15.7.08

Kassenkonkurs

Interessant, wie der Geschäftsführer eines so genannten Selbstverwaltungskörpers wie der Wiener Krankenkasse seine Verantwortung definiert. Weil die Kasse Miese macht, und weil die Regierung nicht mehr da ist um für mehr Geld und/oder eine "Gesundheitsreform" zu sorgen, wird noch einmal schnell der Schuldenstand von einer halben Milliarde auf 617 Millionen Euro erhöht, und dann der Konkurs beschworen.

Natürlich meine man das mit dem Konkurs nicht wirklich ernst, erzählt uns der oberste Selbstverwalter der Wiener Gebietskrankenkasse Franz Bitter: "Wir wollen uns gar nicht damit beschäftigen, weil wir davon ausgehen, dass am Ende der Hauptverband für eine ausgeglichene Liquidität zu sorgen hat und in weiterer Folge der Bund sozusagen hier mit in der Pflicht steht."

Auch wenn die Regierungen der letzten Jahre und Jahrzehnte am Schuldenstand mit Schuld sind, weil sie einerseits die Einnahmen festlegen, andererseits die Ausgaben, und sich das ganze seit langem nicht mehr ausgeht – dann bleibt immer noch die Frage: Wär's jetzt für einen Selbstverwalter mangels handlungsfähiger Regierung für viele, viele Monate nicht Zeit auf die Notbremse zu steigen, nicht mehr alles zu zahlen, auch wenn das sehr unangenehm für die Versicherten wär – ehe es noch unangenehmer wird und sie beim Konkurs alles selbst zahlen.