2.6.08

Fahne ist eine Beladung

Genoss Spu hat sich ja gehörig lustig gemacht, ob meiner Sorge wegen herumfliegender Fahnenteile …… linker Besserwisser oder so ähnlich musste ich mich schimpfen lassen. Jetzt melden sich heimische Versicherungen und der deutsche ADAC mit einer dringenden Warnung zu Wort. Versicherungen kommen nur dann bei Schäden auf, wenn die Flaggen ordnungsgemäß am Auto angebracht sind. Und das geht leider nicht wirklich. Laut ADAC haftet bei einem Unfall der Lenker für alle Schäden, die sein Fähnchen verursacht. Und zwar deswegen, weil die Wimpel nicht am PKW befestigt, sondern zwischen Autofenster und Rahmen geklemmt sind. Und was nicht fest mit dem Fahrzeug verbunden ist, obliegt der Verantwortung des Fahrers. Bei den Fähnchen handelt sich nach Paragraph 22 der Straßenverkehrsordnung (wir sprechen jetzt von Deutschland) um eine Beladung. Die Fähnchen müssen deshalb nicht nur in Österreich, sondern auch in Deutschland und der Schweiz stabil am Auto verankert sein und dürfen die Sicht des Fahrers nicht behindern. Tja und noch was: die Euro passiert auch in der Schweiz. Noch melden die Eidgnossen kein Autofahnenmeer. Wer mit seinen Fahnenauto über die Grenze braust, darf den Wimpel nur an den hinteren Fenstern befestigen. Und: in beiden Ländern ist es verboten, große Fahnen an langen Stangen aus dem Fenster zu halten. Logisch: das sind ein paar Kopferl ab am Radweg. Zudem haben am Innenrückspiegel Wimpel und Maskottchen nichts verloren (gilt in Wahrheit auch für den Fuchsschwanz und für Madonnen). Pannini-Pickerl an den Scheinwerfern sind eine Todsünde. Und zum Schluss jetzt ganz wichtig: die Fahnderl sind Spritfresser. Ab Tempo 70 kann der Mehrverbrauch locker einen halben Liter auf 100 Kilometer ausmachen. Und beim Benzinpreis hört sich der Patriotismus bekanntlich auf.