14.10.08

Freistaatsbegräbnis

Wenn Genossen dieser Tage zusammensitzen, wie neulich Genosse ska und Genosse spu, machen sie sich natürlich berechtigte Gedanken, welche Pläne es eigentlich zur würdevollen Verabschiedung des LH der Herzen gibt.

Gut in Erinnerung sind dem Volk aus jüngster Geschichte natürlich drei Trauerevents: Da war zuletzt UHBP Klestil, ebenfalls viel zu früh aus dem vollen Leben gerissen, dem im Dom zu St. Stephan gebührlich vom Kardinal die letzte Ehre nach Aufbahrung in der Hofburg erwiesen wurde, mit der großen diplomatischen Herausforderung erste und zweite Frau entsprechend zu platzieren. Daraus könnte man sicherlich Anregungen für die Sitzordnung mit Witwe und Ex-Lebensmenschen schöpfen.

Davor haben wir den Kreisky in der Säulenhalle des Parlaments aufgebahrt, der dann vom fast kniefallenden Willy Brandt herzergreifend auf dem Weg zum Ehrengrab geleitet wurde. Für diese Rolle könnte man sich Jörgs Dobermann vorstellen, den Stadler, auch Säulenhalle wäre überlegenswert, immerhin ist der wie Klestil zu früh Verstorbene ja auf dem ersten Listenplatz in den Nationalrat gewählt worden, auch wenn er schon vorher ankündigte, diese Ehre dann seinem Petzner überlassen zu wollen, was ja jetzt wirklich unwiderruflich der Fall ist.

Und natürlich die Mutter aller Begräbnisse für die seelige Zita. Acht Rappen vor der schwarzen Kutsche, quasi Phaeton der Habsburger-Kutschen, die besonderes Geschick des Kutscher erforderlich macht, da ja kein Bremsmechanismus vorhanden ist, welche Symbolik für entgleiste Politik und so. Statt zur Kapuzinergruft müsst es natürich zur Bärentalschen Hauskapelle gehen, ein Ort mit Bernhardscher Anmutung.

Natürlich wirft dies die Frage auf, ob der nach Euro und Olympia und Finanzkrise marode Staatsfunk noch in der Lage ist, diese Übertragung zu finanzieren. Aber man könnte ja die Rechte auch an die Privaten verkaufen, vielleicht ein bissl ein Polster für die den Orangen ins Haus stehenden schwierigen Zeiten. Lichttechnisch sowieso jetzt eine besondere Herausforderung, nachdem die Sonne in Kärnten vom Himmel gefallen ist.