9.10.08

Himmlische Dividende

Während erst unsere Finanzwirtschaft und dann der Rest in das schwarze Loch stürzt, das die Urknallmaschine in Genf angeblich nicht erzeugt hat und das uns sowieso nix tun könnte, während also die Notenbanken dieser Welt in seit 9/11 unbekannter Einigkeit sich dem christlichen Wucherverbot anschließen und den Zinssatz senken, hat auch der alternde Barockengel im Vatikan ein paar tröstende Worte für unsere irdische Misere: "Geld verschwindet, es ist nichts. Die einzige solide Realität ist das Wort Gottes."

Schön gesagt, Herr Benedikt, wo doch auch das Geld des Vatikan so gern verschwindet, der so eine Milliarde Dollar in Aktien und Immobilien gebunkert hat und ganz gut davon lebt, das heißt bis auf die Jahre 2003 und 2007, wo das Geld schon zweimal verschwand, wenn auch nicht ganz so plötzlich wie jetzt, als ob einer den Stöpsel aus der Badewanne gezogen hätte. Aber der Herr Benedikt hat auch leicht reden, weil er kann ja immer noch auf den Klingelbeutel zurückgreifen, wenn dann alles Geld verschwunden und der Vatikan nur mehr auf dem Fundament der Worte des Herrn gebaut ist und nur noch mönchisch vom Starkbier lebt. Und Pensionsvorsorge sowieso unnötig: Weil der Pensionplan der Kirche doch einfach wahrlich himmlisch ist.