3.4.08

OMA-Ehen

"OMA", Ohne Musik und Ansprache, heißt das in der Fachsprache des Standesamts Wien Innere Stadt, wenn die Leut bei der Hochzeit keine Zeremonie vom Standesbeamten wollen. Das nimmt der Standesbeamte immer mit vorwurfsvollem Bedauern zur Kenntnis, wenn er seine Weisheiten nicht vor dem versammelten Brautpaar und seinen Trauzeugen ausbreiten darf. Und der Klavierspieler kommt auch um ein paar Euro, wenn keiner den Hochzeitsmarsch von seinem Elektroorgan hören will.

Na und sowas will der Pater Willi den Homos verordnen, die sich jetzt unbedingt eine Ehe einbilden. Ehe ja, Standesamt nein, oder vielleicht beim Hintereingang die Urkunden abholen, aber auf jeden Fall: OMA für die Homos. Aber da merkst du wieder: Sind eine wirtschaftsfreundliche Partei, die Schwarzen, weil die Schwulen und Lesben ham eh so viel Geld, neulich hat das sogar das Leibblatt der Schwarzen, die Presse, festgestellt: Reiselustig können sie die Nebensaisonen füllen, weil sie ja bekanntlich keine Kinder haben und damit nicht an die Schulferien gebunden sind! Und dass das mit der Kinderlosigkeit so bleibt, na dafür bürgt Pater Willi schon.

Also stellen wir uns vor: Das gibt eine Mordsgeschäftschance für Unternehmer in der Umgebung, um Zeremonien in Vergas-Style bei der Hintertür vom Standesamt anzubieten. Urkunde wird abgeholt, und von schauspielernden Standesbeamten dann in eigenen Zeremonien pro forma überreicht. Garantiert viel lustiger als das Original. Weil, wie wir das letzte mal beim Standesamt vorbeigeschaut haben, so ein Trausaal schaut eh mehr aus wie ein Trauersaal der städtischen Bestattung als ein Ort freudvoller Versprechung.