfehle dem Innenminister und sonstigen Klugschwätzern, mal den Kosovo ganz privat zu besuchen. Da können Sie den Krieg und den Hass jetzt noch riechen.

Die anderen, die das auch "grauslich" finden wie unser Bundeskanzler, können ja am Dienstag, den 09.10. um 18.00 Uhr, sich am Minoritenplatz treffen und dann zum Innenministerium ziehen. Das Ganze wird unter dem Motto „Schluss mit der Unmenschlichkeit“ von den Grünen organisiert.
Aber nicht erpressen lassen.

3.10.07

Politburo Society

Erwin Buchinger macht auf Andrea Kdolsky. Der rund um die Uhr beliebte Sozialminister Erwin Buchinger hat Schmetterlinge im Bauch, heißt es aus Society-Kreisen. Eine blutjunge Parteikollegin aus Salzburg soll es dem feschen Erwin angetan haben. Die Gattin schäumt, will sich aber partout nicht scheiden lassen. Mehr dazu wahrscheinlich Sonntag früh bei Claudia Stöckl’s ”Frühstück bei mir“.