27.10.08

Der Preis polizeilicher Misshandlung

Was kostet es, einen 33-jährigen Schubhäftling zu misshandeln und ihm schwere Frakturen von Jochbein, Kiefer und Augenhöhle zuzufügen? Strafrechtlich nicht viel. Die vier Wega-Cops, die 2006 mit Bakary J. extra in eine Lagerhalle fuhren um ihn dort fast umzubringen fassten gerade mal ein paar Monate bedingt aus. Und waren nach kurzem wieder im Dienst, die disziplinarische Geldstrafe wurde sogar noch verringert.

Aber es gibt doch ein paar Menschen, denen solche polizeilichen Übergriffe wie aus einer TV-Serie über korrupte Bullen nicht wurscht sind: Der Verwaltungsgerichtshof hat der Berufung des Disziplinaranwalts recht gegeben, der gegen die Disziplinarstrafen berief, weil sie zu gering waren. Der Disziplinaranwalt hatte sich für die Entlassung ausgesprochen, was die "Oberkommission" im Bundeskanzleramt zurückwies und das bissl Geldstrafe sogar noch herabsetzte.

Völlig unzureichend, urteilte der Verwaltungsgerichtshof, "die Scheinhinrichtung hatte eine schwere Traumatisierung des
Häftlings zur Folge" und sei auch darum besonders schwerwiegend. Zurück an den Start also, jetzt werden wir sehen, ob in der Disziplinarkommission noch irgendwer einen Funken von Anstand hat.