30.10.08

Nonstop-Gas

Rundum Erfreuliches gibt es von der heutigen zweiten Runde der rot-schwarzen Koalitionsverhandlungen zu berichten. Die beiden Verhandlungskomitees unter der Leitung der beiden Neffen der Nation gingen zwar nach vier Stunden ohne jegliches Ergebnis auseinander, verbal wurden aber deutlichste Fortschritte erzielt: Doris Bures sagte, man werde jetzt den Turbo einschalten. Werner Faymann sagte, man werde jetzt drastisch das Tempo erhöhen. Und Josef Pröll sagte, man werde jetzt "nonstop aufs Gas steigen" (quasi 142 km/h).
Ja, und bis zur nächsten Runde erging an alle Verhandlungsuntergruppen der energische Auftrag, bis kommenden Donnerstag neue dynamische Sprachbilder zu ersinnen. Etwa: Wir werden jetzt den Nachbrenner zünden! Oder: Jetzt holen wir die Oma aus dem Koma! Oder: HUI - Höllenschnelles, ultraeinfaches In-die-Arme-sinken! Wir freuen uns schon.

Ba-Ba-Ba-Banküberfall

Finanzkrise, Kassasturz, Konjunktureinbruch - Nach all dem Krisengerede und -gegipfel endlich einmal eine gute Nachricht: In Feldkirch hat heute ein Mann eine Bank überfallen! Der Glaube in die Liquidität des heimischen Finanzsektors lebt!
Beute: 3055 Euro. Na ja.

28.10.08

Ein Bier für den Herrn Obama!

Die Herren, die 1999 einen berühmten Beer-Commercial "Whassup" für Budweiser gemacht haben, outen sich jetzt für Obama:


Das war übrigens das Original:

Frau Präsidentin

Die Barbara Prammer ist jetzt wieder quasi Österreichs ranghöchste Frau als Erste Präsidentin des Nationalrats, einen Herzschlag vom Bundespräsidenten entfernt, würden die Amis sagen, weil sie ja im Falle eines Falles den Heinzi Fischer beerbt, dem wir natürlich Gesundheit und langes Leben wünschen. Aber jetzt diese politische Milchmädchenrechnung: 2010 ist der Bundesfischer 72 Jahre alt, auch schon pensionsreif, während die Prammer mit schlanken 56 quasi im besten präsidialen Alter für die Hofburg wär. Nur die Stelle des First Spouse, die Margit Fischer so tadellos besetzt, wär dann eigentlich verwaist, weil der Alte von der Prammer net so eine präsidiale Figur macht. Aber vielleicht kann man da ja einen Deal machen, dass die Margit als First Lady bleibt. Oder natürlich könnte sie unsere Hillary werden, hätt auch Charme, wie man so sagt.

Verfilzmayrung der Republik

Der Filzmaier ist die neuen Karmasins. Ganz allein ersetzt er spielend alle drei. Quatscht gerade in seinem monotonem Dialog stundenlang die Fernsehübertragung der konstituierenden Nationalratssitzung voll und es geht einem beim einen Ohr rein und beim anderen raus und macht dazwischen alles taub. Unglaublich, muss der nix anständiges arbeiten an der Uni? Und über-über-überall springt er einem entgegen. Schaut auch immer gleich schief grinsend drein, so wie der Hans Niessl auf jedem Bild gleich ausschaut.

27.10.08

Der Preis polizeilicher Misshandlung

Was kostet es, einen 33-jährigen Schubhäftling zu misshandeln und ihm schwere Frakturen von Jochbein, Kiefer und Augenhöhle zuzufügen? Strafrechtlich nicht viel. Die vier Wega-Cops, die 2006 mit Bakary J. extra in eine Lagerhalle fuhren um ihn dort fast umzubringen fassten gerade mal ein paar Monate bedingt aus. Und waren nach kurzem wieder im Dienst, die disziplinarische Geldstrafe wurde sogar noch verringert.

Aber es gibt doch ein paar Menschen, denen solche polizeilichen Übergriffe wie aus einer TV-Serie über korrupte Bullen nicht wurscht sind: Der Verwaltungsgerichtshof hat der Berufung des Disziplinaranwalts recht gegeben, der gegen die Disziplinarstrafen berief, weil sie zu gering waren. Der Disziplinaranwalt hatte sich für die Entlassung ausgesprochen, was die "Oberkommission" im Bundeskanzleramt zurückwies und das bissl Geldstrafe sogar noch herabsetzte.

Völlig unzureichend, urteilte der Verwaltungsgerichtshof, "die Scheinhinrichtung hatte eine schwere Traumatisierung des
Häftlings zur Folge" und sei auch darum besonders schwerwiegend. Zurück an den Start also, jetzt werden wir sehen, ob in der Disziplinarkommission noch irgendwer einen Funken von Anstand hat.

26.10.08

action

Alles muss man selber machen.
Jetzt zeigen Sie doch mal, daß nicht nur die Menasses Protesbrieferln schreiben können, sondern auch das Internetz. Aber bitte schnell, es eilt. Hier entlang:
http://internetgeneration-gegen-martingraf.blogspot.com/

Mullah Award


Tag der Fahne, Tag der Kontraste. Gestern Früh kurz beim iranischen Altpräsidenten Mohammad Khatami vorbeigeschaut, am Abend einen Big Brother Award verleihen dürfen. Dem guten Khatami hätte man auch so einen Preis mit nach Teheran geben sollen. Stellvertretend für die iranische Regierung quasi – so eine Art AllTime Big Brother Award for very spezial Countries. Von Dialog und so Sachen hat der Gute schwadroniert und wie wichtig es denn sei mit den Leuten zu reden, weil sonst ja nie und nimma Frieden auf dieser Welt. Die globale Moral ist ihm auch ein echtes Anliegen. Quasi alles was sie im Iran halt so vorbildlich vormachen. Während seiner Rede ist ihm der Text ausgegangen, der Pressesprecher hat gepatzt und ihm die fehlenden Seiten raus suchen und auf das Podium bringen müssen. Sonst so sanft wirkend, ist er ein bisschen fuchtig geworden. Fischer und Schönborn waren auch da, weil der Khatami verkauft sich im Westen ja als netter Bursch. Mag sein: Aber ein Mullah bleibt halt ein Mullah!

Gute Besserung, Herr Gouverneur

Guter Mann, der Ewald Nowotny, erst hat er die Bawag wieder hinbekommen, jetzt wacht er als Nationalbank-Chef darüber, dass unsere Sparschweine nicht unters Messer der Finanzkrise kommen. Aber so drastisch hätte er uns die Vorzüge von mehr Staat als privat in der Krise nicht vorführen müssen: Nach einem Anästhesie-Unfall in einer Privatklinik musste das öffentliche Wilhelminenspital zur Rettung ran. Auf jeden Fall: Gute Besserung, Herr Gouverneur!

Restituiert Graf!

Ah, der Herr Präsident dritter Klasse in spe macht jetzt Spenden für's Amterl, das ihm die bösen Aufrechten wegnehmen wollen. Das Recht auf Restitution soll nicht verjähren, sagt er, vor ein paar Jahren war'ma noch dagegen, dass alles zurückgegeben werden muss was die Nazis den Juden geraubt haben, aber da war'ma ja nur schlagender Burschenschafter und eben noch nicht um sich schlagender drittklassiger Präsidentschaftsanwärter. Wie wär's damit: Restituiert Graf, am besten an die Olympia, oder zumindest in die hinteren Reihen des Nationalrats.

25.10.08

Land der Schläfer

Durch einen glücklichen kalendarischen Umstand erfüllt der Nationalfeiertag heuer endlich seine wahre Bestimmung: Eine Stunde länger schlafen statt Volkswandertag. So soll's sein, und dann noch brav beim Bundesheer vorbeischauen, gell.

24.10.08

Trauerarbeit


Na, wenn das nicht Folgen hat, wie pietätlos die Buberl von Willkommen Österreich mit dem Tod Unseres Herrn Landeshaupmann der Herzen umgehen. Da ist wohl wieder bald eine Programmreform fällig, kosten eh nur a Geld die aufsässigen Komiker. Obwohl interessant, noch nicht mal eine kleine Protestaussendung von den Orangen, nur Claudia dementiert, dass Jörg zur Zweitobduktion ins Ausland geflogen wurde.

Ausgekotzt

Einen seiner berühmtesten Aussprüche tat Helmut Zilk in seiner kurzen Zeit als Unterrichtsminister: "Ich finde die Parteibuchwirtschaft zum Kotzen." - Jetzt ist also ausgekotzt. Weil der Mann gestorben ist, nicht weil der Anlass für seine Übelkeit weggemacht worden wäre. Diese Lösung kam in unserem Land naturgemäß nicht in Betracht. Da schon lieber sterben.

Helmut Zilk 1927-2008

Keine Wurschtsemmel, die er nicht eröffnet hätt, der Helmut Zilk. Genervt hat er manchmal, man könnt auch sagen: oft, aber ein Original war er, von dem es in der Politik viel zu wenige gibt. Und 1993 eines der Opfer einer Bombenstimmung, zu der ein anderer eben prominent Verstorbener nicht unwesentlich beigetragen hat. Den der Zilk übrigens gar net so schlecht gefunden hat.

23.10.08

Haider auf Eis

Der Haider soll noch immer nicht verbrannt sein. In Klagenfurt liegt er in der Leichenhalle auf Eis. Die Witwe hätte Zweifel und traut den Behörden nicht und will ihn nochmals obduzieren lassen, heißt es. Einfacher wäre es den Petzner zu fragen, was da los war. Technische Frage: wie lange darf man so eine Leiche liegen lassen, der nimmt ja im Eiskasten Platz weg.

Kaufbefehl



Schöne Idee von News - den Haider Gedächtniskalender auf den Markt zu bringen. Ab heute in jeder Trafik zu haben. Hängt schon neben meinem Jungbäurinnenkalender.

Kinder kriegen

Weg ist die Zusatzpension. Hat die Finanzkrise gefressen. Jahrelang eingezahlt und futsch. Da müssen wieder Kinder her. Irgendeines wird sich schon erbarmen… wegen Pflege und so.

22.10.08

Professor statt Olympia

Wenn du glaubst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Sascha her. Die Grünen haben heute Alexander Van der Bellen als Gegenkandidat zum blauen Recken Martin Graf ins Rennen um den Dritten Nationalratspräsidenten geschickt. Und jetzt wird´s spannend. Stimmt schon, eigentlich dürfte es überhaupt nicht spannend werden, weil der Professor gegen den Olympen - da braucht man keine Sekunde lang nachzudenken.
Aber, und jetzt kommt das große Aber: Da gibt es doch diese parlamentarische Usance (Usangse, hätte Claus Peymann gesagt), dass die drittstärkste Partei den Anspruch auf den Dritten Präsidenten hat, und dass ihr die anderen Parteien da nix dreinreden, sondern ung´schauter wählen, wer kommt. Weil sonst könnte ja umgekehrt auch die FPÖ oder das BZÖ oder wer immer auf die Idee kommen, dass es im weiten Erdenrund vielleicht geeignetere Kandidaten für den Ersten und den Zweiten Nationalratspräsidenten gibt als die Babsi Prammer und den Michi Spindelegger. Hm. Ob die Gar-nicht-mehr-so-groß-Parteien dieses Risiko eingehen werden? Wir setzen drei Hofratsgehälter auf "Nein". Setzt wer dagegen?

Einfach akzeptieren

Also, wir müssen ja alle lernen zu akzeptieren, annehmen können, das ist ja auch für den Petzner schwer, hat er der Claudia "Society Lady" Stöckl anvertraut, also drum: Jetzt einfach akzeptieren, dass ein anderer Kaantner Klubobmann wird, obwohl doch ER DER ERBE ist, der Lebensmensch. Also auf jeden Fall, jetzt ist es der Buchner, der neue Klubobmann, das müssen jetzt alle lernen zu akzeptieren. Auch die vielen, vielen Stellvertreterchen, die der Klub gleich dazu geworfen hat, die Uschi Haubner, und der frühere Lebensmensch der Westi, und der Dobermann der Stadler, und der alles überlebende Mr. Scheiber, ja und natürlich der letzte Lebensmensch, der Petzner. Wir haben auch gemeinsam geweint, nicht oft gottseidank in diesen Jahren, aber auch. Also der Petzner und der Haider. Übrigens, lohnt sich immer noch anzuhören: Die Offenbarungen des jungen Lebensmenschen mit der alten Seele.

Ad Graf

Ein rechter Lauser ist das, der Herr Graf. Die Landsleute da draußen plagen aber leider weit andere Sorgen, Starmania ist wie da, und bei Olympia haben wir nicht einmal eine Goldene gemacht. Auch nicht unwichtig: wie geht es dem geschätzten Hofrat? Ganz schlecht ist dem Armen. Hoffentlich erfangt sich der wieder.

21.10.08

wer will graf?

Immer nur die Künstler und die G'scheiterln machen was G'scheits.
Was geht mit polit-blogger gegen Martin Graf?
Und wer halt sonst dagegen ist.

Achtung, Wutausbruch!

Koalitionsverhandlungen, die Erste. Da sitzen jetzt also die gleichen Figuren um den grünen Tisch, die schon das letzte Mal nix zusammengebracht haben. Verhandeln über den gleichen Koalitionspakt, den sie schon das letzte Mal nach Strich und Faden gebrochen haben. Und malen die gleichen großen Reformvorhaben aufs geduldige Papier, an deren Umsetzung sie schon das letzte Mal nicht im Traum gedacht haben.
Garniert wird das ganze durch zwei neue Spitzenfiguren, deren einzige Qualifikation darin besteht, dass sie die Neffen von Onkel Hans und Onkel Erwin sind, und durch bedeutende Sprüche wie: "Wir wollen eine Regierung neuen Stils" und "Heute wurde ein Boden gelegt". Und wenn sie mit diesem Mummenschanz vor Weihnachten aufhören, werden sie auch noch vom Bundes-Heinzi belobigt. Speib mich an. Pardon.

Der Deutsche

Der ist ja bekanntlich überall: Auf Mallorca, in Jesolo, als Kellner in Schruns, als Kassier beim Billa und jetzt ganz neu als Busfahrer zwischen Tulln und Wien West.

20.10.08

Jörg der Film

Hat da schon wer die Rechte? Schreibt da schon wer am Drehbuch? Wer wird den Jörgl spielen? Wer den Lebensmenschen?

Pietätlose Flachländer

"Seit Lady Di habe ich nicht mehr so geweint": Jetzt werden sogar noch die Flachländer vom NDR pietätlos frech bei UHLHH (Unserem Herrn Landeshauptmann der Herzen). Dabei sollten sie doch wissen, wie anfällig Piefkes für Führer aus heimischen Anbau sind. Genug!

(Dank an unseren treuen aufmerksamen Leser Bernd K. für den Hinweis.)

Ausgestreut

Der Saliera-Dieb ist vorzeitig aus der Haft entlassen worden, wegen guter Führung, hat wohl im Häfen keine Salz- und Pfefferstreuer mitgehen lassen. Aber wie man sich in der Justiz erfolgreiche Resozialisierung vorstellt ist schleierhaft. Sein Alarmanlagengeschäft wird der gute Mann nicht mehr weiterführen, obwohl dafür prädestinierter als der Hartlauer für Brillen, und keine Bücher, keine Filme, versichert sein Anwalt. Dabei haben wir uns schon auf Seipl und Lisl Gehrer in tragenden Nebenrollen gefreut. Man sollte ihm wenigstens eine kleine Würschtelbude vor dem Kunsthistorischen Museum bewilligen, "Zur Saliera".

19.10.08

Best Of Begräbnis

Eine schöne Leich…Leider nicht alles gesehen, bleibt zu hoffen, dass Österreich nächste Woche eine DVD beilegt. So eine Art Best-Of Begräbnis mit den besten Szenen, den traurigsten Momenten und einer minutiösen Aufarbeitung der letzten Stunden. Der skurrile Petzner macht auch schon viel Freude, jetzt weint er schon nicht mehr soviel, und übt sich schon als richtiger Parteichef. Lange werde wir den nicht haben, aber die Zeit sollte man nutzen.

17.10.08

Halbe/halbe

Jetzt aber zurück in die Zukunft: Im neugewählten Nationalrat, der sich am 28. Oktober konstituiert, beträgt der Frauenanteil statt bisher 33 diesmal nur 27 Prozent, was jetzt für einige Empörung sorgt. Unverständlicherweise, wie wir meinen, denn das ist gelebtes Halbe/halbe: Die Frauen kriegen die Hälfte der Macht, und davon noch einmal die Hälfte. Macht nach Eva Riese ein Viertel.

Na dann Prost.

Also, Genosse ska, vor lauter Pietät die Fast Forward Taste mit dem kryptischen Satz "jetzt wissen wir alles" drücken, ist dem Publikum nicht zumutbar. Wir wissen gar nix, bis wir im Lieblings-Medium UHLHH (unseres Herrn Landeshauptmanns der Herzen) blättern und dort lesen müssen, wie sehr er bereits seinem medialen Lebensmann Wofi Fellner fehlt.

Aber vorher noch die Enthüllung über die letzte Stunde, im Schnelldurchlauf: Abschied vom Petzner in der Velden-Disco, 45 Minuten untertauchen, im Szenelokal "Zum Stadtkrämer" ("das auch als Schwulentreff gilt") in "Begleitung eines Unbekannten" an der Theke wieder auftauchen, eine Flasche Vodka runterschütten, Weißblende. "Eine Flasche Wodka, dann startete er den Phaeton" heißt das bei Österreich. Den Staatsanwalt hat die Familie schon angezeigt, wegen Amtsmissbrauchs, weil Ermittelungsergebnisse bekannt wurden (1,8 sagen wir nur). Jetzt noch den Fellner. Dann ist nach dem Tod alles wie vor dem Tod.

Apropos Klage, humorfreie Zone ist das BZÖ sowie seit langem: Die drohen jetzt einem kleinen Lehrling in Oberösterreich und seiner Mutter mit einer Markenrechtsklage (!), weil er ein Satireblog bzoe.org betreibt. Betrieben hat, wem das Geld für Klagen a lá Haider und BZÖ fehlt, der gibt schnell mal nach, auch wenn er am Ende womöglich im Recht wär.

(Mit Dank an unseren aufmerksamen Leser Gunther L., der uns auf das oben dargestellte im pietätlosen Netz zirkulierende Bildchen hinwies. Natürlich distanzieren wir uns von solchen Pietätlosigkeiten im Namen der Alkohollenker-Opfer dieses Landes.)

Fast Forward

So, jetzt wissen wir alles über die letzten Stunden des lieben Jörg und jetzt bitte ganz schnell das Thema wechseln. Weil stimmen tut das eh nicht, wie der Taxler gestern Abend gesagt hat: „Mit 1,8 Promille aus der Schwulenbar, da Jörgl, sicher net, den haben die umbracht, damit die Schwarzen wieder mit die Roten zamm geh kinnan. Des is fix.“

15.10.08

Rewind

Nix mit da mit medialer Stopptaste – jetzt wollen wir aber wirklich alles wissen. Also bitte das Band zurückspulen, aber ganz langsam. Wir fassen zusammen: Haider verlässt nüchtern ein Fest kurz vor Mitternacht. Zumindest wäre dort keinem der Gäste etwas aufgefallen, dass der Jörgl einen hinter der Binde hatte. Bei 1,8 Promille müsste man da schon was merken. Dann steigt er ins Auto, der Petzner verabschiedet ihn, Haider rast nach Klagenfurt setzt seinen Fahrer ab, navigiert Richtung Bärental, Petzner ruft ihn nochmals am Handy an, kann sich aber nicht erinnern wann das genau war…den Inhalt des Gesprächs will er nicht verraten. Also muss der LHH (LH der Herzen) bis zum Crash irgendwo noch gewesen sein, wo er sich fast bis zur Bewusstlosigkeit nieder gesoffen hat…… Petzner will nicht wissen wo und warum und plärrt nach der Stopp-Taste. Geht jetzt nicht mehr. Wir fordern einen Untersuchungsausschuss. Vielleicht könnte den der Cap leiten, weil der darf jetzt eh nicht mit tun bei den Verhandlungen.

stopptaste aus beton

Na servas Kaiser, 142 speed, 1,8 alk und niemand sonst zu Schaden gekommen. Vielleicht gibt es ja doch sowas wie einen gerechten Gott. Oder sowas in der Art halt.

Mediale Stopptaste

Unsere neue oberste Orange appelliert nach Bekanntwerden des Alkoholisierungsgrads seines Vorgängers, "jetzt und hier die Stopptaste zu drücken und die Berichterstattung betreffend des Unfalls abzuschließen", weil der Jörg eh schon "den höchsten Preis gezahlt hat, den man zahlen kann" und außerdem halt einfach gerne Fest gefeiert hat. Besser wär' Fast Forward, weil die Ära von Lebensmensch Petzner würden wir uns medial gern ersparen.

1,8 Promille

Hat der Petzner den Jörgl auf dem Gewissen? Petzner war ja neben dem Fahrer der Letzte, der den LH der Herzen lebend gesehen hat. Dem muss ja aufgefallen sein, dass sein Lebensmensch völlig angesoffen war und praktisch nicht mehr in der Lage war, ein Auto, geschweige denn einen flotten Phaeton, zu lenken. Hätte der Petzner ihm nicht den Schlüssel weg nehmen müssen? Das muss man aber schon noch bitte klären!

Schweiß auf der Oberlippe

Von der Ostküste kann man immer wieder was lernen. Wir erinnern uns an den "Schweiß auf der Oberlippe", die unser Alt-Bundeskanzler, bald angeblich einfacher Abgeordneter Wolfgang Schüssel dem Noch-Bundeskanzler, bald unbekannter Tätigkeit seienden Alfred Gusenbauer vorhielt, als dieser in der Pflegedebatte persönlich wurde. Bei der heutigen US-Schlussrunde Obama vs. McCain haben die Kandidaten verlangt, dass ein Klimagerät direkt über ihnen angebracht ist, damit sie nicht ins Schwitzen kommen. Weil am Schweiß, weil so menschlich, ist ja angeblich seinerzeit schon Nixon gegen Kennedy gescheitert, aber das hat uns vor Nixon auch nicht bewahrt, nur dass McCain (72) wohl schon rein biologisch nicht mehr acht Jahre Zeit für einen weiteren Anlauf hat.

Phaeton

Apropos Kutsche: Phaeton wurde seinerzeit eine Kutsche genannt, die nicht von einem Kutscher, sondern vom Herrn selbst gefahren wurde. Denn Phaeton war in der griechischen Mythologie der Sohn des Sonnengottes Helios, der auch einmal mit dem Wagen des Papas über den Himmel fahren wollte. Papa Helios war zwar dagegen, aber der Sohnemann setzte sich durch. Ergebnis: Der Wagen geriet außer Kontrolle und verbrannte, Phaeton starb.
Quod erat demonstrandum.

14.10.08

Freistaatsbegräbnis

Wenn Genossen dieser Tage zusammensitzen, wie neulich Genosse ska und Genosse spu, machen sie sich natürlich berechtigte Gedanken, welche Pläne es eigentlich zur würdevollen Verabschiedung des LH der Herzen gibt.

Gut in Erinnerung sind dem Volk aus jüngster Geschichte natürlich drei Trauerevents: Da war zuletzt UHBP Klestil, ebenfalls viel zu früh aus dem vollen Leben gerissen, dem im Dom zu St. Stephan gebührlich vom Kardinal die letzte Ehre nach Aufbahrung in der Hofburg erwiesen wurde, mit der großen diplomatischen Herausforderung erste und zweite Frau entsprechend zu platzieren. Daraus könnte man sicherlich Anregungen für die Sitzordnung mit Witwe und Ex-Lebensmenschen schöpfen.

Davor haben wir den Kreisky in der Säulenhalle des Parlaments aufgebahrt, der dann vom fast kniefallenden Willy Brandt herzergreifend auf dem Weg zum Ehrengrab geleitet wurde. Für diese Rolle könnte man sich Jörgs Dobermann vorstellen, den Stadler, auch Säulenhalle wäre überlegenswert, immerhin ist der wie Klestil zu früh Verstorbene ja auf dem ersten Listenplatz in den Nationalrat gewählt worden, auch wenn er schon vorher ankündigte, diese Ehre dann seinem Petzner überlassen zu wollen, was ja jetzt wirklich unwiderruflich der Fall ist.

Und natürlich die Mutter aller Begräbnisse für die seelige Zita. Acht Rappen vor der schwarzen Kutsche, quasi Phaeton der Habsburger-Kutschen, die besonderes Geschick des Kutscher erforderlich macht, da ja kein Bremsmechanismus vorhanden ist, welche Symbolik für entgleiste Politik und so. Statt zur Kapuzinergruft müsst es natürich zur Bärentalschen Hauskapelle gehen, ein Ort mit Bernhardscher Anmutung.

Natürlich wirft dies die Frage auf, ob der nach Euro und Olympia und Finanzkrise marode Staatsfunk noch in der Lage ist, diese Übertragung zu finanzieren. Aber man könnte ja die Rechte auch an die Privaten verkaufen, vielleicht ein bissl ein Polster für die den Orangen ins Haus stehenden schwierigen Zeiten. Lichttechnisch sowieso jetzt eine besondere Herausforderung, nachdem die Sonne in Kärnten vom Himmel gefallen ist.

Gedankenexperiment

Wir fassen zusammen: JH war der König von Kärnten, der größte Politiker seit Kreisky, die Sonne, die vom Himmel fiel, sowie Lady Di, El Cid und Alexander der Große zusammen.
Jetzt kleines Gedankenexperiment: Nur mal angenommen, an dem ominösen Betonklotz, den der Strache/der Mossad/die Slowenen/die Ostküste dort hingestellt haben, nur mal angenommen, an dem Betonsockel hätten zum besagten Zeitpunkt zwei schmusende Kärntner Teenies, falsch: Zehnies gelehnt. Was dann? Wa, bitte, wäre dann gewesen?

Akute Realitis?

Aber hallo, Herr Bald-Kanzler! Beim heutigen "Österreich-Gespräch" (klingt irgendwie nach dem üblichen Gesudere) wurde für das nächste Mal ein Kassasturz vereinbart. Wie kann das sein? Vor der Wahl waren das doch noch "Buchhalter-Termine, von denen ich gar nicht viel halte" (Faymann). Und jetzt auf einmal doch dabei beim Kassastürzen. Akuter Anfall von Realitis? Er lächelt auch nimmer so viel wie früher, der Mann.
Wir verschreiben drei Cato täglich. Plus einen halben Gnam, verteilt auf die drei Mahlzeiten. Sonst geht ja der Magen drauf.

Gerüchteküche

Die Kärntner machen sich um den Heldentod ihres geliebten Jörgs eine Menge Gedanken. So ist auch die Höhe der Abfertigung für die Witwe ein großes Thema. So kursiert das Gerücht, Haider hätte vor seiner Heimfahrt, nachdem er seinen Fahrer in Klagenfurt abgeliefert hat, noch einen Sprung bei Petzner vorbeigeschaut. Würde das stimmen, so die Kärntner Gerüchteküche, würde die Witwe eine höhere Abfertigung beanspruchen können, weil der Landeshauptmann quasi dann ja von der Arbeit kommend verunglückt wäre. Discobesuch ist Privatsache, also weniger Kohle.

Lovefest II

Toll, diese alte Bundesregierung. Lasst Gusi, Willi & ihr Team arbeiten! Sagt auch Klubobmann Dr. Wolfgang Schüssel: "Dieser nationale Schulterschluss in Österreich ist BEISPIELGEBEND für die andere Länder in Europa. SCHNELL UND GEZIELT hat die Bundesregierung ein Paket zur Sicherung des österreichischen Finanzmarktes zusammengestellt." Da jubelt selbst der ÖVP-Pressedienst. Nur der Joschi Pröll faselt was von einer Konzentrationsregierung. Es reicht!

Aids für Finanzhaie

Die Finanzkrise, sagt unser Herr Kardinal Schönborn, auf den Fußspuren seines Pontifex Maximus wandelnd, ist eine Strafe Gottes, quasi Aids für die Finanzhaie. Und dass die Österreicher die Rechten wählen hat nix damit zu tun, dass sie rechtsradikal oder gottbehüt gar rassistisch seien. Das sind die Worte des Herrn, im Gespräch mit dem Chef der türkischen Religionsbehörde. Und war jetzt der Autounfall des Kärntner Führers auch eine Strafe Gottes? Das wäre aufschlussreich zu wissen.

Auf Tauchstation

Die Liste jener Politiker, die sich in den letzten Wochen quasi unsichtbar gemacht, oder zumindest einen Gang runter geschaltet haben. Was immer da auch dahinter stecken mag. Da wollen wir nix hinein „teuteln“.

1) Peter Pilz
2) Norbert Darabos
3) Martin Bartenstein
4) Reinhold Lopatka
5) Gabi Burgstaller

Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Guten Morgen, Österreich!

Die Börse macht wieder Freudensprünge, der Kurs der alten, neuen rot-schwarzen Koalition geht steil nach oben, soll noch einer sagen nach 16 Uhr oder gAR am Wochenende wird in diesem Land nichts gearbeitet.

radio gaga

Hat Douglas Adams auch etwas mit der Zahl 142 zu tun?
Hat Wolfi Fellner auch ein Delphin-Tattoo am Baucherl?
Wurde der Aufsteller des bösartigen Betonpfeilers schon gefasst?
Hat sich J.H. gar mit der gemeingefährlichen Betonpfeileraufstellmafia angelegt?
Wird Hazehs Heimweg jetzt auf Betonpfeiler überprüft?
Fragen über Fragen, die die durchgeknallte Presse noch zu stellen hätte.

13.10.08

Lovefest

Warum gehen die jetzt eigentlich, bei soviel Harmonie und Dankbarkeit füreinander? "Ich möchte dem Vizekanzler Dr. Molterer ausdrücklich für seine Vorbereitung danken", "Ich möchte dem Bundeskanzler Dr. Gusenbauer ausdrückilch danken". Ja, der Faymann und der Joschi Pröll müssen sich jetzt gewaltig anstrengen, wenn sie demnächst auch soviel staatsmännische Aura ausstrahlen wollen.

1000 Eurofighter

Da waren ja die Wahlzuckerl vor dem 28. September direkt aus der Portokasse: 100 Milliarden Euro macht die scheidende Bundesregierung für ein Maßnahmenpaket zur Bewältigung der Finanzkrise locker. Das scheint uns doch recht viel Geld zu sein. Umgerechnet 1000 Eurofighter (bzw. 900, wenn sie Norbert Darabos kauft).

Gedopt

Oajeee! Positive Dopingprobe bei Österreichs Paraderadler Bernhard Kohl. Gerade noch Bergkönig und Dritter der Tour de France sowie praktisch fix österreichischer Sportler des Jahres. Und jetzt aus, alles aus. So rasch sterben Helden.

Erbfolgekrieg

Kaum unter der Erde, kriegt sich die Verwandtschaft schon um den Nachlass in die Haare. Ziehsohn und Udo Jürgens Fan Stefan Petzner will und muss ja den Weg weiter gehen. Da hat er die Rechnung ohne den HC gemacht, der beansprucht jetzt den kompletten Nachlass. Schließlich sei er der „einziger Erbe“ des dritten Lagers, wie er sagt. Das heißt, er will sich die Wähler, die Mandatare, die Kohle und den blauen Porsche „einsackln“.

Pilgerstätte


Nicht nur Paris, sondern auch Klagenfurt wird bald seine Pilgerstätte im Ausmaß eines Jim Morrsion, wenn nicht sogar mehr, haben.

Hoppauf, Joschi!

Das geht ja jetzt alles rasend schnell, quasi mit 142 kmh, nachdem doch vorher so unendlich viel Zeit war: Der Joschi Pröll nimmt die Verhandlungen mit dem Oh-it's-a-Fay,-Man! auf, Dienstagabend soll der VP-Vorstand das abnicken. Weil: Aktuelle Finanzkrise! "Wir brauchen schneller Klarheit, als das vor einigen Tagen und Wochen der Fall war." Weil: Soviel Klarheit wie seit diesem Wochenende war sowieso selten.

Oranger Abgang

Die Großkopferten inszenieren ja bekanntlich auch ihre Abgänge, und die Inszenierung des Abgangs des Robin James Dean Hood von Österreich (© Wolfgang Fellner) hätt dem Fellner selbst net besser gelingen können: Mit 142 kmh das einsprachige Ortsschilderl von Lambichl samt der 50er-Beschränkungstafel umgemäht, schließlich am Betonpfeiler vor dem orangegefärbten Häusel eingeschworener BZÖ-Anhänger gescheitert.

Aber Hallo, Herr Noch-Bundeskanzler!

Noch vor einer Woche verkündete uns der Herr Noch-Bundeskanzler, dass es in Österreich keine höhere Einlagensicherung brauche, weil die Banken so sicher sind, quasi wie ein VW Phaeton, jetzt alles anders: Einen Schutzschild will die Republik ausbreiten, gar Verstaatlichen, damit nix passiert. Obwohl dies in Österreich ja einer schwere Drohung gleich kommt.

12.10.08

Die Katze Scheibner

Eine Katze, sagt man, hat sieben Leben. Herbert Scheibner hat mindestens acht. Haider-Generalsekretär mit einer gewissen Heide Schmidt, FPÖ-Klubobmann, Eurofighter-Verteidigungsminister unter Susanne Riess-Passer, dann in Knittelfeld direkt neben Haider (obwohl der gerade plakatierte, dass er die Eurofighter verhindert hat), dann BZÖ-Klubchef, dann kaltgestellt - und jetzt wahrscheinlich wieder Klubobmann unter Stefan Petzner. Katze nix dagegen. Aber immerhin ein Mann mit Weitblick: Hat als RFJ-Obmann seinerzeit einem gewissen HC. Strache wegen Rechtsabweichlertum die Aufnahme verweigert. Kluge Katze.

Lebensmensch, geh du voran!

Noch nicht mal unter der Erd', hat Jörg Haider schon einen Erben: Stefan Petzner, den Jörg nach der Vorstrafe für seinen früheren Lebensmenschen Westenthaler alias Hojac quasi als Strafe gleich hinter sich auf die Liste gesetzt hatte.

Auch der Petzner hat den Jörg zum Lebensmenschen auserkoren gehabt, also der jüngere Lover Ziehsohn vom Haider, selbstbekennender Spätstarter in Sachen Liebe. So leicht wie mit dieser Obmannwahl hätten's die Orangen jetzt dem Pröll für die Koalitionsentscheidung mit den Roten auch wieder nicht machen müssen.

Apropos schnelles Tempo: 142 Stundenkilometer hat der Unfallwagen gehabt, soviel zu den Verschwörungstheorien, dass es doch keinen solchenen Unfall auf einer schnurgeraden Strecke mit 70kmh Tempolimit geben hätte können. Vielleicht war ja auch ein Eurofighter hinter ihm her.

11.10.08

Aber Hallo, James Dean Fellner!

Noch einer, der wie der Westi und der Petzner seinen "Lebensmenschen" verloren hat: "Jörg Haider ist gestorben wie James Dean - viel zu früh, völlig unnötig, am Höhepunkt seines Lebens. Jörg Haiders war das größte politische Genie seit Bruno Kreisky - aber auch der größtmögliche Zerstörer." Ja, Herr Fellner, seit dem "Basta" eine ganze Medienkarriere mit dem Jörgl aufgebaut -- wen werden wir jetzt hochschreiben, wenn der Dichand schon den Faymann nicht adoptiert hat?

Echt schwarzer Tag

Der Trauer nicht genug, machen wir gegen die Färöer gerade mal ein 1:1.

Dianaesk!

Die Heiligsprechung nimmt ihren Lauf. Ein Blumenmeer türmt sich vor dem Kärntner Landtag, das gleiche Bild an der Unfallstelle. Schon kursieren die ersten Gerüchte, Haider wäre einem Attentat zum Opfer gefallen, jemand hätte am Wagen manipuliert… Dianaesk!

In der Nacht ist es finster

Damit sowas net so bald wieder vorkommt noch diese wichtige Erkenntnis vom Verkehrspsychologen: "Überholmanöver bei Nacht bergen laut dem Verkehrspsychologen Rainer Kastner besondere Risiken in sich. ,Wir sind auf die visuelle Aufnahme über unsere Augen angewiesen.' ,Hier muss man sich genau überlegen, ob man überholen will', so der Psychologe. Generell rät er zu einem defensiven Fahrstil. Ah geh.

Und jetzt: Back to rot-schwarz

Um die verlogene Pietät der offiziellen Politik abzukürzen: Natürlich ist mit dem Dahinscheiden des Herrn Landeshauptmanns die schwarz-blau-orange Option des Joschi Pröll auch verblichen. Weil natürlich Haider keine Partei sondern ein Kult war, wird es den orangen Rest zerbröseln, auch wenn das ein wenig dauern wird, siehe auch --> Pim Fortuyn, dessen LPF nach dem Tod des Anführers exakt vier Jahre brauchte bis zur parlamentarischen Selbstausschaltung.

Also wird der Pröll pro forma seine absurden "Österreich-Gespräche" noch eine zeitlang weiterführen und sich dann der Staatsräson ergeben, vielleicht bleibt ja doch noch ein Van der Bellen als kleine Überraschungsvariante in der künftigen rot-schwarzen Regierung, damit es nicht gar so ausschaut wie der alte Verliererhaufen, und damit man ab und zu eine Verfassungsmehrheit organisieren kann, was ja den heimischen Regierungen so wahnsinnig wichtig ist, weil sonst fühlen sie sich gleich ganz nackt.

Und die Orangen, dort ist das Gerangel um das Erbe schon längst im Gang, sein einstiger Dobermann Stadler empfiehlt sich bereits per längerer Presseaussendung als neues Herrl: "Er persönlich sei rückblickend einmal mehr froh darüber, meinte
Stadler weiter, daß es ihm noch vergönnt gewesen sei, sich mit seinem langjährigen Freund Jörg Haider aussöhnen zu dürfen. Er sehe darin ,geradezu eine Fügung', meinte Stadler weiter."

Also los, Westi, Scheibner und Petzner, wenn die sich nicht bald umschauen werden sie noch vom Stadler übernommen oder doch noch an den HC angeschlossen.

Blitzlicht Revue


Die letzte Nacht: Bei der Präsentation einer neuen Zeitung mit dem bezeichnenden Titel: Blitzlicht-Revue.

In schlechter Erinnerung

Bevor noch von rechts bis links die Legende vom "hochtalentierten Ausnahmepolitiker" gepflegt wird, den inzwischen sogar die Reporterin des Israelischen Rundfunks im Vergleich zum "gefährlichen Krokodil" HC Strache für "besonnen" hält, ein paar kleine Erinnerungsstücke aus dem Fundus des Verstorbenen:

Vom seinerzeitigen Volksbegehren "Österreich zuerst" (wir dürfen an die Rolle der jetzigen liberalen Säulenheilige Heide Schmidts als damalige Generalsekretärin der FPÖ erinnern) bis zur karrierevernichtenden falschen Unterstellung von Alkoholismus (ein oberösterreichischer Hauptschuldirektor) und Schmiergeldnehmern eines Autobahnskandals (der Finanzrechtler Werner Doralt), von den Busenfreunden Saddam Hussein und Muammar Gaddafi bis zur "Sonderbehandlung" von Asylanten auf der "Saualm" ist die hinterlassene Schlammspur lang und breit.

Ein kleiner verbatimer Auszug: "Im Dritten Reich haben sie ordentliche Beschäftigungspolitik gemacht, was nicht einmal Ihre Regierung in Wien zusammenbringt." / Er versteht ""überhaupt nicht wie, wenn einer Ariel heißt, so viel Dreck am Stecken haben kann", zum Präsidenten Ariel Muzikant. / ""Wenn einer Adamovich heißt, muss man zuerst einmal fragen, ob er überhaupt eine ordentliche Aufenthaltsgenehmigung hat."

Da gehen sich in den nächsten Wochen noch viele Titelgeschichten und Bücher über den Darth Vader der österreichischen Politik aus. R.I.P.

Lady Di

Bei aller Tragik, ein Verkehrsunfall wie viele andere, ein simpler Discounfall, wenn man so will. Die Reaktionen sind allerdings, von die Sonne ist vom Himmel gefallen, die Welt steht still, unglaublich. Jetzt haben wir auch so eine Art Lady Di.

LH der Herzen

Nirgendwo wird bekanntlich so viel gelogen wie bei Begräbnissen, rundum zumindest "tiefe Betroffenheit" auch bei allen, die den Mann Zeit ihres Lebens verachtet und gehasst haben. Fehlt nur noch Elton John für den Märtyrerstatus, Autounfall (und das Reuters-Bild vom Telegraph) hätt ma ja schon. Dazu scharfe Beobachtungen der APA über das Leben der Menschen in Kaanten-is-lei-ans danach: "So mancher Abonnent der ,Kleinen Zeitung‘ dürfte sich beim Aufschlagen der Samstag-Ausgabe erschreckt haben, als er ein doppelseitiges Interview mit Haider präsentiert bekam." Erschreckt worüber: Dass er doch nicht tot ist?

Jörg Haider 1950–2008

So schnell kann's gehn, und mit einem Porsche Dienstwagen noch schneller: Jörg Haider ist bei einem Autounfall Samstag früh in Klagenfurt um's Leben gekommen.

10.10.08

Billig wie nie

Freilich kann man dieser garschtigen Finanzkrise auch gute Seiten abgewinnen. Luxusautos, zugegeben gebraucht, aber in einem top Zustand, so günstig wie nie. Ein Mini-Appartement in London, bis vor wenigen Wochen so teuer wie ein kleines Sportflugzeug, heute ein Schnäppchen – vielleicht ein kleines Häuschen am Meer in Florida, läppische 100.000 Dollar und man ist dabei.

Gottes Ratgeber

Die Börse kracht, die Kirche brummt. In England suchen viele Briten offenbar Trots bei der anglikanischen Kirche. Heute wurde das Tagesgebet auf der Website der Kirche von England bereits mittags mehr als 8000-mal angeklickt, hieß es. Das ist Rekord. Damit nicht genug, verbuchen auch die Ratgeberangebote der Kirche zum Thema Finanzen und Schulden neue Rekorde und wurden seit September sogar um 70 Prozent häufiger genutzt als zuvor.

Friedensnobelpreis für den Ex-Weisen

Der Martti Ahtisaari kriegt den Nobelpreis, vorgeblich ja wegen Namibia und Kosovo und Osttimor. Aber eigentlich weil er doch einer der drei Weisen war, die der EU nach schwarzblau ihre Sanktionen wieder ausgered't hat. Weil sonst wär hier Rambazamba gewesen. Wir gratulieren.

Volk erhebt sich!

Es ist noch Leben in den morschen Knochen, die Leut gehen wieder auf die Straße zum demonstrieren vor dem Bundeskanzleramt wie grad jetzt. Der alte Sektionschef Matzka geht vorbei und schaut grantig, dem alten Abschieber und Ausweiser vom Löschnak gefällt das gar nicht. Fotografiert werden will er naturgemäß nicht, ist auch kein schöner Anblick. Bleiberecht jetzt, könnt natürlich auch eine Demo sein, dass die alte Koalition bleiben darf, also vielleicht vom Bauernbund die Fäden gezogen, oder von der Gusifraktion, Bleiberecht für Gusi. Sandkastenspiele halt.

Kaufbefehl

Da will sich das Politburo mit einer paar Lenzing Aktien eindecken, sperren die einem vor der Nase die Wiener Börse zu. Krise und so. Aber um 12 Uhr soll es wieder weiter gehen. Wir hoffen es.

9.10.08

Himmlische Dividende

Während erst unsere Finanzwirtschaft und dann der Rest in das schwarze Loch stürzt, das die Urknallmaschine in Genf angeblich nicht erzeugt hat und das uns sowieso nix tun könnte, während also die Notenbanken dieser Welt in seit 9/11 unbekannter Einigkeit sich dem christlichen Wucherverbot anschließen und den Zinssatz senken, hat auch der alternde Barockengel im Vatikan ein paar tröstende Worte für unsere irdische Misere: "Geld verschwindet, es ist nichts. Die einzige solide Realität ist das Wort Gottes."

Schön gesagt, Herr Benedikt, wo doch auch das Geld des Vatikan so gern verschwindet, der so eine Milliarde Dollar in Aktien und Immobilien gebunkert hat und ganz gut davon lebt, das heißt bis auf die Jahre 2003 und 2007, wo das Geld schon zweimal verschwand, wenn auch nicht ganz so plötzlich wie jetzt, als ob einer den Stöpsel aus der Badewanne gezogen hätte. Aber der Herr Benedikt hat auch leicht reden, weil er kann ja immer noch auf den Klingelbeutel zurückgreifen, wenn dann alles Geld verschwunden und der Vatikan nur mehr auf dem Fundament der Worte des Herrn gebaut ist und nur noch mönchisch vom Starkbier lebt. Und Pensionsvorsorge sowieso unnötig: Weil der Pensionplan der Kirche doch einfach wahrlich himmlisch ist.

8.10.08

Reformstark

Historischer Tag heute. Der Herr Bundespräsident hat dem Bundesparteivorsitzenden der stimmenstärksten Partei den Auftrag zur Regierungsbildung erteilt. Und zwar zur Bildung einer, wir zitieren, "entscheidungsstarken und reformfreudigen Regierung, die sich mit ganzer Kraft den Problemen widmet". Nicht wahnsinnig realistisch. Aber, mein Gott, der Mann ist auch schon 70. Bissel wucki halt. Aber lieb.

7.10.08

Presse-Schau

Ein Mann dreht durch: Sein Buch "Politikerbeschimpfung" geht glatt als 27. Auflage des Österreichischen Schimpfwörterlexikons durch. Seine Leitartikel strotzen vor "mediokren Figuren" und dem "Schoß des Ständestaats". Und jetzt lässt er sich auch noch selbst plakatieren. Geschminkt wie ein SPÖ-Spitzenkandidat und mit Pflaster am Hirn.
Wie sagte doch der alte Bismarck: "Jeder Mann ist das wert, was er zu leisten imstande ist, abzüglich seiner Eitelkeit." Ziemlich negativ, dieses Rechenergebnis.

Eva, radikal

Achtung! Eine harte Ansage kam heute von Eva Glawischnig. Die neue Grünen-Chefin kündigte an, dass sie künftig eine radikale Oppositionspolitik betreiben wird. Kinder, da heißt´s jetzt warm anziehen. Die ist im Stande, und kommt unfrisiert zur konstituierenden Nationalratssitzung. Oder lässt bei der Pressestunde das Leiberl aus der Hose hängen. Echt verboten.

6.10.08

Aber Hallo, Karl-Heinz!

Es muss schon weh tun, nicht mehr Schwiegermuttertraum zu sein und auf dem Julius seiner Yacht nicht mehr eingeladen zu werden. Sogar dem Spiegel Online fiel auf, was wir gestern abend schnell wegzappten: Aus KHG ist bei Anne Will ein FInanzkonservativer geworden.

"Selbst der frühere österreichische Finanzminister Karl-Heinz Grasser, inzwischen ein Fondsmanager, dem in einer anonymen Strafanzeige Betrug und Untreue vorgeworfen wird, reihte sich in die Fronde der Turbokapitalismus-Kritiker ein und empfahl, auch einmal eine Bank pleitegehen zu lassen, wenn keine unmittelbare Kettenreaktion zu befürchten sei. Falsche Gewinnanreize hätten dazu geführt, dass Investmentbanker in vier Jahren mehr Geld verdient hätten als sonst in ihrem ganzen Leben. Im Übrigen habe ,die Bankenaufsicht bemerkenswert geschlafen'. Im Grundsatz müsse gelten: ,Zuerst muss der Finanzsektor selber geradestehen für das, was passiert ist', und die Verantwortlichen müssten persönlich zur Rechenschaft gezogen werden."

Wir werden aus gegebenem Anlass darauf zurück kommen. (Dank an unseren aufmerksamen Leser Bernd K.)

Aber Hallo Österreich


Wir freuen uns: am 7. November kommt endlich das neue TV-Magazin aus dem Hause Österreich. Darauf haben viele gewartet und wir wissen jetzt schon wie es aussieht.

5.10.08

Aber Hallo Österreich

Diese grüne Zicke von Glawischnig macht sich wichtig. Kaum im Amt, lästert sie über Fellners Österreich. Vor der Wahl hat sie sich da noch halb nackig ablichten lassen und jetzt will sie nichts mehr davon wissen. Das in der heutigen Sonntagsausgabe abgedruckte Interview mit Eva Glawischnig habe niemals stattgefunden, der aktuelle Bezug sei frei erfunden, heißt es in einer Aussendung des grünen Pressediensts. Der grüne Sinowatz spricht im Interview über ihren Sohn und die Schwierigkeit, Beruf und Privatleben unter einem Hut zu bringen. Glawischnig hat das zwar alles gesagt, aber schon im Sommer. Jetzt pudelt sie sich auf, dass das nochmals in einem anderen Zusammenhang kommt. Ja und? Das wird doch wohl heute auch noch seine Gültigkeit haben.

3.10.08

Meinungsforschermafia

Diese Meinungsforscher-Clique hat den ORF im Würgegriff. Commander Karmasin, Filzi und Bachi haben was gegen den Wrabetz in der Hand - auch nach der Wahl geht das mit diesen Nonses-Analysen weiter - Bachi analysiert in der ZIB messerscharf, dass Sinowatz Glawischnig eine Frau sei und jünger als der Sascha ist - morgen analysiert Filzi das Wetter und Commander Karmasin die Werbung. Bald analysieren die sich untereinander. Bitte finito.

vdb, was jetzt?

Also in Kenia war er noch nie, und vor der Malaria hat er Angst, der Joschi Pröll, also rot-schwarz-grün quasi tot geboren, wegen mangelndem Nährstoff durch Faypröll. Aber jetzt würd sich eine neue Option auftun, nicht soviel Malaria wie Kenia, falls irgendwer bei den Roten und den Schwarzen eine knappe Woche nach der Wahlschlappe noch irgendeine Notwendigkeit sieht, ein bissl Facelifting zu betreiben: Man könnte den Van der Bellen in die Regierung holen.

Quasi für seine Expertise, nicht seine Parteizugehörigkeit, schließlich ist der Mann ja auch schon mit Kreisky ein Stück des Weges gegangen und wurde SP-Mitglied, bevor er Grüner wurde. Also könnte man sich vorstellen, dass vdb Wissenschaftsminister wird, da kann er nix anstellen, dafür die mit abgeschafften Studiengebühren selbst ausbrocken. Und den Hahn schicken sie ins Unterrichtsministerium, da kann er den Schwarzen die Gesamtschule verklickern, während ja die Claudia Schmied den Willi in der Himmerlpfortgasse geben soll.

Aber, wie gesagt, wenn man noch nie in Kenia war und sich vor der Malaria fürcht', dann ist ein bissl Verkühlungsgefahr auch schon ganz bedrohlich, könnt sich ja glatt zu einem Fieber auswachsen. Das Feschack-Bilderl ist übrigens vom Parlament, also quasi auch ministerrattauglich.

Grüner Sinowatz

Also doch, der grüne Sinowatz, wie man die Frau Eva Glawischnig intern nennen tut, übernimmt das Ruder. Sinowatz deshalb, weil man glaubt, dass sie das nicht so wirklich lange machen wird. Weil optisch liegen da ja Welten dazwischen………

2.10.08

Schüssels Memento

Wolfi Schüssels Karriere läuft jetzt rückwärts ab. Das ist so wie im Christopher Nolan Spielfilm Memento, wo ein Mann ohne Kurzzeitgedächtnis, den Mord an seiner Frau aufzuklären versucht. Weil Amnesie macht er das Stück für Stück rückwärts. Sehr komplex. Was hat das mit dem Wolfi Schüssel zu tun. Bei dem läuft jetzt auch alles rückwärts ab. Vom Bundeskanzler zum Klubobmann degradiert, jetzt einfacher Abgeordneter, nach den nächsten Wahlen vielleicht Generalsekretär des Österreichischen Wirtschaftsbundes (den Minister lässt er aus) und kurz vor der Pension schlupft er dann noch als Sekretär des Parlamentsklubs unter. Schwere Amnesie der Mann. An verlorene Wahlen kann sich der nicht erinnern.

1.10.08

Grünzeugs

Der Professor hat gesagt, er schmeißt jetzt alles hin. Jetzt mag er nimma. Da haben aller in der Sitzung innerlich schon Juhujuhu Juhuhuhu geschrien, endlich geht der alte Tschicker in Rente. Aber dann haben die Ökos nachgedacht, weil ganz blöd sind die ja nicht. Bitte lieber Sascha tu doch noch bleiben, schmierten sie im Honig ums Maul, du kannst uns doch jetzt nicht im Stich lassen. Weil ja komplett ratlos, wen sie da in Zukunft in den Chefsessel setzen sollen. Zwei Kandidaten haben sich angeschleimt: Der Sinowatz, wie der Codename der reschen „liebes Fellner-Österreich bitte tut mich noch einmal so schön fotografieren“, Eva Glawischnig intern lautet, oder den auch nicht mehr so jungen Pilz. Tja, da hat man die Qual der Wahl… Öko-Gucci oder Fundi-Chic.

Koalitionskaffeesudlesen

Das ging ja schnell, wie Pröll der Neffe quasi offiziell auf die Linie von Pröll dem Onkel zur früher als groß bekannten Koalitionsversion einschwenkte. Weil der HC Strache und der Haider können ja net einmal einen Kaffee miteinander trinken, wie soll sich da eine Koalition mit den Herren ausgehen, ließ er uns via ORF-Ton wissen.

Und weil Kenia in Afrika und nicht am Dr.-Karl-Renner-Ring liegt sind die Grünen mit den Roten und Schwarzen auch "keine zukunftsträchtige Option", ganz wie das unser Kanzler-in-Waiting Faymann auch sieht.

Also noch ein kleines Anstandstänzchen, wahrscheinlich entdecken die Herren bald, dass gerade das Finanzsystem am Rande des Abgrunds steht, und da muss man seinen kleinlichen Streit zur Rettung des christlichen Abendlandes zurückstellen, und schon können wir wieder weitermachen am Ballhausplatz unter neuem Management.

Olympia am Olymp

Die Recken der Burschenschaft "Olympia" machen neuerdings ganz schön Karriere. Jetzt winkt sogar ein Platz im Olymp, sprich im Präsidium. Nein, nicht von Walhalla, sondern vom Nationalrat: Die FPÖ hat den Olympen Martin Graf als Dritten Nationalratspräsidenten nominiert. Wahlchancen: exzellent. Graf war ja schließlich auch schon Vorsitzender des Banken-Untersuchungsausschusses. Gewählt mit den Stimmen von SPÖ und Grünen.