30.4.08

Unser Heinzi

Übrigens, bevor wir es vergessen: Unser Herr Bundespräsident ist ein Genie. Da stand er doch dieser Tage vor dem heiklen Problem, den EU-Reformvertrag zu unterzeichnen, ohne deswegen eine bitterböse "Krone"-Schlagzeile samt "Herr Strudl", "Cato"-Kolumne, Wolf-Martin-Rachegedicht, "Post von Jeannee" und drei Dutzend erfundenen Leserbriefen zu riskieren.
Was tat der Herr Bundespräsident? Er wartete. Er wartete, bis die "Krone" am Montag alle Tipp-Finger mit dem "Kerkermeister von Amstetten" zu tun hatte und ihre erste Ausgabe schon auf der Straße hatte. Dann, knapp vor 17 Uhr, teilte die Präsidentschaftskanzlei in einer artigen Aussendung mit, dass der Herr Bundespräsident soeben nach reiflicher usw. den Vertrag unterzeichnet habe. Wie gesagt: genial. Oder auch: typisch Fischer. Oder wie Bruno Kreisky stets brummelte: Immer wenn es heikel wird, ist der Heinzi Fischer am Klo.

EURO im Keller

Diese Amstetten Geschichte vermiest uns die ganze EURO. Nix mit Spielen bei Freunden. Willkommen in Perversistan. Fragt sich,ob sich die Fans noch in die Alpenrepublik trauen.Die werten Herren Österreicher stehen weltweit ja wieder mal als schöner Psychos in der Auslage. Österreicher ist gleich Kinder-Einsperrer. Wie zu seligen Waldheim-Zeiten gehört da jetzt ein neues Pickerl für den Pass her. Statt „Ich habe ihn nicht gewählt“ muss da „Ich habe keine Kinder im Keller“ picken.

29.4.08

Politburo TV

Karim El-Gawhary, seines Zeichens ORF Korrespondent in Kairo, schreibt am lauschigen Sinai an der Endfassung seines ersten Buches mit dem Titel: Ma´alesh – irgendwie geht’s immer weiter: tausendundeine Geschichte aus dem arabischen Alltag“, (Ab Anfang September im Handel). Kein obergescheites Korrespondenten Geschwätz, sondern eine lesenswerte Collage arabischer Alltagsgeschichten, die Gawhary über einen Zeitraum von 20 Jahren für diverse Medien geschrieben hat. Gehört auf die „Buch haben wollen“ Liste. Mehr dazu im Video-Interview.

28.4.08

Kampusch 2.0

Und schon wieder so eine Kellergeschichte. Kampusch 2.0, quasi. Und schon wieder in Niederösterreich. Das fällt auf. Da passieren in den letzten Monaten und Jahren die grauslichsten Sachen. Bissal krank dieses Pröllistan. Kampusch selbigst hat den Opfern schon Hilfe angeboten. Lieb gemeint. Geht das mit den Keller-Kids so weiter, können die bald eine eigene Interessensgemeinschaft gründen. Zahlen mäßig geht sich das schon aus. Nur mal eben zusammen gezählt: in Amstetten drei, vier Kinder, in Linz vor ein, zwei Jahren die eingesperrten Kids des Richters und die Kampusch ………

18.4.08

Aber hallo, Herr Ex-Innenminister Strasser!

Ist ja wirklich eine Sauerei, dass da dem früheren Innenminister oder dem Noch-ORF-Reportchef Gerhard Jelinek justament jene Wunschliste gestohlen wurde, in der sich der frühere ÖVP-Mitarbeiter fast vom ORF-General abwärts alle möglichen Posten erträumte, die ihm im der Anstalt gefallen würden. War wohl die falsche Adresse, wo die Mails hingeschickt wurde, man weiß ja wie schnell so eine Mail einen falschen Adressaten erreichen kann.

Jetzt aber das: Der Ex-Innenminister Strasser sieht sich als Opfer von bösen Datendieben, und zwar folgendermaßen: "Es gab viele Hersteller, die mir Computer kostenlos zur Nutzung anboten. Es ist jetzt also auch zu klären, wer auf jene Computer Zugriff nehmen konnte, die ich an derartige Firmen zurückgegeben hatte." -- Aber hallo, Herr Strasser, erst fragliche Gratisgaben der Industrie, und dann nicht einmal die Geräte von Leuten des Polizeiministeriums von so heiklen Daten wie Wunschlisten und sonstigen Kleinigkeiten säubern lassen?

Klingt schwer nach gebührenpflichtiger Dummheit. Da würden wir mal nicht zu laut über Datendiebe reden.

9.4.08

Virenschleuder


Die E-Card mit Fingerprint. Wie stellen wir uns denn das technisch direkt vor Ort in der Praxis vor? Da steht ich also beim Herrn Doktor, die Nase rinnt, Husten, Fieber, gebe die Karte der Sprechstundengehilfin, die checkt das Ding, und ich muss den Finger dann auf ein Gerät zum Gegencheck drauf legen. Das ist bei einem Arzt (zum Beispiel bei einem für Haut- und Geschlechtskrankheiten) aber schon sehr grauslich, möchte ich da einwerfen. Da picken auf dem Scanner ja die Mörder Viren und Bakterien rum, wenn da alle Patienten ihre Grüffel drauf packen, egal ob die jetzt die Pest, die Cholera oder die Masern mit sich rum schleppen.

7.4.08

Glückskeks Lama

Dieser Dalai Lama, der hat es gut, den mögen die Leut. Der Hubert von Goisern, der Richard Gere, die Sharon Stone, und auch der Thomas Gottschalk …… weil er immer so lustig lacht und scherzt. Und dann noch seine Buddha Lifestyle Messages auf Glückskeks-Niveau, da lebt es sich gleich viel besser in den Tag hinein. Kirche kann da brausen gehen. Zweifler, und die gibt es ja immer wieder, sagen, den Chinesen darf man auf gar keinen Fall schön reden, aber der Dalai Lama ist auch eine rechter Schlawiner. Ein Wolf im Schafspelz sei er sogar, sagen sie, höchst verdächtig, nicht nur weil von einem österreichischen Nazi groß gezogen. Und dieses Tibet soll gar nicht so super frührer gewesen sein, mehr so ein feudaler Horrorstaat, gar nicht „ShangriLa“ mit glücklichen Menschen und weisen Priestern. Unterentwickelt und undemokratisch obendrein da droben in den Bergen, mit kleiner religiöser Oberschicht, die auf Kosten der leibeigenen Bauern immer recht ordentlich Butter aufs Brot hatten…… Friede, Freude? Negativ. Die Klöster immer untereinander kämpfen, kämpfen, das ging gleich über mehrere blutige Jahrhunderte dahin … Puah das war freilich auch recht Gacki sagen die Dalai Lama Anpatzer, und wollen das solche Dinge auch mal in der Zeitung stehen.

3.4.08

OMA-Ehen

"OMA", Ohne Musik und Ansprache, heißt das in der Fachsprache des Standesamts Wien Innere Stadt, wenn die Leut bei der Hochzeit keine Zeremonie vom Standesbeamten wollen. Das nimmt der Standesbeamte immer mit vorwurfsvollem Bedauern zur Kenntnis, wenn er seine Weisheiten nicht vor dem versammelten Brautpaar und seinen Trauzeugen ausbreiten darf. Und der Klavierspieler kommt auch um ein paar Euro, wenn keiner den Hochzeitsmarsch von seinem Elektroorgan hören will.

Na und sowas will der Pater Willi den Homos verordnen, die sich jetzt unbedingt eine Ehe einbilden. Ehe ja, Standesamt nein, oder vielleicht beim Hintereingang die Urkunden abholen, aber auf jeden Fall: OMA für die Homos. Aber da merkst du wieder: Sind eine wirtschaftsfreundliche Partei, die Schwarzen, weil die Schwulen und Lesben ham eh so viel Geld, neulich hat das sogar das Leibblatt der Schwarzen, die Presse, festgestellt: Reiselustig können sie die Nebensaisonen füllen, weil sie ja bekanntlich keine Kinder haben und damit nicht an die Schulferien gebunden sind! Und dass das mit der Kinderlosigkeit so bleibt, na dafür bürgt Pater Willi schon.

Also stellen wir uns vor: Das gibt eine Mordsgeschäftschance für Unternehmer in der Umgebung, um Zeremonien in Vergas-Style bei der Hintertür vom Standesamt anzubieten. Urkunde wird abgeholt, und von schauspielernden Standesbeamten dann in eigenen Zeremonien pro forma überreicht. Garantiert viel lustiger als das Original. Weil, wie wir das letzte mal beim Standesamt vorbeigeschaut haben, so ein Trausaal schaut eh mehr aus wie ein Trauersaal der städtischen Bestattung als ein Ort freudvoller Versprechung.

2.4.08

Liebe auf den erste Blick

Ich habe mich verliebt. Ein paar Sekunden haben genügt… in der ZIB 2 war sie gestern Abend kurz am Schirm. Schmetterlinge im Bauch. Noch nie im Leben gesehen, dieses anmutige Gesicht, diese sanfte Stimme… leider vor lauter Liebestaumel nicht mitbekommen, welcher Name da eingeblendet war - lange Recherche und Trommelwirbel das Rätsel der schönen Unbekannten ist gelöst. Mein neuer Schwarm hört auf den Namen Christine Marek ist eine gar keine so schlechte Partie… zur Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium hat sie sich hoch gearbeitet… Respekt.